Schmierereien in Tübingen: „Fuck Street Art“ – Wandbilder mit illegalen Graffiti besprüht

Der Fuchs in der Steinlachallee ist nun kaum mehr zu erkennen. Seit Sommer 2025 zerstörten Unbekannte Wandbilder an acht Trafostationen sowie an fünf Gasdruckregelstationen ganz oder teilweise.
Stadtwerke Tübingen- Unbekannte übersprühen in Tübingen gestaltete Stationen – Tags wie „Fuck Street Art“.
- Seit Sommer 2025 wurden Werke an acht Trafostationen und fünf Gasdruckstationen zerstört.
- SWT hatte rund 40 Stationen seit 2017 per Street-Art gestaltet, um illegale Graffiti zu vermeiden.
- Alle Fälle sind angezeigt, doch es gibt keine Hinweise auf Täter und keine Belohnung.
- Projekt ist ausgesetzt: Wiederherstellung entfällt vorerst, da teuer und erneut gefährdet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Etwa 40 Versorgungsstationen der Stadtwerke Tübingen (SWT) wurden seit 2017 von verschiedenen Street-Art-Künstlern gestaltet. Initiiert hat das Projekt Johannes Fritsche, Bereichsleiter für Marketing und Kommunikation bei den swt. Die Idee dahinter: Mit Street-Art gestaltete Flächen sollten dafür sorgen, dass etwa Trafostationen nicht mit illegalen Graffitis beschmiert werden. Sie hätten immer wieder Anfragen erhalten, ob Flächen an Stationen gestaltet werden könnten, so Fritsche. Gleichzeitig seien viele Stationen illegal besprüht oder gar mit rassistischen, sexistischen oder vulgären Zeichen oder Botschaften beschmiert gewesen. „Da lag es auf der Hand, entsprechende Stationen für Street-Art freizugeben. In der Hoffnung, dass hier eine Art Ehrenkodex dafür sorgt, dass gestaltete Flächen nicht wieder übersprüht werden.“
Das habe 8 Jahre lang gut funktioniert, sagt Fritsche. Doch seit Sommer 2025 wurden die Wandbilder immer wieder mit illegalen Tags übermalt. Street-Arts an acht Trafostationen sowie an fünf Gasdruckregelstationen wurden ganz oder teilweise zerstört, fasst Fritsche das Ausmaß der Zerstörung zusammen.

Unbekannte haben auch den Vogel am Tübinger Haagtor übermalt.
Stadtwerke TübingenSWT zeigt alle Schmierereien an
Betroffen sind Stationen im gesamten Stadtgebiet – sowohl in Altstadtnähe, etwa am Haagtor, als auch in Wohngebieten wie der Gartenstraße oder am Stadtrand, beispielsweise an der Morgenstelle. Die Anlagen sind teils eingezäunt, teils frei zugänglich. Ein klares Muster hinter den Beschädigungen ist für die SWT nicht erkennbar. Die Stationen vor der Zerstörung zu schützen, sei nicht möglich, sagt Fritsche. Sie sind fast ausschließlich frei zugänglich. Alle Fälle seien von den Stadtwerken zur Anzeige gebracht worden – Hinweise auf den oder die Täter gibt es bisher keine. Eine Belohnung der Stadt bei entscheidenden Täterhinweisen, wie es bei anderen Fällen in Tübingen schon der Fall war, wurde nicht ausgeschrieben.
„Das Projekt ist bis auf Weiteres ausgesetzt“, sagt Fritsche. Eine Wiederherstellung der zerstörten Wandbilder ist aktuell nicht vorgesehen, weil es zu teuer sei. Zu groß ist die Sorge, dass sie erneut zerstört werden. Fritsche findet es besonders für die Künstler traurig, deren Werke „so respektlos behandelt werden“. Zudem wohne er selbst in Tübingen und freue sich über ein buntes und kreatives Stadtbild. Das sähen auch andere Tübinger und Tübingerinnen so: „Wir erhalten viel positive Resonanz aus der Bürgerschaft.“ Künstler „Looven“, der viele der Wandbilder gestaltet hat, möchte sich zum Thema nicht äußern. Es ginge in letzter Zeit nur noch darum, sagt er auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE.