EU Mitglieder 2023
: Diese Länder sind Mitglieder und Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU)

Die EU ist mit dem Austritt Großbritanniens 2020 das erste Mal um ein Land kleiner geworden. Wie viele Mitglieder hat die EU aktuell und wie laufen die Beitrittsverhandlungen?
Von
David Hahn
Brüssel
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Die Europäische Union ist mit Ausnahme des Austritts von Großbritannien stetig gewachsen. Die Mitgliedsländer und Beitrittsverhandlungen, sowie deren Anforderungen im Überblick.

Pascal Bastien/dpa

Um innen– wie außenpolitische Herausforderungen besser meistern zu können, schließen sich in der Europäischen Union (EU) mehrere Mitgliedsstaaten zusammen und geben bestimmte Kompetenzen ab, die dann auf europäischer Ebene geregelt werden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels, dem Krieg in der Ukraine und Migration sowie zwischen Großmächten wie China, Russland und den USA ist die EU 2023 dabei vor große Herausforderungen gestellt. Welche Länder sind 2023 Mitglieder der EU? Wer ist derzeit im Beitrittsverfahren und welche Anforderungen gibt es dabei zu beachten?

Die Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) 2023

Die Europäische Union (EU) ist ein politisch und wirtschaftlich bedeutender Zusammenschluss von derzeit 27 Mitgliedstaaten. Bisher hat mit Großbritannien erst ein Land in der Geschichte der EU die Union wieder verlassen. Die verbleibenden Mitgliedstaaten sind laut dem Auswärtigen Amt in alphabetischer Reihenfolge:

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweden
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechische Republik
  • Ungarn
  • Zypern

Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) erweitert diesen Kreis um Island, Liechtenstein und Norwegen.

Die Beitrittsverfahren und –Kandidaten der Europäischen Union (EU)

Die EU ist grundsätzlich offen für neue Mitglieder, die bestimmte Standards erfüllen und führt derzeit Beitrittsverhandlungen mit verschiedenen Ländern. Hier ist ein Überblick über die aktuellen Beitrittskandidaten:

Die Türkei hat seit 2005 Beitrittsverhandlungen mit der EU begonnen. Diese sind jedoch in den letzten Jahren aufgrund der Situation von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechtsverletzungen und der Zypernproblematik ins Stocken geraten. Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Georgien haben den Status potenzieller Beitrittskandidaten, was bedeutet, dass sie ihre Beziehungen zur EU vertiefen und Reformen umsetzen, um die Anforderungen für eine zukünftige Mitgliedschaft zu erfüllen. Montenegro hat sich im Jahr 2012 auf den Weg gemacht, EU–Mitglied zu werden. Die Verhandlungen befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, und das Land hat bereits bedeutende Fortschritte bei der Umsetzung von Reformen erzielt. Serbien hat seit 2014 offizielle Beitrittsverhandlungen mit der EU geführt. Ähnlich wie Montenegro hat auch Serbien Reformen durchgeführt, um die EU–Anforderungen zu erfüllen. Der EU–Beitritt ist jedoch nur unter der Voraussetzung möglich, dass die Beziehungen zwischen Serbien und Kosovo abschließend geklärt sind. Dies gilt für beide Länder. Albanien und Nordmazedonien haben im Jahr 2022 offiziell Beitrittsverhandlungen aufgenommen. Sowohl Moldau als auch die Ukraine haben ihren Wunsch nach einer EU–Mitgliedschaft bekundet und befinden sich in einem frühen Stadium des Bewerbungsprozesses.

Kopenhagener Kriterien: Die Anforderungen für Beitrittsverhandlungen mit der EU

Die Aufnahme neuer Mitglieder in die EU ist ein langwieriger Prozess, der viele politische, wirtschaftliche und rechtliche Anforderungen mit sich bringt. Notwendige Voraussetzungen sind dabei die Stabilität der Institutionen, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte sowie Achtung und Schutz von Minderheiten. Weiterhin muss eine funktionierende Marktwirtschaft vorliegen und die gemeinschaftlichen Regeln, Standards sowie Politiken in Gesamtheit des EU–Rechts übernommen werden. Der Europäische Rat von Kopenhagen formulierte diese Anforderungen zum EU–Beitritt im Jahr 1993 als die sogenannten „Kopenhagener Kriterien“.

Der große Europa–Vergleich

Lebenserwartung, Durchschnittseinkommen, Geburtenrate, Anzahl der Ferientage, Sex–Häufigkeit: Wir vergleichen in unserer Reihe die einzelnen Länder in Europa miteinander. Hier sind die bislang erschienen Beiträge des großen Europa–Vergleichs: