Nichts für schwache Nerven!: Tübingen zum Fürchten: Diese fünf Orte sind nicht nur an Halloween gruselig

Ein „Wahrzeichen der Beständigkeit des Hässlichen und Bedrohlichen in der Welt“: die Unterführung zwischen Schaffhausen- und Eisenbahnstraße.
Lorenz Zeck- Fünf gruselige Orte in Tübingen: von Tunnel bis Kapelle, passend zu Halloween.
- Unterführung Schaffhausen-/Eisenbahnstraße gilt als unheimlich und abschreckend.
- Am Zinserdreieck stören nächtliche Autoposer, illegale Rennen machen Angst.
- Konradskapelle lag bei der Jakobuskirche – einst anatomisches Theater der Uni.
- Brechtbau-Keller wirkt wie Backrooms, Ausfahrt Depot zur Eisenbahnstraße gilt als gefährlich.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Auch in einer beschaulichen Stadt wie Tübingen gibt es Orte, an denen einem ein Schauer über den Rücken läuft. Mal liegt das an ihrer unheimlichen Vergangenheit, mal an ihrer wenig einladenden Erscheinung – und manchmal sogar an ganz realen Gefahren. Passend zu Halloween hat unsere Redaktion einige der gruseligsten Orte Tübingens zusammengestellt.
Wer also noch eine schaurige Kulisse sucht, um sein Halloweenkostüm in Szene zu setzen, oder einen besonders gruseligen Abendspaziergang plant, kann sich hier inspirieren lassen.
Tunnel der „potenziellen Triebtäter“
Die langjährige TAGBLATT-Redakteurin Ulla Steuernagel arbeitete sich vor mehr als 13 Jahren in einem „Übrigens“ gnadenlos an der Unterführung zwischen Schaffhausenstraße und Eisenbahnstraße im Stadtteil Au/Unterer Wert ab: Der rund hundert Meter lange Tunnel sei ein „Wahrzeichen der Beständigkeit des Hässlichen und Bedrohlichen in der Welt“; jeder noch so nette Mann, der ihn durchquere, ein „potenzieller Triebtäter“. Bis heute hat der „unterirdische Schreckensweg“ (Steuernagel) nichts von seinem Horror verloren.
Selbst am helllichten Tag dürfte dort niemand freiwillig länger als nötig verweilen. Spätestens nach Einbruch der Dunkelheit lautet die Devise: Bloß schnell wieder raus. Ein schwacher Trost für alle, die auf die Durchquerung der Gruselgrotte angewiesen sind: Nach Steuernagels Einschätzung dürfte der Tunnel selbst auf Triebtäter abschreckend wirken.

Tunnel der „potenziellen Triebtäter“: Hier hält sich wohl keiner freiwillig auf.
Lorenz ZeckZinserdreieck und die Autoposer-Szene
Wer Wolfsgeheul spooky findet, wird sich nachts am Zinserdreieck ziemlich gruseln: Dort lassen Autoposer gerne mal den Motor aufheulen. Für Anwohnerinnen und Anwohner in der Friedrichstraße ist es keine Seltenheit, um 3 Uhr nachts von einem illegalen Autorennen aus dem Schlaf geschreckt zu werden. Uhu-Rufe und Geisterstöhnen? Pipifax, da kann man sich ja entspannt nochmal umdrehen und weiterschlummern. Aber dieses Poser-Dröhnen zeugt nicht nur von einer gruseligen Vorstellung von Männlichkeit, sondern bereitet einem waschechte Sorgen: Irgendwann geht das mal noch richtig schief und dann kommt ein unbeteiligter Fußgänger unter die Räder. Mit solchen Horrorvorstellungen fällt es dann doch schwer, direkt wieder einzuschlafen.

Nachts geben häufig Autoposer rund ums Zinserdreieck Gas: Dann geht es im Affentempo durch die Friedrichstraße. Das ist nicht nur laut, sondern auch richtig gefährlich.
Ulrich Metz/ ArchivKonradskapelle bei der Jakobuskirche
Streng genommen existiert dieser Ort gar nicht mehr, denn die ehemals an der Südostseite der Jakobuskirche gelegene Konradskapelle wurde schon vor rund 200 Jahren abgetragen. Doch dort, wo heute regelmäßig Tübingerinnen und Tübinger über den Samstagsmarkt bei der Jakobuskirche schlendern, befand sich vor 500 Jahren noch eine „gemeine Leichenlege“, also ein Friedhof. Und auf diesem Friedhof lag einst die 1520 geweihte Konradskapelle. Soweit nicht weiter schaurig, doch nachdem der Friedhof vor die damalige Stadtmauer verlegt wurde, wurde die Kapelle ab 1593 durch die Universität als „theatrum anatomicum“ genutzt, als anatomisches Theater. Generationen von Professoren und Studenten sezierten und zerteilten hier zum Tode verurteilte Straftäter, Selbstmörder und Ertrunkene, um mehr über die Anatomie des Menschen zu erfahren.
Untergeschoss des Brechtbaus
Alte Universitätsgebäude sind ein beliebter Schauplatz für Horror-Erzählungen aller Art. Und an denen mangelt es Tübingen nun wirklich nicht. Dementsprechend viele Kandidaten gab es für diese Liste. Auf ebenjene geschafft hat es schlussendlich der Brechtbau, denn wer den Fehler macht, dort die Treppen herunterzusteigen, um die Toiletten im Keller zu nutzen, hat das Gefühl, in den Backrooms gelandet zu sein. Für die nicht Eingeweihten: Die Backrooms sind eine Internet-Horrorlegende über eine Parallelwelt, die meist als endloses, eintöniges Labyrinth aus leeren Räumen und surrenden Neonröhren beschrieben wird. Zwar wirken sie vertraut, aber irgendetwas tief in einem drin ist überzeugt: Hier stimmt was nicht. Anders als beim Pendant aus der Internet-Legende, kommt man aus dem Brechtbau-Keller immerhin relativ einfach wieder heraus. Hoffentlich zumindest.

Von außen ist der Gruselfaktor gering, doch das Untergeschoss des Brechtbaus erinnert eine Horror-Parallelwelt.
Ulrich Metz/ArchivAusfahrt aus dem Depot-Areal in die Eisenbahnstraße
Echtes Lebensgefahr-Adrenalin statt domestiziertem Kostümgrusel gefällig? Den richtigen Ort dafür gibt es in der Tübinger Eisenbahnstraße. Wer mit dem Rad stadtauswärts fährt, passiert die Ausfahrt aus dem Depot-Areal – jedenfalls, wenn nichts passiert. Manche Autofahrer, die stadteinwärts abbiegen wollen, schauen konsequent nicht oder erst sehr spät nach links, von wo aus man selbst auf einem sicher geglaubten Radweg heranschießt. DAS ist wirklich gruselig. Also: Helm ist dort die beste Verkleidung, nicht nur an Halloween.

Gruselig für Radfahrende: die Ausfahrt aus dem Depot-Areal.
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