Alles für den perfekten Shot: 5 instagrammable Spots in Tübingen – abseits der Neckarfront

Wird wahrscheinlich Hunderte Male am Tag fotografiert: die Tübinger Neckarfront.
www.imago-images.de- Fünf alternative Fotospots in Tübingen – nicht die übliche Neckarfront-Kulisse.
- Steinlach-Oase: Naturkulisse für Spaziergang, Picknick oder Bank-Moment mit Vogelzwitschern.
- Schloss Hohentübingen: Posen mit der 170 cm hohen Augustus-Büste aus Carrara-Marmor.
- Blaue Brücke: Graffiti-Unterführung für Pop-Punk-Ästhetik mit Skate- und Vans-Vibe.
- Nähe Neckarfront: Wechselnde Sprüche an der Germania-Mauer und Fahrradgarage am See.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer im Sommer über die Neckarbrücke läuft, kommt zwangsläufig an ihnen vorbei. Menschen, die sich vor der Neckarfront in Szene setzen. Zugegeben: Blumenkästen auf der Brücke, Stocherkähne, die gemütlich über den Neckar gleiten, und das wohl bekannteste Postkartenmotiv der Stadt im Hintergrund ergeben eine ziemlich gute Kulisse. Nichts schreit so sehr Tübingen wie genau diese Bilder, die wenig später in der Insta-Story (bei den U40-Jährigen) oder im Whatsapp Status (bei den Ü40-Jährigen) landen.
Wir finden: Es gibt noch andere coole Spots in Tübingen, die man ablichten kann.

Rebecca Felchle findet das Motiv in allen Jahreszeiten einfach hübsch. Dieses Bild an der Steinlach ist im Herbst entstanden.
Rebecca Felchle/ PrivatRebecca Felchle: Cottagecore-Goals in der Steinlach-Oase
Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass die Leseecke in meinem Wohnzimmer der most instagrammable Spot in Tübingen ist. Aber die werde ich sicher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich machen, also zieht es mich raus in die Natur.
Durch den Süden Tübingens bahnt sich eine grüne Schneise ihren Weg in Richtung Neckar. Am einen Ufer liegt Derendingen, am anderen die Südstadt entlang der Hechinger Straße. Wenn ihr nach einem unangenehmen Termin im Finanzamt einen Moment zum Durchschnaufen braucht und diesen Moment dann in einer dramatischen Insta-Story festhalten wollt, seid ihr an der Steinlach genau richtig. Wie eine Oase liegt der Fluss, der bei Mössingen-Talheim entspringt und 25 Kilometer durch das nach ihm benannte Tal plätschert, inmitten der Häuserreihen.
Für die perfekte Photo-Op gibt es mehrere Möglichkeiten: ein Herbstspaziergang, im Frühling auf einer Bank dem Vogelzwitschern lauschen oder im Sommer ein dekadentes Picknick. Letzteres könnt ihr richtig schön in die Extreme treiben. Zieht das flatterigste Sommerkleid an, das ihr besitzt, nehmt einen alten geflochtenen Picknickkorb mit (idealerweise gefüllt mit selbst gebackenem Kuchen), und legt euch mit einem Buch auf die karierte Decke.
Der Cottagecore-Traum wird wahr. Meine Vorschläge für Lieder, die ihr dem Instapost hinzufügen könnt: „Visions of Gideon“ (Sufjan Stevens), „You“ (dodie), „Femme Fatale“ (The Velvet Underground, Nico), „This Is The Life“ (Amy Macdonald), „Chiquitita“ (Abba).

Mögliche Insta-Caption wäre „the only toxic man I'll kiss“. Volontärin Lotta Bürker gibt hier Kaiser Augustus auf dem Schlosshof in Hohentübingen einen Bussi.
Katharina HöbbelLotta Bürker: Kaiser Augustus abknutschen
Gut, dass das Schloss Hohentübingen fotogen ist, ist wahrlich nichts Neues. Außerdem gibt es da oben auch einen schönen Blick auf die Stadt. Deshalb hat es das Schloss auch in unseren Date-Ideen-Artikel geschafft: der perfekte Ort für ein Falafel-Date zum Sonnenuntergang. Was nicht ganz so viele auf dem Schirm haben, ist der Schädel im Schlosshof. Genauer gesagt: der riesige Marmorkopf von Kaiser Augustus.
Die gut 170 Zentimeter hohe Büste wiegt etwas über fünf Tonnen und wurde 1994 vom Allgäuer Bildhauer Michael Pfanner für die Ausstellung „Täuschend echt“ aus echtem Carrara-Marmor gehauen. Deshalb trägt sie auch den Spitznamen „Augustus aus dem Allgäu“. Fun Fact am Rande: 2021 wurde die Büste bei einem Farbanschlag beschmiert.
Ihr könnt dem römischen Kaiser einen Bussi auf die Wange geben (Age-Gap-Romance und so), Hasenohren verpassen, ihm in der Nase bohren oder so tun, als würdet ihr ihm eine reinhauen. Kreative Posing-Möglichkeiten gibt es genug. Mögliche Instacaptions reichen von „the only toxic man I'll kiss“ (der Mann hat Expansionskriege geführt) über „Popelkaiser“ bis zu „tall king“.

Julian Ettema findet, dass es sich mit diesem Hintergrund und der passenden musikalischen Untermalung wunderbar in 2000er-Nostalgie schwelgen lässt.
Julian EttemaJulian Ettema: Bilder like it’s 2004 unter der Blauen Brücke
„All the small things. True care, truth brings. I'll take one lift. Your ride, best trip.“ Na, direkt das Bedürfnis mitzusingen, sich die Stachelfrisur zurecht zu gelen, oder mal wieder „Tony Hawk’s Pro Skater“ in die Konsole zu werfen?
Falls ja, dann schlummert irgendwo tief in euch ein Pop-Punk-Kid der 2000er (genau wie im Autor). Und für dieses Pop-Punk-Kid haben wir den perfekten Fotospot parat. Die Unterführung der Blauen Brücke in der Schaffhausenstraße. Die gehört zu den wenigen Orten im Tübinger Stadtgebiet, an denen Graffiti legal gesprüht werden dürfen – ohne den Blutdruck unseres Oberbürgermeisters nach oben zu treiben.
Die Graffiti als Hintergrund, die alten Vans und ein paar Baggy-Klamotten angezogen, leicht von unten fotografiert und boom: Bilder wie von einem 2004er-Pop-Punk Musikvideo. Bonuspunkte gibt’s für ein lässig unter den Arm geklemmtes Skateboard oder eine Brieftaschenkette. Welche Songs ihr zu dem Post hinzufügen könnt, muss ich glaube ich nicht extra aufzählen. Selbst wenn „Blink-182“, „Sum 41“ oder „Good Charlotte“ nicht euer Jam sind, ein super Hintergrund für Fotos liefert die Street-Art trotzdem.

