• Sachsen ist deutschlandweit einer der Corona-Hotspots
  • Die Impfungen sind auch in Sachsen gestartet. Die Impfterminvergabe läuft.
Sachsen bleibt gemessen an der Inzidenzzahl weiterhin der absolute Corona-Hotspot in Deutschland. Aktuell - Stand Mittwochmorgen , 13.1.2021, 0:00 Uhr - beträgt die 7-Tage-Inzidenz Dem Robert Koch-Institut zufolge 304,4. Der Wert für Deutschland liegt am Dienstag bei 155. Die Sorge vor einer dritten Welle wächst angesichts der hohen Zahlen. 
Gleichzeitig geben die Corona-Impfungen Hoffnung auf ein Ende der Pandemie. Am Montag sind im Land die Impfzentren in Betrieb genommen worden.

Corona Impfung Sachsen: Impfzentren starten

In Sachsen haben am Montag die Impfzentren in allen zehn Landkreisen und drei kreisfreien Städten die Arbeit aufgenommen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden steht mit der Lieferung weiterer 34.125 Impfdosen am vergangenen Freitag und der für den 18. Januar erwarteten Lieferung in gleichem Umfang genug Impfstoff für einen kontinuierlichen und effizienten Betrieb der Impfzentren ohne Unterbrechung zur Verfügung. „Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte Ministerin Petra Köpping (SPD) bei der symbolischen Eröffnung des Impfzentrums in der SachsenArena Riesa (Landkreis Meißen).
Über das Portal können sich Menschen in Sachsen für eine Impfung anmelden.
Über das Portal können sich Menschen in Sachsen für eine Impfung anmelden.
© Foto: Robert Michael/DPA

Corona Impfung Sachsen: So viele Menschen sind bereits geimpft

Viel Kritik gibt es an der Impfkampagne in Deutschland. Doch wie ist der aktuelle Stand? Das Robert Koch-Institut gibt die Zahlen der Impfquoten bekannt. Sachsen liegt mit 5,82 Impfungen pro 100.000 Einwohner im bundesweiten Vergleich auf dem letzten Platz (Stand 16.1.):
  • Deutschlandweit liegt der Wert bei 8,3
  • Thüringen liegt mit 5,87 Impfungen pro 100.000 Einwohner knapp vor Sachsen.
  • Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern mit 16,74.

Neue Corona-Regeln für Sachsen

Das sächsische Kabinett will am 20.Januar über neue Corona-Regeln beraten. Hintergrund sind die Beschlüsse der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder und der Bundesregierung vom Dienstagabend (19. Januar). Dabei wurde beschlossen, den Lockdown deutschlandweit bis zum 14. Februar 2021 zu verlängern. Zudem wird die Maskenpflicht verschärft. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen künftig medizinische Masken getragen werden - das können sogenannte OP-Masken oder FFP2-Masken sein. Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen.

Video Schärfere Corona-Regeln treten in Kraft

Corona Zahlen in Sachsen sinken weiter

Die sächsischen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 695 weitere Corona-Neuinfektionen sowie 52 Todesfälle binnen eines Tages gemeldet. Zugleich sank die Sieben-Tage-Inzidenz auf 225, nach 245 am Vortag. Damit hat Sachsen im Bundesvergleich aber weiter die zweithöchste Infektionsrate nach Thüringen (256). Insgesamt haben sich bisher 167 685 Menschen aus dem Freistaat nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 5156 Infizierte sind gestorben

Corona Mutation Sachsen: Variante aus England in Dresden nachgewiesen

In Sachsen wurde auch eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen. Das Gesundheitsministerium in Dresden teilte am Donnerstag mit, dass die Virus-Mutation bei einer Person aus Dresden aufgetreten sei, die aus Großbritannien zurückgekehrt sei. Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war. Die Variante ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

Winterferien Sachsen 2021

Winterferien in Sachsen waren vom 10. bis 22. Februar geplant. Die Regierung hat sich nun für einen Kompromiss entschieden. Die erste Ferienwoche soll auf die erste Februarwoche vorgezogen werden. Die zweite planmäßige Ferienwoche soll in der Karwoche vor Ostern nachgeholt werden. Wenn Eltern schon einen Urlaubsplatz für die eigentliche Ferienzeit gebucht haben, können die Kinder vom Unterricht freigestellt werden.

Testpflicht für Pendler aus Polen und Tschechien

Nach Kritik an der Corona-Testpflicht für Berufspendler aus Polen und Tschechien rückte das Kabinett zudem von der geplanten Testung zweimal pro Woche ab. Stattdessen sollen sich Pendler nur noch einmal pro Woche testen lassen. Um den Unternehmen mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben, beginnt die Testpflicht erst am 18. Januar und damit eine Woche später als geplant. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) stellte Unternehmen, die ihre Pendler unterstützen, einen Zuschuss bis zu zehn Euro pro Schnelltest in Aussicht.

Neue Corona Regeln in Sachsen: Das gilt bei öffentlichem Nahverkehr und Home-Office

Die sächsische Regierung hat angesichts hoher Corona-Infektionszahlen ältere Bürger gebeten, den öffentlichen Nahverkehr wenn möglich zu meiden. Gesundheitsministerin Petra Köpping und Wirtschaftsminister Martin Dulig sprachen von einer dringlichen Empfehlung. Nach Angaben von Dulig sind Busse und Bahnen wegen der Pandemie sachsenweit derzeit im Schnitt zu 40 Prozent ausgelastet. Ziel sei es, die Auslastung auf 25 Prozent zu reduzieren. Zudem appellierten beide Minister an die Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter möglichst ins Homeoffice zu schicken. Betriebskantinen sollten nach Möglichkeit geschlossen werden.

