Großbritannien trauert - und wer der gestorbenen Königin die letzte Ehre erweisen will, kann sich nun am Sarg von Elizabeth II. verabschieden. Vier Tage lang hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, in Westminster Hall 23 Stunden täglich Abschied von der verstorbenen Regentin zu nehmen. Unzählige Menschen nutzten seit Mittwoch die Möglichkeit, am Sarg innezuhalten. Ist dieser geöffnet?

Was bedeutet Aufbahrung?

Aufbahrung bedeutet die Ausstellung einer verstorbenen Person. Die Aufbahrung passiert eigentlich fast immer auch im Privaten, damit sich Familienmitglieder und Geliebte von der Verstorbenen verabschieden können. Der Sarg wird meistens geschlossen, manchmal aber auch offen aufgestellt. Wo der Sarg im Privaten aufgebahrt wird, dürfen die Nächststehenden entscheiden.

Aufbahrung der Queen: Wird es einen offenen Sarg geben?

Bei der Aufbahrung der Queen wird es keinen offenen Sarg geben. Der Sarg wird auf einem mit purpurfarbenem Stoff bedeckten Katafalk aufgebahrt. Er wird auf einer kleinen Plattform stehen, an jeder Ecke wird eine Wache stehen, damit die Menschen nicht zu nah herantreten.

Wann ist die Aufbahrung des Sargs?

Der Sarg der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. wird am Dienstag nach London übergeführt. Vom schottischen Edinburgh aus werden die sterblichen Überreste der Queen in Begleitung von Prinzessin Anne von der Royal Air Force auf den Stützpunkt Northolt nahe London geflogen. Anschließend wird der Sarg in den Buckingham-Palast gebracht, wo er über Nacht im Bow Room aufgebahrt wird.
Der Sarg ist von Mittwoch, den 14. September, an in der Westminster Hall in London aufgebahrt. Mehr Details dazu gibt es diesem Artikel hier.
Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II. So ist der zeitliche Ablauf der Beerdigung der Königin

London

Sarg der Queen: Eine Sonderanfertigung aus Eiche und Blei

Der aufgebahrte Sarg wurde einem Bericht zufolge bereits vor mehr als drei Jahrzehnten angefertigt und weist einige Besonderheiten auf: Der Sarg der Queen wurde nach Informationen der "Times" vor mindestens 32 Jahren aus englischer Eiche gefertigt. Dieses Holz wird mittlerweile immer seltener genutzt, die meisten Holzsärge sind aus amerikanischer Eiche. Ausgekleidet ist der Sarg einer Tradition der Royals folgend mit Blei. Dies trägt dazu bei, den Leichnam nach seiner Beisetzung in einer Krypta länger zu erhalten, im Falle der Queen in der König-George VI.-Gedächtniskappelle innerhalb der St. Georgskapelle auf Schloss Windsor. Das Blei soll den Sarg luftdicht abschließen, so dass auch keine Feuchtigkeit eindringen kann. Allerdings macht das Metall den Sarg deutlich schwerer. Acht Sargträger werden für ihn benötigt. Auch der Sarg von Prinz Philip, dem im April 2021 verstorbenen Ehemann der Queen, hat solch eine Bleiauskleidung. Bestatter der königlichen Familie ist die Londoner Firma Leverton & Sons, allerdings erst seit 1991. Der Sarg für die Queen war damals schon fertig und das Unternehmen weiß nach eigenen Angaben nicht, wer ihn gefertigt hat, wie die "Times" berichtete.

Aufbahrung von Prinz Philip und der Queen Mother

Auch andere Royals wurden in der Vergangenheit aufgebahrt. Zuletzt war es aber nicht Prinz Philip, der 2021 verstorbene Ehemann der Queen. In der Hochphase der Covid-19-Pandemie gab es keine öffentliche Aufbahrung. Auch die Beerdigung fand in einer anderen, stark reduzierten Form statt.
Die letzte öffentliche Aufbahrung einer Royal war nach dem Tod von Elizabeth, The Queen Mother im Jahr 2002. Damals kamen 200.000 Menschen, um ihren Sarg in der Westminister Hall zu besichtigen.
Weitere öffentliche Aufbahrungen in Großbritannien:
  • 1898 - William Ewart Gladston
  • 1910 - König Edward VII
  • 1936 - König George V
  • 1952 - König George VI
  • 1953 - Königin Mary
  • 1965 - Sir Winston Churchill
  • 2002 - Queen Elizabeth the Queen Mother.

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mit AFP