• Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten treffen sich zum nächsten Corona-Gipfel.
  • Wird das Reisen und echter Urlaub bald wieder möglich sein?

Update: Angeblich bereits Einigung der Länder über Verlängerung

Medienberichten vom Samstagabend zufolge steht für die Bundesländer bereits vor dem Corona-Gipfel am 5.1.21 fest, dass der Lockdown verlängert wird. Unklar sei die Dauer und der Umfang. Auch bei Schulen und Kitas gingen die Meinungen noch auseinander, hieß es. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. (Aktualisiert am 2.1.2021, 19.34 Uhr).

Update: Wegen Corona Kontakte nur noch mit einer weiteren Person erlaubt?

Es soll nicht nur eine Verlängerung vereinbart worden sein - es gibt auch Meldungen über Verschärfungen der Corna-Regeln. Allerdings wurden keine Details genannt. Etwas konkreter wird jedoch der „Business insider, wie der Merkur berichtet. Demnach sei in einer Vorbesprechung der Länder die Möglichkeit abgesegnet worden, dass ab 10. Januar 2021 bis Ende des Monats ähnlich strenge Kontaktbeschränkungen wie im Frühjahr gelten können. Soll heißen: Dann wären Treffen nur noch mit einer einzigen Person aus einem anderen Haushalt möglich. Bisher gilt: Es sind Treffen mit einem anderen Haushalt, aber mit maximal fünf Personen erlaubt. Das sei innerhalb der Länder „konsensfähig“, berichtet das Portal unter Berufung auf einen Teilnehmer der Vorbesprechung. NTV meldet, dass in Hotspots auch der Bewegungsradius eingeschränkt werden könnte auf 15 Kilometer (Aktualisiert am 5.1.2021, 13:46 Uhr).
Harter Lockdown, Schließung von Schulen, Kitas und Handel, Restaurants und Gastronomie sowie Einschränkungen an Weihnachten und Silvester ohne Böller und Partys. Darauf hatten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder Mitte Dezember geeinigt, um die Corona-Zahlen zu senken. Entsprechennd war Silvester 2020 laut Polizei relativ ruhig geblieben.
Reicht das? Die Lockdown- Maßnahmen gelten zunächst bis 10. Januar - und mittlerweile mehren sich Stimmen, die mit einer Verlängerung des harten Lockdowns rechnen - und sie auch fordern. Was wird also nach dem 10.1.2021 kommen? In der ersten Woche des neuen Jahres kommen die Vertreter von Bund und Ländern nun erneut zusammen, um die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Wird es eine Verlängerung oder doch kleinere Lockerungen des Lockdown geben? Das hängt vor allem von der Entwicklung der Fallzahlen ab und sicherlich auch von der Frage, wie die Corona-Impfung in Deutschland läuft und ob die Mutation des Coronavirus sich auswirkt.
Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) mahnte in seiner Ansprache zum Jahreswechsel: "Wir alle haben noch eine Durststrecke vor uns. Wir werden noch einige Monate durchhalten müssen." Es gebe aber auch die „berechtigte Hoffnung, das Virus im kommenden Jahr zu besiegen“ Die Frage ist nur - wann und mit welchen Mitteln?

Nächster Corona Gipfel: Wann die Länderchefs und Merkel tagen werden

Nach übereinstimmenden Medienberichten findet der nächste Corona-Gipfel voraussichtlich am Dienstag, den 5.1.2021, statt. Die Kultusminister der Länder wollen jedoch noch vor diesem Termin beraten, wie es mit den Schulen und Kitas weitergeht. Das kündigte Stefanie Hubig, die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz in einem Podcast des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) an. Auch die Kulturminister wollen im Vorfeld beraten, wie es mit dem Wiederaufbau der Kultur in Deutschland laufen soll.

Video Corona-Impfaktion gestartet - Zwei Drittel wollen Impfung

Spahn rechnet mit weiteren Lockdown-Maßnahmen in Deutschland

Auf dem Corona-Gipfel beraten die Vertreter der Länder und des Bundes über eine mutmaßliche Verlängerung des Lockdowns. Dieser gilt aktuell noch bis zum 10. Januar. Lockerungen sind nicht in Sicht. Am Dienstagabend sagte Gesundheitsminister Jens Spahn bereits darauf ein. Er erklärte in den „Tagesthemen“ der ARD, dass Deutschland bei der Eindämmung der Pandemie „bei weitem“ noch nicht da sei, wo man hin müsse. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müssten Bund und Länder beim Gipfel entscheiden.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hält Lockerungen erst nach einer deutlichen Reduzierung der Infektionszahlen für möglich und verantwortbar.

Appell: Ausgewogene Entscheidungen bei Corona-Maßnahmen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat vor dem anstehenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern "ausgewogene Entscheidungen" angemahnt. Bei den Corona-Maßnahmen "bleibt es zentral, dass die Exekutive die Verantwortung des Einzelnen fest im Blick hält und auf so viel Freiheit wie möglich setzt", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es ist schier unmöglich, per Gesetz jeden Corona-Todesfall zu verhindern."

Lockdown womöglich um zwei oder drei Wochen verlängert

Laut Bild-Informationen wollen die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel beim Corona-Gipfel den Lockdown verlängern, womöglich um zwei oder drei Wochen. Informationen sollen laut Bild,aus einer Schalte des Kanzleramtschefs Helge Braun mit den Staatskanzlei-Chefs der Länder stammen. Sollte dies so kommen, würden Gaststätten, Hotels, viele Geschäfte und Dienstleister weiter geschlossen bleiben. Laut Bild drängt das Kanzleramt auch darauf, dass die Schulmaßnahmen verlängert werden.

Corona Schule: Bis wann sind die Schulen geschlossen?

Besonders interessant - aber auch umstritten - ist dabei die Frage, ob Schulen und Kitas nach den Weihnachtsferien wieder öffnen dürfen. Dazu sind verschiedene Modelle denkbar:
  • Verlängerung der Weihnachtsferien: Diese Variante war in einigen Bundesländern bereits vor Weihnachten im Gespräch.
  • Schulen weiter geschlossen: Denkbar ist auch, dass die Schulen und Kitas weiter geschlossen bleiben.
BW-Gesundheitsministerin Susanne Eisenmann bekommt für ihre Öffnungspläne viel Kritik. Allerdings ist am Samstag, 2.1.2020, auch ein Befürworter hinzugekommen: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der zu den strikten Lockdown-Befürwortern zählt, befürwortet unter bestimmten Bedingungen eine Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen ab der zweiten Januarhälfte.

Ist ein Urlaub 2021 mit Reisen möglich?

Eines der wichtigsten Themen für die Deutschen ist aktuell das Reisen. Der Tourismuskonzern TUI etwa meldet eine stark steigende Nachfrage, vor allem für Urlaub im Inland. Und wie ist die Prognose für den Urlaub 2021? Durchwachsen. Zwar wären Lockerungen bei Reisen innerhalb Deutschlands grundsätzlich denkbar, da hier das Infektionsgeschehen im Gegensatz zu Reisen ins Ausland überschaubarer bliebe. Jedoch sprechen die aktuellen Infektionszahlen gegen Lockerungen im Reise-Lockdown. Und: Die Erfahrung des Sommers zeigt, dass nach den Ferien die Corona-Zahlen durch Rückkehrer steigen.

Perspektiven für die Gastronomie nach dem 10. Januar

Die Hotel- und Gaststättenbranche braucht nach dem 10. Januar eine Öffnungsperspektive, heißt es beim Dehoga-Verband. Der Verband fordert ein höheres Tempo beim Impfstoff und Schnelltests sowie bei der Kontaktnachverfolgung damit gastronomische Betriebe nach dem 10. Januar wieder öffnen können.

Wann dürfen Geschäfte und Läden wieder öffnen?

Der Handel wartet gespannt auf den Gipfel am 5.1.2020. Aktuell dürfen nur systemrelevante Läden wie Supermärkte aufmachen, Modehäuser oder auch Spielwarengeschäfte müssen geschlossen bleiben. Neben möglichst hohen staatlichen Hilfszahlungen hoffen die Geschäftsinhaber auch darauf, dass sie schnellstmöglich wieder öffnen dürfen. Doch dass beim Gipfel signifikante Lockerungen beschlossen werden, gilt angesichts der hohen Corona-Zahlen als unwahrscheinlich. Eine schnelle Aufweichung der Regeln sei derzeit überhaupt nicht abzusehen, betonte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff.

Wie lange gelten die Ausgangsbeschränkungen?

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich dafür aus, den harten Lockdown Anfang Januar zu verlängern. Damit dürften auch die Kontaktbeschränkungen durch Ausgangssperren in die Verlängerung gehen.

Das sagt die Landesregierung in Baden-Württemberg

Trotz des Impfstarts müssen sich die Bürger im Land auf eine Verlängerung der staatlichen Corona-Beschränkungen auch nach Fristablauf am 10. Januar gefasst machen. Die baden-württembergische Landesregierung hält ein Ende des Lockdowns nur bei deutlich sinkenden Infektionszahlen für denkbar.

Corona Ende: Wann wird Corona vorbei sein?

Unabhängig davon, ob die Maßnahmen gelockert werden und der harte Lockdown endet, bleibt das Coronavirus präsent. Erst kurz nach Weihnachten haben die Impfungen in Deutschland begonnen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine sogenannte „Herdenimmunität“ dafür sorgt, dass sich das Virus nicht mehr verbreiten kann. Diese wäre laut WHO etwa bei 60 oder 70 Prozent Durchimpfungsrate erreicht. Experten gehen davon aus, dass es allerdings bis in den Herbst 2021 dauern wird, bis diese Quote erreicht ist.

Corona Zahlen Deutschland: Aktuelle Fallzahlen viel zu hoch

In Deutschland - genauer: in Sachsen -, aber auch in anderen Ländern Europas wie Italien steigt derweil die Sorge vor einer möglichen dritten Welle. In Sachsen äußerte Ministerpräsident Kretschmer seine Sorgen mit Blick auf die kommenden Wochen. Zu recht. Die gemeldeten Corona-Zahlen in Deutschland sind nach Weihnachten niedrig. Aber das scheint trügerisch, weil über die Feiertage weniger Werte von den Gesundheitsämtern übermittelt wurden.
Am Dienstag, 29.12.2020 sind erstmals Werte gemeldet worden, die als valide gelten können. Sie zeigen zum Beispiel bei der 7-Tage-Inzidenz eine sinkenden Tendenz, sie lag bei 149,2 - nach 157,8 am Montag. Am Mittwoch, 30.12.2020 liegt die Inzidenz bei 141,3. Aber: Die Zahl der Neuinfektionen und schweren Covid-19-Verläufe steigt - und auch die Zahl der Toten. Das RKI meldet am Mittwoch 1129 weitere an oder mit Corona Verstorbene mehr - ein neuer Höchstwert.

Corona-Sorgen im Osten Deutschlands

Einzelne Bundesländer ragen bei den Corona-Fallzahlen hervor. Im Osten bereiten Sachsen und Thüringen Sorge, im Norden is die Lage örtlich deutlich entspannter:
  • Vergleichsweise entspannt ist die Lage im Norden Deutschlands. Zum Beispiel im Landkreis Emsland mit einer 7-Tage-Inzidenz von nur 60 am Mittwoch. Allerdings weist das Land Niedersachsen daraufhin, dass an Weihnachten weniger getestet wird.

Verlängerung des Lockdowns oder Lockerungen? Das sagen die Länderchefs

Ungeachtet des bundesweiten Impfstarts mehren sich die Zeichen, dass die aktuell gültigen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie über den 10. Januar hinaus verlängert werden. „Ich gehe davon aus, dass wir die Maßnahmen verlängern müssen“, sagte die mecklenburg-vorpommerische Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). „Wir können erst dann größere Lockerungen vornehmen, wenn wir auch über einen längeren Zeitraum wieder Inzidenzwerte von deutlich unter 50 haben.“
Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält eine Fortsetzung der Beschränkungen für wahrscheinlich.
Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner angibt, liegt bundesweit aktuell bei 157,8. Ab einer Inzidenz über 50 können Gesundheitsämter Infektionsketten nicht mehr sicher nachverfolgen.
Auch Ramelow betonte, es sei „zu früh, Entwarnung zu geben“. Er richte sich darauf ein, „dass wir bis März mit Einschränkungen leben müssen“, sagte er dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Montag). „Wenn die Ministerpräsidenten am 5. Januar erneut beraten, wird nichts auf Lockerungen hindeuten. Wir gehen alle davon aus, dass der Lockdown verlängert werden muss.“
Eine schnelle Lockerung sei derzeit überhaupt nicht abzusehen, hatauch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, gesagt. Die Zahlen seien zu besorgniserregend. Auch Manuela Schwesig sprach sich gegenüber der Bild für eine Verlängerung der Maßnahmen aus.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wies die Hoffnung zurück, dass es schon nach dem nächsten geplanten Treffen von Bund und Ländern zu klaren Lockerungen der Corona-Regeln kommen könnte. „Wir erleben fast täglich neue Höchstzahlen. Damit rechne ich auch für die kommenden Tage“, sagte Woidke. „Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass es nach dem 5. Januar - der nächsten Konferenz mit der Bundeskanzlerin - deutliche Lockerungen der jetzigen Einschränkungen geben kann.“ Ein Ende des Lockdown am 10. Januar ist also eher unwahrscheinlich.