• Die Corona-Zahlen in Deutschland und Baden-Württemberg sind unverändert zu hoch
  • Baden-Württemberg verschärft daher ab Samstag, 12.12., seine Corona-Regeln - das betrifft vor allem Ausgangsbeschränkungen
  • Der Lockdown trifft viele Bereiche des alltäglichen Lebens
Angesichts der steigenden Corona-Zahlen wird befürchtet, dass das Gesundheitssystem in Deutschland und Baden-Württemberg bald überlastet sein wird. Deshalb haben sich Bund und Länder für eine strengere Einschränkung im öffentlichen Leben geeinigt.
Am Freitag nun hat Baden-Württemberg beschlossen, ab Samstag, 12.12.20, seine Corona-Regeln noch einmal deutlich zu verschärfen - vor allem hinsichtlich der Ausgangsbeschränkungen. Bei weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie will Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) die Gespräche zwischen Bund und Ländern abwarten. Bei den Ausgangsbeschränkungen sei er vorgeprescht, weil die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg so hoch seien, sagte Kretschmann. Hier habe man keine weiteren drei Tage abwarten können.

Friseursalons und ähnliche Betriebe werden geschlossen

Der Einzelhandel soll während des Lockdowns geschlossen bleiben. Ausnahmen sind demnach
  • Lebensmittel-Einzelhandel,
  • Wochenmärkte
  • Direktvermarkter für Lebensmittel,
  • Abhol- und Lieferdienste,
  • Getränkemärkte,
  • Reformhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien,
  • Optiker, Hörgeräteakustiker,
  • Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten,
  • Banken und Sparkassen, Poststellen,
  • Reinigungen, Waschsalons,
  • Zeitungsverkaufsläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte
  • Weihnachtsbaumverkaufs
  • und Großhandel
Dagegen werden Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe geschlossen.

Friseurtermin vor Mittwoch? Ansturm auf Friseure vor Lockdown

Kurz vor dem ab Mittwoch geltenden Lockdown verzeichnen Friseure nach Verbandsangaben noch einmal einen „riesigen Kundenansturm“. Viele verlängerten an den letzten beiden Tagen ihre Öffnungszeiten, um möglichst viele Kunden zu bedienen, sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, am Montag. „Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, aber die Friseure sind absolut verzweifelt.“

Dezember normalerweise umsatzstärkster Monat

Normalerweise sei der Dezember für Salons der umsatzstärkste Monat des Jahres, da sich kurz vor den Feiertagen noch mal viele Menschen die Haare schneiden ließen. „Dieser zweite Lockdown bedroht die Existenzen unseres kleinteiligen Handwerks“, sagte Müller. Über das gesamte Jahr rechnet der Verband mit Umsatzeinbrüchen von rund 30 Prozent. Im Frühjahr mussten die Friseure schon einmal für sechs Wochen schließen und durften anschließend unter Auflagen wie Mindestabstand zwischen den Frisierplätzen wieder öffnen.

Rabatte, Sonderaktionen, längere Öffnungszeiten

Auch viele Einzelhändler im Land erweitern spontan ihre Öffnungszeiten im Rahmen der Möglichkeiten. Zudem sollen Rabatte und Sonderaktionen dafür sorgen, dass in den Tagen vor dem Lockdown möglichst viel Umsatz gemacht wird und sich die vollen Regale wenigstens ein bisschen leeren. Denn zehn Tage vor Heiligabend haben noch längst nicht alle Menschen ihre Geschenke besorgt.