Seit Wochen leiden die Menschen in Italien unter einer extremen Hitzewelle. An diesem Wochenende, 2. und 3. Juli 2022, wird erneut vor extremer Hitze gewarnt. Es wurde eine Warnung für 22 Städte ausgegeben, der Ministerpräsident des Landes, Mario Draghi, kündigte die Aktivierung eines Notfallplans an. Hier sind alle Infos zur Hitzewelle in Italien.

Hitze in Italien: Diese Städte sind besonders betroffen

In Italien droht am Wochenende zusätzlich zur anhaltenden Trockenheit eine landesweite Hitzewelle. Das Gesundheitsministerium gab in seiner Vorhersage die höchste Hitzewarnstufe für 22 italienische Städte aus. Die 22 Städte sind:
  • Ancona
  • Bar
  • Bologna
  • Bolzano
  • Brescia
  • Cagliari
  • Campobasso
  • Catania
  • Civitavecchia
  • Florenz
  • Frosinone
  • Latina
  • Messina
  • Neapel
  • Palermo
  • Perugia
  • Pescara
  • Reggio Calabria
  • Rieti
  • Rom,
  • Triest
  • Viterbo
In diesen Regionen werden Temperaturen von 40 Grad erwartet.

Dürre in Italien: Verona und Pisa schränken Wassernutzung stark ein

Wegen der sich zuspitzenden Dürre-Krise in Italien hat Verona die Nutzung von Trinkwasser stark eingeschränkt. Dieses darf bis zum 31. August tagsüber nur noch zur Nahrungsaufnahme, zur Körperhygiene und zur Reinigung im Haushalt verwendet werden. Von 6.00 Uhr bis 21.00 Uhr ist es verboten, Gärten und Sportplätze zu bewässern, Autos zu waschen und Schwimmbäder zu befüllen, wie der neue Bürgermeister Damiano Tommasi in einer Verordnung am Wochenende beschloss. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen bis zu 500 Euro.
In der Nacht, also von 21.00 Uhr bis 6.00 Uhr, sind die Tätigkeiten zwar erlaubt, die Stadt bittet aber ihre Bürger, davon abzusehen. Auch in Pisa unterzeichnete Bürgermeister Michele Conti eine ähnliche Anordnung: In der bei Touristen beliebten Stadt in der Toskana darf ab 11. Juli Trinkwasser nur noch im Haushalt verwendet werden.
Italien leidet unter der heftigsten Trockenheit seit Jahrzehnten, viele Flüsse wie etwa der Po weisen die niedrigsten Pegelstände seit mehr als 70 Jahren auf. In etlichen Gemeinden vor allem in Norden müssen die Leute schon seit Wochen Wasser sparen, Tanklaster werden vielerorts zum Auffüllen der Wasserspeicher eingesetzt. Städte wie Mailand haben großen Brunnen schon das Wasser abgedreht.
Ein halbes Dutzend Regionen ersuchte die Regierung in Rom bereits, den Notstand auszurufen, um weitere Hilfsgelder und Einsätze des Zivilschutzes zu ermöglichen. Ministerpräsiden Mario Draghi kündigte an, dass ab Montag entsprechende Schritte folgen könnten.

In Italien herrscht vierlorts Dürre

Wie andere europäische Länder litt Italien in den vergangenen Wochen unter einer ungewöhnlichen Hitzewelle, gleichzeitig fehlte der Regen. Die landwirtschaftlich wichtige Po-Ebene in Norditalien erlebt die schlimmste Dürre seit 70 Jahren. Laut dem größten Bauernverband des Landes, Coldiretti, bedroht die Trockenheit mehr als 30 Prozent der landesweiten Agrarproduktion und die Hälfte der Viehzucht in der Po-Ebene. Dort wird vor allem der Parmaschinken produziert.
Der Wasserspiegel des Lago Maggiore und des Gardasees liegen deutlich tiefer als sonst für diese Jahreszeit üblich. Auch der Tiber, der durch Rom fließt, führt Niedrigwasser.
Weitere Folge der Dürre: Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging deutlich zurück. Wasserkraftwerke gibt es vor allem in den Bergen im Norden des Landes. Sie liefern normalerweise fast ein Fünftel des in Italien benötigten Stroms.

Hitzewelle in Italien2022: Wie sollte man sich verhalten?

Die Experten warnen vor negativen Auswirkungen auf die Gesundheit durch die Hitze. Sie raten etwa, zwischen 11.00 und 18.00 Uhr nicht in die Sonne zu gehen und verkehrsreiche Orte zu meiden.
Unterdessen spitzt sich die Dürre-Situation am längsten Fluss Italiens, dem Po, weiter zu. Ministerpräsident Mario Draghi kündigte Maßnahmen wegen der Trockenheit an. Von Montag (4. Juli) an werde sich die Regierung um Notfallpläne in den betroffenen Landesteilen kümmern. Dies fordern die Regionen vor allem im Norden schon seit Wochen. Draghi wies auch auf strukturelle Probleme hin: So seien die Wasserspeicherbecken und die Leitungen des Landes teils in so einem maroden Zustand, dass darin 30 Prozent des Wassers verloren gehe.

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mit AFP