Rentenalter im Vergleich: Wann gehen die Menschen in Rente? - Der große Europa-Vergleich

Immer wieder wird über das Renteneintrittsalter diskutiert. Wie hoch ist das Renteneintrittsalter in Deutschland und anderen europäischen Ländern? Ein Überblick.
Ulm
Ein Artikel von
Emily Bader

Für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gibt es zum 1. Juli das zweite Jahr in Folge eine deutliche Erhöhung der Rente. Wann gehen eigentlich die Menschen in anderen europäischen Ländern in Rente?

Julian Stratenschulte

In Frankreich gehen seit einigen Wochen hunderttausende Menschen auf die Straße, um gegen die umstrittene Rentenreform zu protestieren. Die französische Regierung will das Renteneintrittsalter bis 2030 von 62 auf 64 Jahre anheben. Auch in Deutschland wird das Thema des Renteneintrittsalters immer wieder diskutiert. Gehen die Deutschen im europäischen Vergleich eher früh oder spät in Rente? Welche Länder haben das niedrigste und welche das höchste Renteneintrittsalter? Wir liefern die Antwort im „Großen Europa-Vergleich“:

Wo in Europa ist das Renteneintrittsalter am höchsten und wo am niedrigsten?

In Island und Norwegen ist das Renteneintrittsalter mit 67 Jahren aktuell am höchsten. In der Türkei ist das Renteneintrittsalter im europäischen Vergleich am niedrigsten. Dort dürfen die Menschen schon mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen.

Das Renteneintrittsalter in Deutschland im europäischen Vergleich

Das offizielle Renteneintrittsalter ist in Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern in Europa relativ hoch. Das Eintrittsalter für die Rente wird hierzulande seit 2012 schrittweise heraufgesetzt. Entscheidend ist das Geburtsjahr. Wer 1952 geboren ist, hat sein Rentenalter (Regelaltersgrenze) mit 65 Jahren und sechs Monaten erreicht. Für jeden weiteren Jahrgang bis zum Geburtsjahr 1958 kommt ein Monat dazu. Für spätere Jahrgänge steigt das Renteneintrittsalter um jeweils zwei Monate. Ab Jahrgang 1964 gilt die Altersgrenze von 67 Jahren. Damit ist das Renteneintrittsalter in Deutschland teilweise genau so hoch wie in Island (67 Jahre) und Norwegen (67 Jahre), in denen im europäischen Vergleich das höchste Renteneintrittsalter gilt.

Das Renteneintrittsalter in den europäischen Ländern im Überblick

Wann Menschen in Europa in Renten gehen können unterscheidet sich von Land zu Land. 2019 wurde das Renteneintrittsalter in den OECD-Staaten erfasst. Anhand dieser Daten lässt sich ein Ranking über das reguläre Renteneintrittsalter in den untersuchten europäischen Ländern erstellen:

  • Island: 67 Jahre
  • Norwegen: 67 Jahre
  • Italien: 66,6 Jahre
  • Vereinigtes Königreich: 66 Jahre
  • Irland: 66 Jahre
  • Niederlande: 65,8 Jahre
  • Deutschland: 65,6 (+) Jahre
  • Dänemark: 65 Jahre
  • Portugal: 65,2 Jahre
  • Schweden: 65 Jahre
  • Schweiz: 65 Jahre
  • Finnland: 65 Jahre
  • Polen: 65 Jahre
  • Österreich: 65 Jahre
  • Spanien: 65 Jahre
  • Belgien: 65 Jahre
  • Ungarn: 64,5 Jahre
  • Frankreich: 63,3 Jahre
  • Litauen: 63,6 Jahre
  • Lettland: 62,8 Jahre
  • Estland: 63,3 Jahre
  • Tschechien: 63,2 Jahre
  • Slowakei: 62,2 Jahre
  • Luxemburg: 62 Jahre
  • Slowenien: 62 Jahre
  • Griechenland: 62 Jahre
  • Türkei: 60 Jahre