• Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken in puncto Neuinfektionen aktuell leicht
  • Bei den Todesfällen und auf den Intensivstationen zeichnet sich allerdings trotz des Lockdowns noch keine Entspannung ab
  • Vermutlich am 5. Januar kommen Bund und Länder zum nächsten Corona-Gipfel zusammen
  • Wird es Lockerungen für Hotels, Bars und Restaurants geben?
Wie geht es weiter nach dem Ende des Lockdowns am 10. Januar? Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) mahnte in seiner Ansprache zum Jahreswechsel: "Wir alle haben noch eine Durststrecke vor uns. Wir werden noch einige Monate durchhalten müssen." Es gebe aber auch die „berechtigte Hoffnung, das Virus im kommenden Jahr zu besiegen“ Die Frage ist nur - wann und mit welchen Mitteln?
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht wenig Chancen auf schnelle Lockerungen der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise.
Der CDU-Politiker deutete eine Verlängerung des harten Lockdowns über den 10. Januar hinaus an. „Solange ganz Deutschland ein riesengroßer Hotspot ist, verbieten sich Lockerungen praktisch von selbst“, sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur. Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hält eine Verlängerung des Lockdowns für sehr wahrscheinlich.
Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), dämpft Hoffnungen. Für Tourismus und Gastronomie sehe sie kaum Möglichkeiten für eine rasche Aufhebung der Beschränkungen. „Mit dem Beginn der Impfungen eröffnet sich der Weg, Schritt für Schritt aus der Pandemie herauszukommen. Doch ist dies noch ein langer Weg, die Vermeidung von Kontakten damit weiterhin unerlässlich, um die Ansteckungen eindämmen zu können“, sagte sie der dpa.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht wenig Chancen auf schnelle Lockerungen der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht wenig Chancen auf schnelle Lockerungen der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise.
© Foto: DPA

Lockdown in Deutschland: Perspektiven für Gastronomie und Hotels nach dem 10. Januar

Die Hotel- und Gaststättenbranche braucht nach dem 10. Januar eine Öffnungsperspektive, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Verbandes, Ingrid Hartges, dem Redaktions Netzwerk Deutschland (RND). Der Verband fordert ein höheres Tempo beim Impfstoff und Schnelltests sowie bei der Kontaktnachverfolgung damit gastronomische Betriebe nach dem 10. Januar wieder öffnen können.
Die Hotel- und Gaststättenbranche braucht eine Öffnungsperspektive, sagt Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Verbandes, Ingrid Hartges
Die Hotel- und Gaststättenbranche braucht eine Öffnungsperspektive, sagt Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Verbandes, Ingrid Hartges
© Foto: © DEHOGA Bundesverband/Svea Pietschmann
Der Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern (Dehoga) hat vor allzu großen Erwartungen an das kommende Jahr gewarnt. Das gelte selbst dann, wenn die Impfungen gegen das Coronavirus wie geplant und ohne größere Schwierigkeiten anlaufen könnten. „Das Jahr 2021 wird ein sehr, sehr schwieriges Jahr für uns werden“, sagte Verbandspräsident Lars Schwarz der Deutschen Presse-Agentur. Er rechnet damit, dass es selbst bei günstigem Verlauf bis ins dritte Quartal dauern wird, bis genügend Menschen geimpft sind, um dann von einem ausreichenden Reiseverkehr sprechen zu können. Schwarz hofft, dass mit den höheren Temperaturen im Frühjahr und einem wachsenden Anteil geimpfter Menschen sich die Lage entspanne.

Diskussion über Impf-Privilegien

Aktuell ist auch eine Diskussion entbrannt, ob Geimpfte bevorzugt werden sollen - ins Restaurant, in den Club oder ins Hotel nur mit Corona-Impfung? Aus Sicht des Gastro-Branchenverbands Dehoga ist jetzt nicht die Zeit für solche Gedankenspiele. „Für diese Diskussion ist es aus unserer Sicht viel zu früh“, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. „Solange nicht ausreichend Impfstoff für alle zur Verfügung steht, brauchen wir nicht über Zugangsbeschränkungen zu sprechen.“ Zunächst hätten alle ein großes Interesse daran, das geimpft werden könne, wer das wolle - das betreffe auch die Mitarbeiter und Unternehmer in der Gastronomie.

Corona-Gipfel: Bund und Länder beraten am 5. Januar, wie es weitergeht

Beim nächste Bund-Länder-Gipfel am 5. Januar 2021 wollen die Minister und Bundeskanzlerin Angela Merkel beraten, wie es weitergeht. Aktuell deuten die Zahlen in ganz Deutschland darauf hin, dass der Lockdown bundesweit verlängert wird.