Ob mit Themenboot oder Schlauchboot zum Nabada auf die Donau, als Zuhörer bei der Schwörrede oder mittendrin im Party-Getümmel in der Innenstadt: Der Schwörmontag in Ulm bietet auch 2022 wieder für jeden was, der gerne im großen Stil feiert. Einheimische wie Touristen scharen sich zu Tausenden in den Gassen, auf den Plätzen, am Donauufer und auf dem Fluss selbst.
Nach zwei Jahren, in denen wegen Corona fast das gesamte Programm abgesagt wurde, soll der Schwörmontag 2022 wieder regulär stattfinden. Doch was genau wird am Schwörmontag gefeiert?

Wann findet der Schwörmontag 2022 statt?

Der Schwörmontag findet am Montag, 18.07.2022, statt. Gegen 11 Uhr hält der Oberbürgermeister der Stadt die sogenannte Schwörrede auf dem Weinhof in Ulm. Gegen 16 Uhr findet dann das Nabada auf der Donau statt.
In Ulm nimmt man den Stadtfeiertag im Übrigen sehr ernst: Viele Ulmer und Neu-Ulmer Geschäfte, Büros und Behörden (auch manche Hochschulen) sind nachmittags geschlossen.

Was gehört zum Programm beim Schwörmontag 2022?

  • 11 Uhr: Schwörfeier mit Schwörrede des Ulmer Oberbürgermeisters Gunter Czisch am Schwörhaus auf dem Weinhof.
  • 16 Uhr: Start des Nabada auf der Donau. Ein öffentlicher Wasserumzug auf der Donau, der auch schon eine jahrhundertelange Tradition hat. Hier lest ihr mehr zu der Veranstaltung und allen wichtigen Regeln
  • Am Abend des Schwörmontag: Party in der gesamten Ulmer Innenstadt – Halligalli in Kneipen, Bars und Clubs sowie DJs, die die Massen zum Tanzen bewegen. Auch in Neu-Ulm finden Events statt.

Was ist der Schwörmontag?

Der Ulmer Schwörmontag ist eine Tradition aus der Zeit, als Ulm noch Freie Reichsstadt war. Im 14. Jahrhundert tobte ein erbitterter Streit um politische Mitbestimmung zwischen den bürgerlichen Patriziern und den Handwerkerzünften. Die Patrizier hatten das Sagen, während die Handwerker wesentlich zum Reichtum der Stadt beitrugen. Folgerichtig sicherten sie sich immer mehr Macht im Stadtrat. Frauen durften allerdings weiterhin nicht mitbestimmen. Die Machtverhältnisse wurden in zwei sogenannten Schwörbriefen festgeschrieben – Kleiner Schwörbrief 1345 und Großer Schwörbrief 1397. Außerdem wurde zu diesem Anlass das Schwörhaus auf dem Weinhof errichtet.
Diese Ereignisse werden jedes Jahr am dritten Montag im Juli gefeiert, dem sogenannten Schwörmontag. Zentrales Element am Vormittag ist die Schwörrede des Oberbürgermeisters (derzeit Gunter Czisch) auf dem Balkon des Schwörhauses. Traditionell legt der OB gegen 11 Uhr Rechenschaft über die politische Lage und Entscheidungen des vergangenen Jahres ab. Zum Ende der Schwörrede folgt die Schwörformel des Oberbürgermeisters: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt.“ Zeitgleich erklingt die Schwörglocke des Ulmer Münsters.
Die Tradition der Ulmer Schwörfeier endete vorerst im Jahr 1802 als der Stadt ihren Status als Freie Reichsstadt aberkannt wurde. 1933 führten die Nationalsozialisten den Brauch wieder ein. Nur zwischen 1945 und 1948 gab es keine Schwörrede: Oberbürgermeister Robert Scholl, Vater der NS-Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl, verzichtete darauf.

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