Tübinger Spendenaktion: 180.000 Euro für acht soziale Projekte: So wird das Geld verteilt

Am Dienstanachmittag kamen die Projektverantwortlichen ins TAGBLATT, von links: Tim Hager (Geschäftsführer), Jan-Christoph Wiborg (Vesperkirche), Elisabeth Frate (ehemalige Verlegerin), Magdalena Bausenhart (Eckpunkt), Debby Böhm (Diakonisches Werk), Lisa Maria Sporrer (Redakteurin), Anne Kreim (Tierheim), Edith Ramminger (Kranke Kinder in der Schule), Christiane Schweizer (Tischtennis bei Parkinson), Armin Krohe-Amann (Pfunzkerle), Lothar Hallmayer (RSKV).
Anne Faden- TAGBLATT-Weihnachtsspendenaktion: 850 Spender gaben 176.754,33 Euro, auf 180.000 aufgerundet.
- Acht Projekte profitieren: Vesperkirche 39.500 Euro, Eselsbrücke 30.500 Euro.
- Weitere Verteilung: Pfunzkerle 29.000, Tierheim 20.000, Parkinson-Tischtennis 17.500 Euro.
- Außerdem: Diakonisches Werk 16.000, RSKV 14.000, Eckpunkt 13.500 Euro.
- 2026/27 wird Jubiläum: 45 Jahre Aktion; Bestwert 2020/2021 mit 389.722 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als die Reihe dann an Jan-Christoph Wiborg kam, sagte er fast verschämt: „Wenn ich das alles höre, frage ich mich schon, wie wir da überhaupt mit reinrutschen konnten.“ Wir – damit meint er die Vesperkirche. Und was er gehört hatte, war die Vorstellung der Projekte und der Personen, die dahinterstehen. Er blickte in die Runde: „Ich bin geflasht – von so vielen wichtigen Projekten, von so vielen tollen Menschen, die das teils auch noch ehrenamtlich machen.“ – So wie ja die Vesperkirche auch. Anders als manch anderes Projekt aber ist sie mittlerweile eine Institution in Tübingen. Und trotzdem auf Spenden angewiesen.
850 Menschen spendeten zusammen 176.754,33 Euro
Am Dienstagnachmittag war Spendenübergabe in der TAGBLATT-Redaktion. Zwei Monate lang konnten Leserinnen und Leser bei der Weihnachtsspendenaktion für acht Projekte spenden. Und die Summe, die dabei zusammenkam, war fantastisch: 850 Menschen und Institutionen spendeten zusammen 176.754,33 Euro – die von der SÜDWEST PRESSE auf glatte 180.000 Euro aufgerundet wurden. Und weil etliche Spenderinnen und Spender die Möglichkeit nutzten, für bestimmte Projekte zu spenden, ist die Verteilung der Summe so:
- 39.500 Euro davon erhält die Tübinger Vesperkirche.
- 30.500 Euro bekommt der Verein Eselsbrücke – Kranke Kinder in der Schule.
- 29.000 Euro gehen an den Verein Pfunzkerle.
- 20.000 Euro bekommt das Tierheim.
- 17.500 Euro wurden an die Parkinson-Tischtennisgruppe gespendet.
- 16.000 Euro bekommt das Diakonische Werk für seine Arbeit in der Erstaufnahmeeinrichtung für besonders schutzbedürftige Geflüchtete in Tübingen.
- 14.000 Euro gehen an die Abteilung Kinder- und Jugendsport des Rollstuhlsport- und Kulturvereins Tübingen (RSKV).
- 13.500 Euro bekommen die Gruppenangebote für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen des Zentrums für Gemeindepsychiatrie in Rottenburg („Eckpunkt“).
Elisabeth Frate, die langjährige Verlegerin des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs, die zum Ende des Jahres 2023 als Verlegerin aufgehört hat, die Weihnachtsspendenaktion aber weiterhin betreut, sagte: „Die Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser ist unheimlich beeindruckend. Ich bedanke mich bei allen, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben.“ Dabei war es anfangs nicht klar, ob acht Projekte nicht doch zu viele sind. „Das war für uns schließlich auch etwas Neues: gleich acht tolle Projekte“, sagte Tim Hager, Geschäftsführer der SÜDWEST PRESSE Neckar-Alb. Üblicherweise wurden bei der Weihnachtsspendenaktion (die es seit 1981 gibt) nämlich immer zwei, gelegentlich auch drei und in Ausnahmen mal vier Projekte unterstützt. Acht aber gab es noch nie.
Alles zur Weihnachtsspendenaktion 2025/26
Das waren die Artikel zu den acht Projekten, für die das SCHWÄBISCHE TAGBLATT zwei Monate lang Spenden gesammelt hat.
- Spendenaktion in Tübingen und der Region: Achtmal Gutes tun
- Weihnachtsspendenaktion: Wir können so vielen helfen!
