Ibiza ist neben der traumhaften Strände vor allem bekannt für das pulsierende Nachtleben. Die Insel im Mittelmeer bietet nicht nur echte Hippie-Atmosphäre mit vielen authentischen Märkten, sondern auch legendäre Partynächte mit bekannten DJs in San Antonio oder Playa d’en Bossa. Doch nicht nur für einen Partyurlaub zieht es viele Touristen auf die spanische Insel, sondern auch um nach Erholung zu suchen – etwa am Strand von Sa Celata oder in der Bucht Cala Salada. Doch wegen der Pandemie gestaltet sich im Sommer 2021 die Urlaubsplanung nicht so unbeschwert. Die Corona-Zahlen und die Inzidenz in Spanien sind sehr hoch, das Land wurde jetzt zum Hochinzidenzgebiet erklärt.
  • Welche Regeln gelten aktuell auf Ibiza?
  • Ist Urlaub auf Ibiza in diesem Sommer überhaupt möglich?
Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte in ganz Europa. Binnen eines Monats wurden rund 475.000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tagen-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 385, weit über der Marke von 200. Deshalb hat Deutschland ganz Spanien samt Kanaren, Balearen und auch Ibiza zum Hochinzidenzgebiet erkläret.

Hochinzidenzgebiet Ibiza: Spanien wird vom Risikogebiet zum Hochinzidengebiet

Seit Wochen klettert der Wert der Inzidenz auf dem spanischen Festland und der beliebten Urlaubsinsel Ibiza. Von Dienstag, 27. Juli, an ist Spanien nicht länger einfaches Risikogebiet, sondern Hochinzidenzgebiet. Das gilt auch für die Kanaren und die Balearen – und somit auch für Ibiza. Was man bei Reisen in ein Hochinzidenzgebiet beachten muss, zeigt der folgende Artikel:

RKI-Liste zu Risikogebieten und Hochrisikogebieten: Das beeinflusst die Entscheidung

Bei der Entscheidung über die Frage, ob Spanien oder einzelne Regionen wie Katalonien und Inseln wie Ibiza vom Risikogebiet zum Hochinzidenzgebiet hochgestuft werden müssen, entscheiden auch andere Faktoren als nur die Inzidenzen. Etwa die Lage im Gesundheitssystem, die Todesrate und der Stand der Impfkampagne sein. Alle Infos zu den neuen Risikogebieten:

Corona-Zahlen für Ibiza und die Balearen: Aktuelle Inzidenz, Neuinfektionen, Impfquote

Für ganz Spanien gibt die Johns-Hopkins-Universität (Stand 27.07.2021) einen Inzidenzwert von über 385 an. Auf Ibiza breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus zunehmend aus und lässt die Infektionszahlen steigen. 12 Prozent der Corona-Tests auf den Balearen fielen in den letzten 7 Tagen positiv aus. Die aktuellen Corona-Zahlen für Ibiza laut Ministerio de Sanidad im Überblick:
  • 7-Tage-Inzidenz: 676
  • Neuinfektionen: 121
  • Infektionen seit Pandemie-beginn: 13.777
  • Impfquote der Balearen: 41,75 Prozent
  • R-Wert: 1,23
Welche Corona-Regeln gelten aktuell auf Ibiza?
Welche Corona-Regeln gelten aktuell auf Ibiza?
© Foto: Pixabay

Einreise nach Ibiza: Was muss man beachten?

Wer aus einem Risikogebiet nach Spanien reist, muss ein negatives Ergebnis eines Corona-Tests nachweisen, eine vollständige Impfung oder eine Genesung. Deutschland gilt laut des Auswärtigen Amtes derzeit aber nicht als Risikogebiet. Wer jedoch auf dem Landweg über Frankreich nach Spanien reist, braucht einen negativen Corona-Test.
Reisende, die auf dem Luft- oder Seeweg nach Spanien kommen, müssen ein Formular im im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der beim Check-in und bei Einreise vorgelegt werden muss. Fluggesellschaften sind verpflichtet, sich das elektronische Einreiseformular vorlegen zu lassen. Das Formular kann maximal 48 Stunden vor der geplanten Einreise ausgefüllt werden.

Corona-Regeln auf Ibiza: Das gilt aktuell auf der Baleareninsel

  • Die Personenanzahl bei Treffen im öffentlichen und im privaten Raum ist beschränkt. Die Regierung der Balearen empfiehlt, dass sich in der Öffentlichkeit maximal 15 Personen im Freien treffen und im Innenbereich zehn Personen.
  • Aktuell gibt es auf Ibiza noch keine nächtliche Ausgangssperre.
  • Gäste dürfen in Restaurants, Kneipen und Cafés von 6 bis 2 Uhr bewirtet werden. Im Außenbereich dürfen höchstens 12 Personen an einem Tisch sitzen, drinnen 6.
  • Im Freien gilt keine allgemeine Maskenpflicht.

