• Der Weihnachtslockdown in Deutschland wird härter als der im Frühjahr.
  • Das zeigt sich unter anderem in Ausgangssperren und in der Schließung von Baumärkten.
  • Vor dem Lockdown wurde am Dienstag ein Massenansturm erwartet.
Rund um die Baumärkte Obi, Hornbach, Bauhaus & Co. belasten seit Anfang der Woche lange Staus die Nerven der Autofahrer. Grund ist die Schließung der Branche ab Mittwoch, denn anders als beim Lockdown im Frühjahr gibt es dieses Mal keine Ausnahme für Heimwerker und Häuslebauer, die vor der Zwangspause zum Jahreswechsel noch Material brauchen. Nicht alle hatten das sofort mitbekommen, so dass gerade auch am Dienstag mit einem Massenansturm zu rechnen war.

Öffnen Obi, Praktiker, Hornbach & Co. vor dem Lockdown bis Mitternacht?

Politiker und Handelsverbände hatten zur Entzerrung der Torschlusspanik sogar eine Öffnung von Baumärkten und anderen Läden bis Mitternacht gefordert. Eine genaue Erklärung dafür, dass die Baumärkte dieses Mal geschlossen werden, gibt es von Bund und Ländern indes nicht. Im Frühjahr war jedenfalls keine besondere Häufung von Corona-Infektionen unter Heimwerkern bekannt geworden.

Bauhaus verkauft Weihnachtsbäume – „Click&Collect“-Probleme bei Ikea

Bei Bauhaus geht man aktuell davon aus, dass im Lockdown auf dem Parkplatz zumindest noch Weihnachtsbäume verkauft werden dürfen, da die Corona-Verordnung das so vorsieht.
Auch bei Ikea war vor dem Lockdown übrigens ein Massenansturm zu erwarten, denn nach dem Corona-Gipfel war zunächst noch nicht klar, ob Länder wie Baden-Württemberg weiterhin die Abholung von Waren per „Click & Collect“ erlauben. Im Frühjahr waren diese massiv genutzt worden, doch der aktuelle Lockdown soll offenbar noch härter werden als damals und bringt etwa auch Ausgangssperren mit sich.

Heimwerkerbedarf im Supermarkt statt im Baumarkt?

Inwieweit ab Mittwoch noch Non-Food-Artikel im Supermarkt verkauft werden dürfen, war am Dienstagmorgen nicht klar. Die Abgrenzung zwischen Lebensmitteln und anderen Produkten im Sortiment hatte bereits im Frühjahr für Probleme gesorgt und wurde schließlich von Gerichten entschieden. Maßgeblich war die prozentuale Aufteilung der Verkaufsfläche.

Stuttgart

Dürfen alle Handwerker überall in den Baumarkt?

Ob Handwerker zur Deckung ihres Materialbedarfs im Unterschied zu Endkunden weiterhin im Baumarkt einkaufen dürfen, ist eine Frage, die man sich in der Politik zunächst offenbar nicht mit letzter Konsequenz gestellt hatte. Hornbach teilte auf Anfrage jedoch mit, dass das Einkaufen für Handwerker in Baden-Württemberg weiterhin möglich sein wird. Technisch könnte der Zugang auf Personen mit Gewerbeschein beschränkt werden, wie es bereits im Großhandel bei Metro und anderen üblich ist. Bayern hatte sich diesbezüglich im Frühjahr besonders restriktiv gezeigt und daneben auch einen Auszug aus der Handwerksrolle gefordert, während in Niedersachsen alle Gewerbetreibenden in den Baumarkt durften. Zwölf Bundesländer hatten im März ganz von einer Schließung abgesehen.

Diese Baumärkte sind vom Lockdown betroffen (Auswahl)

  • Bauhaus
  • Baywa
  • Globus
  • Hagebaumarkt
  • Hellweg
  • Hornbach
  • Obi
  • Praktiker
  • Poco
  • Toom
  • Raiffeisen