„Mensur ist Menstruationsneid“ stand mal auf der Mauer der Germania-Burschenschaft in der Gartenstraße. Gerade steht dort nichts, aber mal sehen, wie lang das so bleibt.
privatMiri Watson: Mal schauen, was heute auf der Mauer steht
Ist es ein bisschen frech, instagrammable Spots „abseits der Neckarfront“ anzukündigen und dann einen Spot vorzuschlagen, der literarisch nur zwanzig Meter abseits der Neckarfront ist? Oder ist es energieökonomisch sogar ein fantastischer Service von uns? Denn theoretisch könntet ihr das obligatorische basic Tübingen-Neckafront-Idylle-Pic snappen und dann direkt rüber zur Mauer vor der Germania-Burschenschaft steppen, um zu schauen, was die Tübinger Sprayerinnen und Sprayer dort gerade für ein Motiv angebracht haben.
Seit Jahren ist es ein heiliger Krieg: Der linke Teil der Tübinger Graffiti-Szene verziert die Mauer mit einem Spruch, einem Regenbogen oder einem Tag und ein paar Tage oder Stunden später klatschen die Burschen wieder das Eierschalen-Gelb drauf. Es ist ein Kunstwerk, das sich ständig verändert und gerade deswegen ein perfektes Instagram-Motiv: Es zeigt, ihr wart da – und zugleich zeigt es, WANN ihr da wart (ähnlich, wie wenn ihr entführt wurdet und mit einer Zeitung des heutigen Tages fotografiert werdet), da sich immer zuordnen lässt, in welchem Zeitraum ein Graffiti an dieser Mauer aktuell war. Meiner Meinung nach bisher unübertroffen: „Mensur ist Menstruationsneid“ – das ist schon einen ganzen Zacken her, aber bestach auf so vielen Ebenen durch seinen Witz und seine Provokation.
Jetzt müssen wir an dieser Stelle natürlich noch sagen, dass wir die Zerstörung fremden Eigentums selbstverständlich in keinster Weise gutheißen. Aber wenn fremdes Eigentum nun mal so regelmäßig zerstört wird, wie die Mauer vor der Burschenschaft in der Gartenstraße, dann wäre es definitiv auch verschenkt, das nicht für den eigenen Social-Media-Fame zu nutzen.

In der Fahrradgarage unter dem Café am See lassen sich coole Outfit-Bilder machen, behauptet Lotta Bürker. Ob sie auf dem linken Bild gerade nach ihrem Fahrradschlüssel kramt?
PrivatNochmal Lotta, weil sie ’ne Insta-Queen ist: Mit Fahrrädern flexen
Okay, hear me out: Es mag erst mal schräg klingen. Aber! Das Fahrradparkhaus unter dem Café am See ist meiner Meinung nach fast genauso ikonisch wie die Neckarfront. Mal ehrlich: Das Fahrrad-Quartett aus Parkhaus, Schlossbergtunnel, der legendären Brücke und dem Kreisverkehr davor sind doch längst die heimlichen Wahrzeichen Tübingens.
Das Beste: Hier habt ihr jede Menge Möglichkeiten für coole Fotos. Euer Outfit hat blaue Akzente? Dann stellt euch auf die blaue Auffahrt und lasst das Bild in 0,5 von oben machen – maximaler Gen-Z-Vibe. Schnelle Sonnenbrille auf und den Instapost mit einem Song von Ikkimel unterlegen. Ihr wollt richtig flexen? In Tübingen macht man das nicht mit Sportwägen, sondern mit Fahrrädern. Und davon gibt’s hier zu Hauf, denn die Garage bietet Platz für 1100 Fahrräder. Also ab in die Hocke, lässige Rapper-Pose und zwischen ein paar hundert Drahteseln die Coolness raushängen lassen. Wenn das mal keine „Ich hab' Style und das Geld“-Energy ist! Kay One, who this???

Ist zwar nicht der Pier in Brighton, aber kann trotzdem was! Der Steg im neu gestalteten Anlangenpark eignet sich hervorragend für Fotos mit idyllischem Hintergrund.
Carolin AlbersHonorable Mentions
Auch fotogen: der LTT-Tunnel, der Steg auf dem Anlagensee, der Bismarckturm, die Stiftskirche, der Ausblick vom Österberg, das Epplehaus … Natürlich auch der Hölderlinturm und seine nebenstehende Weide, das Rathaus samt Brunnen auf dem Marktplatz, die Ammergasse, und und und. Wobei eigentlich sind quasi alle Gassen in der Altstadt herrlich ästhetisch, nicht zuletzt, weil keine Autos im Weg stehen. Aber eigentlich, finden wir, ist ganz Tübingen fotogen!
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