Party auf Ibiza: Drohen im Nachtleben Corona-Einschränkungen und Ausgangssperren?

Da die Corona-Zahlen vor allem durch die vielen Infektionen junger, meist noch ungeimpfter Menschen stark angestiegen sind, will die Regionalregierung der Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, das Nachtleben ab dem Wochenende stark einschränken. Vor allem die sogenannten Botellones, Partys im Freien mit viel Alkohol, sollen verhindert werden, indem Strände und Parks zwischen 1 und 6 Uhr geschlossen werden und in der Zeit auch nur Treffen von Menschen aus demselben Haushalt erlaubt sein sollen. Allerdings muss die Justiz noch grünes Licht geben, was nicht als sicher galt

Rückkehr aus Ibiza-Urlaub: Was man bei der Einreise nach Deutschland beachten muss

  • Reisende, die sich innerhalb der letzten 10 Tage in einem Risikogebiet, wie es Ibiza gerade ist, aufgehalten haben, müssen vor der Einreise die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Das ist möglich über das digitale Einreiseportal.
  • Alle Personen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen, müssen vor Abflug ein negatives Coronatest-Ergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen – unabhängig davon, ob sie in einem Risikogebiet waren oder nicht. Der Test darf maximal 48 Stunden alt sein (Antigen-Test) oder 72 Stunden (PCR).
  • Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss eigentlich direkt nach Ankunft zuhause in Quarantäne. Diese häusliche Quarantäne kann aber vorzeitig beendet werden, wenn ein Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung über das Einreiseportal übermittelt wurde. Gleiches gilt auf für einen negativen Testnachweis. Wenn diese Nachweise schon vor der Einreise übermittelt werden, ist eine Quarantäne erst gar nicht erforderlich.

So steht es um den Tourismus auf Ibiza

Die Leiterin eines großen Hotels auf Ibiza, Alicia Reina, sieht schwere Zeiten auf die Tourismusbranche zukommen, sollte Deutschland den Corona-Hotspot Spanien als Hochinzidenzgebiet einstufen. „Wenn sich das bewahrheitet, wäre es keine gute Nachricht“, sagte die die Präsidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Tourismusbranche setze aber auf die Impfkampagne, die gut vorankomme.
„Die Daten werden sich hoffentlich bald zum Besseren ändern, während Spanien hart daran arbeitet, die notwendigen Maßnahmen zur Umkehr der Entwicklung umzusetzen“, sagte Reina. Man müsse wohl lernen, mit dem Virus zu leben, und dabei vor allem die Lage in den Krankenhäusern und dort auf den Intensivstationen im Blick behalten.

Ibiza Wetter: Wie sind die Temperaturen, wann ist die beste Reisezeit für die Insel?

Es wird heiß Ende Juli und Anfang August: Die Temperaturen liegen laut der Wettervorhersage von wetter.com meist zwischen 27 und 33 Grad auf Ibiza in den nächsten zwei Wochen. Kein Wunder, gehören doch Juli und August zu den heißesten Monaten auf der Insel. Im Sommer scheint die Sonne auf Ibiza bis zu 11 Stunden. Doch auch im September und Oktober lohnt sich eine Reise, denn in dieser Zeit kann man auch mit Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad rechnen. Im warmen Mittelmeer lässt es sich auch dann noch gut baden. Als beste Reisezeit für Ibiza gelten die Monate Juni bis Oktober. Auch die Winter sind auf Ibiza mild – die Insel gilt als die wärmste der Balearen.

Hochinzidenzgebiet: Urlaub stornieren? Das gilt jetzt

Viele Menschen haben sich auf ihren Urlaub auf Mallorca, den Kanaren oder an der Costa Blanca gefreut. Doch nun wird Spanien zum Hochinzidenzgebiet. Ergibt sich aus dieser Hochstufung das Recht, die gebuchte Pauschalreise ohne Stornogebühren abzusagen - sofern man dies denn möchte?
Die kurze Antwort: Das kann durchaus möglich sein. Aber eine höchstrichterliche Entscheidung gibt es dazu noch nicht.

Wann darf ich eine Pauschalreise kostenlos stornieren?

Generell gilt: Die Reise muss durch sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt sein. So sieht es das in Deutschland geltende Pauschalreiserecht vor. Wann dies der Fall ist, lässt sich aber nicht immer so genau sagen.
Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt als starkes Indiz für außergewöhnliche Umstände. Vor der Pandemie bedeutete die Warnung der Bundesregierung de facto ein kostenloses Stornorecht.
Als aber lange Zeit jedes Corona-Risikogebiet eine Reisewarnung bekam, änderte sich dieser Automatismus. Mittlerweile kommt es auch darauf an, ob die Reisewarnung schon zum Zeitpunkt der Buchung bestand. Dann ergibt sich nach Ansicht mancher Gerichte nicht unbedingt ein kostenloses Rücktrittsrecht. Denn das Risiko war von Anfang an bekannt. Dieser Auffassung schließt sich zum Beispiel auch das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) in Kehl an.