- Rollstuhlsport – „Kinder haben noch keine Bilder im Kopf“
- Die Eselsbrücke gibt psychisch kranken Kindern eine Stimme
- Erstaufnahmestelle: Das Leben in der Warteschleife erträglicher machen
- Der Tübinger Vesperkirche geht das Geld aus
- WP Wohnprojekt: „Das darf einfach nicht aufhören“
- Pfunzkerle: Kein gesetzlicher Anspruch auf Beratung für männliche Gewaltopfer
- Pfunzkerle: Was bedeutet vielfältiges Mannsein, Herr Krohe-Amann?
- „Man läuft bei Parkinson Gefahr, sich einzuschließen“
- Die ganze Familie im Rollstuhl unterwegs
- „Wie gut die Kinder mit Tieren umgehen“ – ein Morgen auf dem Lebenshof
- Tischtennis gegen Parkinson: Nach der Diagnose war die Welt zunächst eine andere
- Vesperkirche: Eine Gemeinschaft, die wachsen soll
Weil viele Vereine und Initiativen aber unter den Sparzwängen der Kommunen leiden, teils ihre Angebote einstellen müssen, gab es in diesem Jahr viel mehr Bewerbungen von Projekten und Initiativen für die Weihnachtsspendenaktion als in den vergangenen Jahren. Und das TAGBLATT wollte möglichst viele unterstützen. „Besonders schön finde ich es, dass bei der Weihnachtsspendenaktion auch kleinere Initiativen mit aufgenommen wurden“, sagte Edith Ramminger, Vorsitzende des Vereins Kranke Kinder in der Schule. „Dank der Spenden können wir in diesem Jahr gut unsere Arbeit weitermachen.“ In diesem Punkt waren sich alle Projektverantwortlichen einig: Christiane Schweizer, die die Tischtennisgruppe für Menschen mit Parkinson in Tübingen initiiert hat; Anne Kreim, die den Vorsitz des Tierschutzvereins übernommen hat mit dem erklärten Ziel, das Tierheim zu retten; Magdalena Bausenhart, die in Rottenburg die Angebote im „Eckpunkt“ koordiniert und Lothar Hallmayer, Trainer für Kinder und Jugendliche beim RSKV.
Ein Dank an die Spenderinnen und Spender
Die Spendenaktion habe den Verein ein Stück weit getragen über die vergangenen zwei Monate, sagte Armin Krohe-Amann von den Pfunzkerlen. „Es ist auch wichtig, Öffentlichkeit zu bekommen“, sagte er. Besonders für Vereine, die in Bereichen arbeiten, die sonst kaum Öffentlichkeit bekommen, Täterberatung beispielsweise. „Das Geld wird in kein konkretes Projekt bei uns fließen. Aber mit den Spenden können wir viel entspannter in das Jahr 2026 gehen“, so Krohe-Amann. Und Debby Böhm vom Diakonischen Werk, die in der Erstaufnahmeeinrichtung für besonders schutzbedürftige Geflüchtete in Tübingen das Ehrenamt koordiniert, sagte: „Die Frauen, die zu uns kommen, bringen viel Übles mit. Und manchmal werden sie auch noch Übles erleben. Aber für den Moment, hier bei uns, können wir etwas tun. Wir können jetzt Kurse zur Traumabewältigung weiterführen und neue Kurse anbieten, Kunsttherapie beispielsweise.“
In einer Dankeskarte, die Debby Böhm zur Spendenübergabe mitbrachte, steht unter anderem: „Bei den Spenderinnen und Spendern bedanke ich mich vermutlich am besten per Leserbrief. Herzlichen Dank! Ich kann es immer noch kaum fassen.“ Bevor aber nun jedes Projekt einen Leserbrief als Dank an die Spenderinnen und Spender richtet, hier abschließend ein herzliches Dankeschön nicht nur von den glücklichen Projektverantwortlichen, sondern auch von den Verantwortlichen der Spendenaktion!
Bald sind es 45 Jahre TAGBLATT-Spendenaktion
Die kommende Spendenaktion 2026/27 wird sozusagen eine Jubiläumsausgabe: 45 Jahre TAGBLATT-Weihnachtsspendenaktion. Los ging es nämlich 1981 mit drei Projekten (Freundeskreis der beschützenden Werk- und Heimstätten für Behinderte in Gomaringen, Verein Hilfe zur Selbsthilfe, Arbeitskreis Leben). 21.161 Deutsche Mark wurden damals gespendet. Das beste Ergebnis kam im Coronawinter 2020/2021 für Schnelltests, Kunst und Kultur sowie die Palliativstation des Uniklinikums Tübingen zusammen. Es wurden 389.722 Euro gespendet. Im vergangenen Jahr kamen knapp 110.000 Euro zusammen, im Jahr davor knapp 90.000 Euro.
Kleiner Hinweis noch zum Schluss: Die Spendenbescheinigungen werden nicht vom SCHWÄBISCHEN TAGBLATT ausgestellt, sondern von den jeweiligen Empfängern der Spenden. Bis 300 Euro reicht dem Finanzamt aber auch ein Kontoauszug.