Bachelorette 2023
: War das die schlechteste Staffel ever?

„Die Bachelorette“ 2023 geht auf RTL zu Ende – für viele Zuschauer fast schon eine Erlösung. Warum diese Staffel enttäuschend war.
Von
Daniela Westermayer
Berlin
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Jennifer Saro verkündet im Finale ihren Gewinner – doch überraschend ist ihre Entscheidung nicht.

RTL

„Möchtest du diese Rose?“ – Woche für Woche hofften die Kandidaten von „Die Bachelorette“ 2023 auf diese Frage. Jetzt wird Jennifer Saro sie nur noch ein einziges Mal stellen: Während die Zuschauer auf RTL+ bereits wissen, für wen sich die Single-Lady entscheidet, vergibt sie im TV erst am heutigen Mittwoch, 30.08.2023, ihre letzte Rose an den Gewinner.

Damit geht ihre Liebesreise zu Ende – und so mancher Zuschauer atmet erleichtert auf. Denn in Staffel 10 fehlte aufgrund eines Instagram-Leaks nicht nur jede Spannung, sie war auch anstrengend. Hier erfahrt ihr, warum es die womöglich schlechteste Staffel ever war.

*Achtung, Spoiler zum Finale*

Instagram-Leak nimmt Staffel 10 jegliche Spannung

Es war DIE Nachricht zur neuen Staffel, denn schließlich hatte es so etwas zuvor noch nicht gegeben: Eine alleinerziehende Mutter ist die neue „Bachelorette“. Jennifer Saro wollte beweisen, „dass man eine begehrenswerte Frau ist und dass das Leben nicht vorbei ist, nur weil man ein Kind bekommen hat“. RTL erhoffte sich durch dieses Novum sicherlich großes Interesse und entsprechend gute Quoten. Doch dann kam alles anders...

Jennifer Saro wollte beweisen, dass man trotz Kind noch eine begehrenswerte Frau ist.

RTL / Markus Hertrich

Denn schon bevor die erste Folge im TV ausgestrahlt wurde, sorgten Instagram-Stories der „Bachelorette“ und ihres Gewinners für den vielleicht größten Spoiler der „Bachelorette“-Geschichte. Ab da hieß es eigentlich nur noch abwarten, bis Fynn im Finale endlich die letzte Rose bekommt. Das dauerte quälende acht Folgen lang – und was da alles so quälend war, verraten wir euch nur zu gerne.

Was genau wollte Jennifer Saro eigentlich?

Zum ersten Mal ist in Staffel 10 eine alleinerziehende Mutter in der Rolle der Rosenlady. Klar, dass es sie also nur im Doppelpack gibt. Das machte Jennifer Saro ihren Kandidaten auch immer wieder deutlich. Doch gleichzeitig war sie in dem, was sie sagte und wie sie dann handelte, so flatterhaft, dass man sich als Zuschauer schon mal an den Kopf fassen musste.

Einerseits wollte die Single-Mama jemanden, der ihren Sohn Keksi akzeptiert, und gut mit Kindern kann. Ein Ersatz-Daddy sollte er aber auf keinen Fall sein, weil sie schließlich einen Partner für sich suchte. Wie schmal der Grat hier war, musste beispielsweise Julian, der schon einmal eine Partnerin mit Kindern hatte, in Folge 2 erleben – tja, er mochte Kinder für Jennys Geschmack wohl leider zu gerne, next!

Das ganze Überemotionale und irgendwo auch Unangenehme mit Briefen von Keksi an seine Mutter (geschrieben von ihrer besten Freundin), lassen wir an dieser Stelle besser unkommentiert. Aber da wir gerade von ihrem kleinen Sohn sprechen, kommen wir doch direkt zum nächsten Punkt, der ebenfalls Jungen beinhaltet – die Teilnehmer.

Bei einigen Kandidaten von Staffel 10 hat man sich gefragt, ob das von der Produktion ernst gemeint war.

RTL

Das sollen ernst gemeinte Kandidaten gewesen sein?

Insgesamt 20 Kandidaten nahmen an der zehnten Staffel teil. Spätestens, nachdem sich in der ersten Folge alle vorgestellt hatten, fragte man sich, ob das jetzt nicht eher ein Schulausflug war. Einige von ihnen waren gefühlt noch nicht einmal volljährig. Sie hätten sich wohl besser als Spielkamerad für Keksi beworben. Dem gegenüber waren da Kandidaten wie Baro oder Oguzhan, die so viel Testosteron intus hatten, dass es auch schon wieder unangenehm war.

Dann gab es allerdings noch so besondere Ausreißer, bei denen wirklich niemand verstehen konnte, was die da eigentlich machen. Der 25-jährige – aber gefühlt 50-jährige – David, der einen Funfaktor ähnlich einer Schlaftablette hatte (Langweiler – noch nie war ein Wohnort passender). Oder Markus, der als Wannabe-Schauspieler aus Los Angeles sicher nichts Besseres zu tun hat, als eine Frau mit Kind zu daten. Dass die beiden es überhaupt bis Folge 6 geschafft haben, spricht nur dafür, dass Bill Kaulitz recht hat. Der Tokio-Hotel-Frontmann kam an Insider-Infos, wonach sich die Produktion gewaltig in Jennifers Entscheidungen einmischte...

Was sollte das mit Adrian?

Nicht zuletzt war da noch Adrian, der mit seiner peinlichen Kuss-Lüge und Gefühlsausbrüchen zwar irgendwo auch für Unterhaltung, aber doch mehr für Fremdscham sorgte. Was der im Finale zu suchen hatte, fragen sicher nicht nur wir uns. Ernsthaft: Spätestens, wenn ein Mann mit seinen „bisschen narzisstischen Zügen“ an einen Ex erinnert, sollte man schleunigst das Weite suchen – oder in diesem Fall ihn das Weite suchen lassen. Adrian hatte ganz offensichtlich mehr Red Flags als jeder Zirkus. Dass Jennifers Mutter da nicht direkt ihr Veto eingelegt hat, ist höchst fraglich und einfach nicht ok.

Schlechte Quoten für schlechte Staffel

Dass nicht nur wir wenig begeistert waren von Staffel 10, zeigen auch die miesen Quoten. Denn abgesehen vom Auftakt mit 1,16 Millionen bei den Gesamtzuschauern lagen laut „quotenmeter.de“ die weiteren Folgen alle unter der Millionengrenze. Zum Vergleich: Die neunte Staffel mit Sharon Battiste zog jede Woche zwischen 1,1 und 1,3 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme.

Folge 7 der aktuellen Staffel verzeichnete 0,86 Millionen, was einem Marktanteil von 4,1 Prozent entsprach. Lediglich bei der klassischen Zielgruppe sah es etwas besser aus. Immerhin drei Folgen lagen im zweistelligen Bereich. Ob das Finale noch etwas retten kann, wird sich zeigen...

Das Finale läuft am Mittwoch, 30.08.2023, ab 20:15 Uhr auf RTL. Im Anschluss wird beim großen Wiedersehen mit Frauke Ludowig geklärt, ob Jennifer und Fynn noch ein Paar sind.