Kinderbetreuung Corona: Notbetreuung und Sonderurlaub

Geschlossene Schulen stellen Eltern vor große Herausforderungen. In Sachsen gibt es die Möglichkeit einer Notbetreuung. Diese gilt aber nur für ganz bestimmte Berufsgruppen, die die Landesregierung auf ihrer Webseite auflistet. Zusätzlich dazu haben Eltern, die ihre Kinder wegen der geschlossenen Schulen nun zu Hause betreuen müssen, Anspruch auf Kinderkrankengeld bzw. Sonderurlaub.

Die Zahl der Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, steigt. Besonders in Sachsen sterben überdurchschnittlich viele Menschen.
Die Zahl der Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, steigt. Besonders in Sachsen sterben überdurchschnittlich viele Menschen.
© Foto: DPA

Sachsen verschärft Regeln bei Einreise aus Risikogebieten

Sachsen erweitert die Pflichten bei der Einreise aus ausländischen Risikogebieten. Betroffene müssen sich ab Donnerstag nicht nur wie bisher in häusliche Quarantäne begeben, sondern auch unverzüglich ein Testergebnis beim Gesundheitsamt vorlegen, wie das Gesundheitsministerin am Dienstag in Dresden mitteilte. Das gilt für die Tests:
  • Der Test darf bei der Einreise nicht länger als 24 Stunden zurückliegen.
  • Er kann aber auch bei der Einreise absolviert oder bis zu 48 Stunden danach nachgeholt werden.
  • Die Quarantäne nach der Einreise aus einem Risikogebiet beträgt zehn Tage.
  • Die Kosten für die Tests müssen die Betroffenen selbst tragen.
  • Grenzpendler und Grenzgänger, die aus Sachsen in die Nachbarländer oder umgekehrt einreisen, um zu arbeiten, einer Ausbildung nachzugehen oder um zu studieren, müssen sich regelmäßig und auf eigene Kosten testen lassen, mindestens zweimal wöchentlich.
  • Diese Regelung gilt ab dem 11. Januar.

Maskenpflicht Sachsen

In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen künftig sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden.

Sachsen erteilt Ausnahmen für Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen

Lastwagen mit wichtigen Versorgungsgütern können bis Ende Januar auch an Feiertagen und Sonntagen unterwegs sein. Der Freistaat habe eine entsprechende Ausnahmegenehmigung erteilt, hieß es am Freitag im Wirtschaftsministerium. Waren im Zusammenhang mit der Corona-Impfung dürfen bis zum 30. Juni 2021 ebenfalls an Sonn- und Feiertagen transportiert werden. Mit der Regelung soll sichergestellt werden, dass die Impfzentren funktionsfähig seien und der Impfstoff jederzeit zur Verfügung stehe, hieß es. Deshalb dürfen etwa Fahrzeuge, die den Impfstoff, Kühlsysteme, Impfbesteck oder medizinische Instrumente transportieren, auch an diesen Tagen unterwegs sein.

Corona Hotline Sachsen: Hier werden Fragen beantwortet

Die sächsische Regierung hat auf ihrer Internetseite ein FAQ mit den wichtigsten Fragen und Antworten veröffentlicht. Wer darüber hinaus Fragen hat, kann sich unter der Hotline informieren.

Corona Sachsen Regeln Handel: Diese Läden sind weiter offen

Die Regierung in Dresden hat eine weitgehende Schließung des Einzelhandels angekündigt. Nicht geschlossen werden sollen laut Corona Verordnung:
  • Lebensmittelhandel und Warenverkauf des täglichen Bedarfs
  • Weihnachtsbaumverkauf
  • Getränkehandel
  • Tierbedarf
  • Großhandel und Großmärkte
  • Post und Postdienstleistungen
  • Drogerien und Apotheken
  • Friseure
  • Banken und Geldinstitute
  • Tankstellen
  • Kfz-Handel und Fahrradservice
  • Bestatter
  • Optiker, Hörgeräteakustiker
  • Verkauf von Pyrotechnik
  • Waschsalons
  • Zeitungsverkauf
Baumärkte werden also geschlossen. Einzelne Märkte bieten aber Lieferdienste an. Auch Friseure müssen schließen. Diese werden wie überall bundesweit erst am Mittwoch geschlossen.

Einzelhandel ruft um Hilfe

Unter dem Titel „Wir machen auf_merksam“ haben Einzelhändler in Sachsen am Montag auf ihre schwierige Lage im Corona-Lockdown hingewiesen. „Uns erreichen täglich dramatische und hoch emotionale Hilferufe von Einzelhandelsunternehmen, die zusehen müssen, wie ihre Existenzgrundlage entzogen wird und ihr Lebenswerk und ihre wirtschaftliche Existenz völlig unverschuldet verloren gehen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes René Glaser. Es sei dringend nötig, dass Unterstützungsprogramme schnellstmöglich angepasst würden. „Ansonsten drohen noch mehr Insolvenzen und in der Folge verödete Innenstädte.“

Corona Thüringen: Fallzahlen steigen

In Sachsens Nachbarland Thüringen steigen die Corona-Zahlen ebenfalls. Zeitweise hatte der thüringische Kreis Altenburger Land, der an der Grenze zu Sachsen liegt, eine höhere Inzidenz als die sächsischen Kreise. Auch die landesweite Inzidenz in Thüringen ist hoch.