Schwörmontag 2023 Ulm: Was alle über das Ulmer Stadtfest wissen müssen

Ob es dieses Jahr wieder so voll wird auf der Donau beim Nabada? Das Wetter könnte dem Tag einen Strich durch die Rechnung machen.
Volkmar KönnekeAm Montag, 24. Juli 2023, wird es wieder wild, laut, nass und bunt in Ulm: Die Stadt feiert den Schwörmontag, das wichtigste Ulmer Stadtfest des Jahres. Das Highlight des Tages ist sicherlich das Nabada, bei dem die Ulmerinnen und Ulmer sowie Gäste aus nah und fern in Schlauchbooten die Donau „hinunter baden“ - Nabada, eben.
In unserem Liveticker können Sie verfolgen, was am heutigen Schwörmontag in Ulm und Neu-Ulm los ist.
Für OB Gunter Czisch wird es ein „wirklich besonderer Schwörmontag“, sagt er am Mittwoch, 12. Juli, bei einer Pressekonferenz im Schwörsaal. Hinter ihm der Balkon, auf dem er am 24. Juli kurz vor 12 Uhr wieder schwören wird, Armen und Reichen ein gemeiner Mann zu sein.
Ein besonderer Tag deshalb, sagt Czisch, weil es der erste „wirklich unbeschwerte Schwörmontag seit 2019“ wird. Im vergangenen Jahr fand der Stadtfeiertag zwar bereits wieder in regulärer Form statt, trotzdem sei die Pandemie noch präsent gewesen. Jetzt freut er sich auf einen Schwörmontag, wie man ihn kennt und schätzt.
Doch was ist an dem Tag alles geboten und was hat es mit Schwörmontag eigentlich auf sich hat? Das erklären wir in diesem Artikel.
Schwörmontag 2023: Wann ist das Ulmer Stadtfest?
Der Schwörmontag findet immer am vorletzten Montag im Juli statt - in diesem Jahr ist das der 24. Juli. Offizieller Start des Stadtfestes ist um 11 Uhr mit der sogenannten Schwörrede des amtierenden Oberbürgermeisters, in diesem Fall Gunter Czisch, auf dem Weinhof. Gegen 16 Uhr beginnt dann das Nabada auf der Donau.
In Ulm nimmt man den Stadtfeiertag im Übrigen sehr ernst: Viele Ulmer und Neu-Ulmer Geschäfte, Büros und Behörden (auch manche Hochschulen) sind nachmittags geschlossen.
Schwörmontag 2023: Neue Technik kommt zum Einsatz
Erstmals kommt eine besondere Technik zum Einsatz, die an den Hotspots in der Stadt Besucherströme misst. Die Daten werden für ein Modellprojekt erhoben, das untersucht, wie die Rettungskette und der Bevölkerungsschutz mit dem neuen 5G-Mobilfunkstandard verbessert werden kann. Die Ulmer und Neu-Ulmer Polizei ist „mit ausreichend Kräften“ im Einsatz, der Kommunale Ordnungsdienst mit voller Mannstärke von acht Mitarbeitern unterwegs.
Programm am Schwörmontag: Was gehört dazu?
11 Uhr: Schwörfeier mit Schwörrede des Ulmer Oberbürgermeisters Gunter Czisch am Schwörhaus auf dem Weinhof. Eine Gebärdendolmetscherin wird die gesamte Schwörrede für Menschen mit Hörbehinderung simultan in Gebärdensprache übersetzen. Menschen mit Hörbehinderung dürfen im vorderen linken Bereich des Weinhofs Platz nehmen, um gute Sicht auf die Dolmetscherin zu haben.
16 Uhr: Start des Nabada auf der Donau. Ein öffentlicher Wasserumzug auf der Donau. Mit dabei sind auch die Themenboote, die lokale und nationale Politik aufs Korn nehmen. Viele Ulmerinnen und Ulmer, aber auch Gäste nehmen am Umzug in Schlauchboten teil. In diesem Jahr könnte es jedoch nicht nur auf der Donau beim Nabada nass werden: Regen und auch Gewittern sind für den 24. Juli angesagt. Das hätte auch Auswirkungen auf den Wasserumzug.
Am Abend des Schwörmontag: Party in der gesamten Ulmer Innenstadt – Halligalli in Kneipen, Bars und Clubs sowie DJs, die die Massen zum Tanzen bewegen. Auch in Neu-Ulm finden Events statt.
Was ist eigentlich der Schwörmontag?
Der Ulmer Schwörmontag ist eine Tradition aus der Zeit, als Ulm noch Freie Reichsstadt war. Im 14. Jahrhundert tobte ein erbitterter Streit um die politische Mitbestimmung zwischen den bürgerlichen Patriziern und den Handwerkerzünften. Die Patrizier hatten das Sagen, während die Handwerker wesentlich zum Reichtum der Stadt beitrugen. Folgerichtig sicherten sie sich immer mehr Macht im Stadtrat. Frauen durften allerdings weiterhin nicht mitbestimmen. Die Machtverhältnisse wurden in zwei sogenannten Schwörbriefen festgeschrieben – Kleiner Schwörbrief 1345 und Großer Schwörbrief 1397. Außerdem wurde zu diesem Anlass das Schwörhaus auf dem Weinhof errichtet.
Diese Ereignisse werden jedes Jahr am vorletzten Montag im Juli gefeiert, dem sogenannten Schwörmontag. Zentrales Element am Vormittag ist die Schwörrede des Oberbürgermeisters auf dem Balkon des Schwörhauses. Traditionell legt der OB gegen 11 Uhr Rechenschaft über die politische Lage und Entscheidungen des vergangenen Jahres ab. Zum Ende der Schwörrede folgt die Schwörformel des Oberbürgermeisters: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt.“ Zeitgleich erklingt die Schwörglocke des Ulmer Münsters, die nur an diesem Tag geläutet wird.
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