Was heißt das nun konkret für Spanien?

Die Reisewarnung ist ein Indiz für außergewöhnliche Umstände, aber nicht das einzige. Auch andere Faktoren können eine Rolle spielen. Die vom Gesetz geforderten unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstände müssen laut EVZ objektiv gegeben sein und auch noch zum Zeitpunkt der Reise bestehen. Entscheidend sei die Situation vor Ort.
- Erster Faktor: Für Spanien wird nun formal erneut eine Reisewarnung ausgesprochen. Die Warnungen waren für einfache Risikogebiete aufgehoben worden, nicht aber für Hochinzidenzgebiete.
- Zweiter Faktor: Ungeimpfte Urlauberinnen und Urlauber müssen laut der geltenden Einreiseverordnung der Bundesregierung mindestens fünf Tage in Quarantäne, wenn sie aus einem Hochrisikogebiet heimkehren. Die notwendige zweite Impfung, um diesem Szenario zu entgehen, lässt sich in der Regel auch nicht einfach vorziehen. Und Kinder unter zwölf Jahren können sich ohnehin nicht impfen lassen.
Nach Ansicht des EVZ dürfte dieser Punkt aber nicht in die Beurteilung einfließen, weil die Quarantäne erst zu Hause ansteht. Es gebe aber auch Juristen, die in einer unabwendbaren Quarantäne eine Störung der Geschäftsgrundlage nach Paragraf 313 BGB sehen. Hier bleibt abzuwarten, wie Gerichte das bewerten werden.
- Dritter Faktor: Angesichts der hohen Fallzahlen in Spanien besteht ein höheres Corona-Infektionsrisiko als noch vor wenigen Wochen. Zudem führen die Behörden wieder strengere Maßnahmen ein.
„Das sind alles Faktoren, mit denen Urlauber bei der Buchung ihrer Spanien-Reise noch nicht rechnen mussten“, sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Sich als Reiseveranstalter auf die bekannte Gefahr durch Corona zu berufen, reicht seiner Ansicht nach nicht.
Degotts Einschätzung lautet daher: „Pauschalurlauber haben eher gute Chancen, kostenlos von ihrer Reise zurücktreten zu können.“
Das EVZ sieht das ähnlich: „Reisende können aus unserer Sicht kurz bevorstehende Pauschalreisen in Länder, für die eine Reisewarnung ausgesprochen wird, grundsätzlich unter Berufung auf außergewöhnliche Umstände kostenlos stornieren.“ Kurz bevorstehend heißt hier: ungefähr ab vier Wochen vor Reiseantritt.
Anders beurteilt das die Reisewirtschaft: „Die Hochstufung eines Zielgebietes in ein Hochinzidenzgebiet begründet aus Sicht des Deutschen Reiseverbands nicht automatisch das Recht auf eine kostenlose Stornierung“, erklärt DRV-Sprecherin Kerstin Heinen und verweist auf das Ausstehen eines höchstrichterlichen Urteils. „Grundsätzlich bemühen sich die Reiseveranstalter, individuelle, kundengerechte Lösungen herbeizuführen“, ergänzt sie.

Was gilt für Individualtouristen?

Wer seinen Urlaub eigenständig gebucht hat, für die oder den gilt das Pauschalreiserecht nicht. Das heißt konkret: Solange der gebuchte Flug stattfindet, ergibt sich kein kostenloses Rücktrittsrecht. Reisende können hier lediglich vom gebührenfreien Umbuchen Gebrauch machen, das die meisten Fluggesellschaften anbieten.
Für Unterkünfte gilt: Wer ein Hotel mit kurzfristiger Storno-Option gebucht hat, kann diese Möglichkeit nutzen. Ansonsten fallen die Stornierungsgebühren wie vertraglich vereinbart an. Das Gleiche gilt für Ferienwohnungen. Solange die Unterkunft geöffnet und auch erreichbar ist, ergibt sich allein durch die Einstufung eines Landes als Hochrisikogebiet noch kein Gratis-Stornorecht.
Jeder Individualreisende muss also eigenverantwortlich entscheiden, ob er die Reise absagt, verschiebt oder antritt - und die möglichen finanziellen Folgen dieser Entscheidung in Kauf nehmen.

Urlaub im Sommer 2021 trotz Corona: Welche Regeln gelten in anderen Ländern?

In vielen Ländern gelten aktuell wegen hoher Inzidenzwerte strenge Corona-Regeln. Einige Länder sind als Risikogebiete eingestuft worden. Wo ist Urlaub im Sommer 2021 also überhaupt noch möglich? Und welche Bestimmungen gelten an beliebten Urlaubszielen aktuell? Eine Übersicht: