Weihnachtsspendenaktion
: Wir können so vielen helfen!

Es gibt immer mehr soziale Projekte und Initiativen, die ihre Angebote einstellen müssen, weil kein Geld mehr dafür da ist. Dagegen will die Weihnachtsspendenaktion des TAGBLATTs etwas tun und hat erstmals acht Projekte ausgesucht, die dringend Spenden brauchen.
Von
Lisa Maria Sporrer
Tübingen
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Weihnachtsspendenaktion Schwäbisches Tagblatt

Weihnachtsspendenaktion Schwäbisches Tagblatt

Sepp Buchegger
  • Die Weihnachtsspendenaktion des TAGBLATTs unterstützt 2023 acht soziale Projekte in Tübingen.
  • Ziel: Angebote retten, die durch fehlende Finanzierung gefährdet sind – Spenden helfen direkt.
  • Projekte reichen von Geflüchtetenhilfe, Gewaltprävention bis zu Rollstuhlsport und Tierheim-Sanierung.
  • Insgesamt werden Beträge zwischen 20.000 und 60.000 Euro pro Projekt benötigt.
  • Spenden sind ab sofort möglich, auch projektbezogen – Kontoangaben im Artikel.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie wäre es, wenn man nicht einem oder zwei, sondern wenn man ganz vielen helfen könnte? Wenn man denen hilft, die anderen helfen wollen. Das ist ja das heimliche Motto hinter den vielen Spendenaktionen, die das SCHWÄBISCHE TAGBLATT seit Jahrzehnten immer um Weihnachten herum durchführt: von Menschen aus der Stadtgesellschaft, für Menschen der Stadtgesellschaft. Leserinnen und Leser, die für diejenigen spenden, die es nötig haben, die Angebote schaffen, damit die Stadtgesellschaft auch weiterhin gut funktionieren kann.

In diesem Jahr gab es viel mehr Bewerbungen von Projekten und Initiativen für die Weihnachtsspendenaktion als in den vergangenen Jahren. Was daran liegen mag, dass es den Kommunen finanziell gerade schlecht geht und auch die Stadt Tübingen nicht mehr alle Vereine und Initiativen so unterstützen kann, wie sie das gerne würde. Bevor aber Angebote eingestellt werden müssen, weil das Geld dafür fehlt, versucht das TAGBLATT in diesem Jahr nicht (wie sonst üblich) zwei Projekte zu unterstützen, sondern möglichst viele. Acht, um genau zu sein. Acht, bei denen man auch mit kleinen Spendenbeträgen schon viel bewirken kann.

Wir werden die einzelnen Projekte, die unterstützt werden sollen, in den kommenden Wochen detaillierter vorstellen, hier schon einmal eine kurze Übersicht.

Die acht Projekte im Einzelnen

  • Projekt 1: „Parkinson“

Die neurodegenerative Erkrankung kann jeden treffen, im Kreis Tübingen sind aktuell geschätzt rund 700 Menschen davon betroffen. Heilbar ist Parkinson noch nicht, gegen die Symptome der Krankheit (wie Zittern, Unbeweglichkeit, Gangunsicherheit oder zu hohe Muskelspannung) kann aber etwas getan werden: Tischtennis spielen. Im Landkreis Tübingen gibt es in Rottenburg-Kiebingen und in Tübingen je eine Tischtennisgruppe, die beide dem Bundesverband „PingPongParkinson“ angehören. Was aber fehlt, sind weitere Tischtennisplatten für die zunehmende Zahl an Spielern. Mit 30.000 Euro wäre den Gruppen für die nächsten fünf Jahre geholfen.

  • Projekt 2: „Pfunzkerle“

Seit 30 Jahren engagiert sich der Verein Pfunzkerle in Tübingen unter anderem für Kinderschutz und Gewaltprävention, arbeitet auch mit Jugendlichen, die sexualisierte Übergriffe begangen haben, und mit Erwachsenen, die körperliche und häusliche Gewalt ausgeübt haben. Ziel ist es, Rückfälle zu verhindern. Die Zahl der Anfragen an die Fachstelle für Jungen- und Männerarbeit steigt aber seit Jahren so stark, dass Angebote eingeschränkt werden müssen. Mit den Spenden sollen Beratungs- und Präventionsangebote ausgebaut werden. Die Lücke im Finanzierungsplan liegt für die Jahre 2025 und 2026 zusammengenommen bei über 50.000 Euro.

  • Projekt 3: „Erstaufnahmestelle“

Unter anderem bietet das Diakonische Werk mit der Ehrenamtskoordination und einer Gewaltschutzstelle Hilfe für Menschen mit Migrationsgeschichte, die in der Erstaufnahmestelle für besonders schutzbedürftige Geflüchtete in Tübingen leben. Es geht dabei um Tagesstrukturierung, um Stabilisierung, auch um Traumabewältigung. Noch gibt es ein paar finanzielle Restmittel, um Projekte wie „Exit“ – dabei geht es um Traumabewältigung – weiterzuführen. Andere Projekte mussten aus Geldmangel bereits eingestellt werden. Um eingestellte Projekte wieder aufleben zu lassen und neue angehen zu können, benötigt das Diakonische Werk rund 33.000 Euro für die kommenden zwei Jahre.

  • Projekt 4: „Tierheim“

Das Dach vom Tierheim ist undicht. Eigentlich müsste schon lange ein neues Tierheim her, der jetzige Zustand ist desolat, das Haus mittlerweile viel zu klein. Damit die Tiere, die dort untergebracht sind, aber nicht auch noch nass werden, hat sich der Tierschutzverein Tübingen und Umgebung einen Kostenvoranschlag für das Dach geben lassen: 60.000 Euro. Von dieser Summe kann das Tierheim aber nur einen sehr kleinen Teil selbst aufbringen.

  • Projekt 5: „Eckpunkt“

Eckpunkt heißt das Zentrum für Gemeindepsychiatrie in Rottenburg, das im ehemaligen Regionalladen am Ehinger Platz Gruppenangebote für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, aber auch für Angehörige, Freunde und Interessierte macht. Einige Angebote, wie die Koch- und Backgruppe, mussten wegen fehlender Finanzierung bereits eingestellt werden. Bis Anfang 2025 lief die Anschubfinanzierung der Postcode Lotterie. Nun befürchtet das Zentrum für Gemeindepsychiatrie, noch mehr Angebote einstellen zu müssen. Um die drei wichtigsten Angebote aufrechterhalten zu können, werden 23.000 Euro benötigt.

  • Projekt 6: „Rollstuhlsport“

Für den Auf- und Ausbau der Abteilung Kinder- und Jugendsport braucht der Rollstuhlsport- und Kulturverein Tübingen (RSKV) rund 20.000 Euro. Ziel des Kinder- und daraus entstehenden Jugendsportangebot ist es, auf spielerische Art einen sicheren Umgang mit dem Rollstuhl zu entwickeln. Ein solches Angebot gibt es beim RSKV schon, aber es fehlt die Grundausstattung, unter anderem Rollstühle.

  • Projekt 7: „Eselsbrücke“

Der Verein Eselsbrücke – Kranke Kinder in der Schule unterstützt psychisch hoch belastete und psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche in Tübingen und der Umgebung. Mehrere Initiativen sind aus dem Verein entstanden, unter anderem das Projekt „Warteschleife“, bei dem psychiatrisch erkrankte Schulkinder eine Schulbegleitung bekommen. Die Projekte der Eselsbrücke werden alle über Spenden finanziert, weil nun aber einige Projekte von Zuschuss-Kürzungen betroffen sind, braucht der Verein 28.000 Euro, um die Projekte weiterführen zu können.

  • Projekt 8: „Vesperkirche“

Die Weihnachtsspendenaktion des TAGBLATTs trug schon vor 17 Jahren durch die Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser dazu bei, eine Anschubfinanzierung für den Vesperkirchen-Start in Tübingen zu geben. Zwischenzeitlich hatte die Vesperkirche sechsstellige Rücklagen. Diese Zeiten sind aber schon lange vorbei. Mit zurückgehender Spendenbereitschaft und stark gestiegenen Essenspreisen sind die Rücklagen auf 64.000 Euro zurückgegangen. Eine dreiwöchige Vesperkirche aber kostet rund 70.000 Euro. Und wenn sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt, wird es eng für die Vesperkirche.