Mindestlohn in der EU: Die gesetzlichen Mindestlöhne in Europa – Der große Europa-Vergleich

Wie hoch fällt der Mindestlohn in den Ländern Europa aus? Haben überhaupt alle Länder einen Mindestlohn? Die Antworten auf diese und weitere Fragen zum Mindestlohn in der EU zusammengefasst.
Felix Hörhager/dpaIm Oktober 2022 wurde der Mindestlohn in Deutschland auf 12 Euro pro Stunde angehoben. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit auf Platz zwei. Doch nicht alle Länder der Europäischen Union (EU) haben Stand Januar 2023 einen Mindestlohn. So wird zum Beispiel in Italien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Österreich und in der Schweiz darauf verzichtet. Neben Deutschland haben auch 21 weitere EU-Länder einen Mindestlohn eingeführt: Luxemburg, Belgien, Niederlande, Irland, Frankreich, Slowenien, Spanien, Zypern, Litauen, Polen, Malta, Portugal, Estland, Tschechien, Griechenland, Kroatien, Slowakei, Lettland, Rumänien, Ungarn, Bulgarien gehören dazu. Doch wo fällt der Mindestlohn am höchsten aus und warum gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn überhaupt? Die Mindestlöhne im großen Europa-Vergleich.
Was ist ein Mindestlohn?
Ein Mindestlohn ist der gesetzlich festgelegte niedrigste Stunden- oder Monatslohn, den Arbeitgeber ihren Angestellten zahlen dürfen. Er soll sicherstellen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine angemessene Bezahlung für ihre Arbeit erhalten, die zumindest ein bestimmtes Mindestniveau erreicht. Die genaue Höhe des Mindestlohns variiert von Land zu Land und kann auch je nach Branche oder Region unterschiedlich sein.
Warum gibt es einen Mindestlohn?
Die Einführung eines Mindestlohns wird mitunter kontrovers diskutiert. Befürworter eines Mindestlohns sehen darin ein Instrument zur Armutsbekämpfung und zur Sicherstellung fairer Löhne. Ohne einen Mindestlohn könnten ihrer Ansicht nach Arbeitgeber dazu neigen, sehr niedrige Löhne anzubieten, um ihre Kosten zu senken und höhere Gewinne zu erzielen. Dies könnte zu Ausbeutung von Arbeitnehmern führen, die trotz harter Arbeit nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt angemessen zu bestreiten. Gegner eines Mindestlohns argumentieren, dass eine zu hohe gesetzliche Vorgabe Arbeitsplatzverluste verursachen könnte, da Arbeitgeber möglicherweise nicht in der Lage sind, die erhöhten Lohnkosten zu stemmen. Dies führe dazu, dass die Wirtschaft nicht ausgelastet wäre, Menschen ihren Job verlieren und letztendlich weniger verdienen würden als vor der Einführung.
Wer hat in Europa den höchsten Mindestlohn?
In Europa hat Luxemburg den höchsten Mindestlohn. Dort beträgt der Mindestlohn 13,8 Euro. Gefolgt wird diese Position von Deutschland mit 12 Euro pro Stunde auf Platz zwei. Belgien (11,85 Euro), Niederlande (11,75 Euro) Irland (11,3 Euro) und Frankreich (11,27 Euro) folgen laut Statista auf den weiteren Plätzen.
Welches Land in Europa hat den geringsten Mindestlohn?
Bulgarien belegt im europäischen Vergleich des Mindestlohns den letzten Platz. Nur in Ungarn (3,41 Euro), Rumänien (3,64 Euro) und Lettland (3,67 Euro) ist dieser noch ein wenig höher.
Die Mindestlöhne in Europa im Überblick
Laut Statista betrugen die Mindestlöhne in Europa zum Stand Januar 2023 folgende Höhen:
- Luxemburg 13,8€
- Deutschland 12€
- Belgien 11,85€
- Niederlande 11,75€
- Irland 11,3€
- Frankreich 11,27€
- Slowenien 6,96€
- Spanien 6,55€
- Zypern 5,7€
- Litauen 5,14€
- Polen 4,87€
- Malta 4,82€
- Portugal 4,5€
- Estland 4,3€
- Tschechien 4,23€
- Griechenland 4,12€
- Kroatien 4,05€
- Slowakei 4,02€
- Lettland 3,67€
- Rumänien 3,64€
- Ungarn 3,41€
- Bulgarien 2,41€
Der große Europa-Vergleich
Lebenserwartung, Durchschnittseinkommen, Geburtenrate, Anzahl der Ferientage, Sex-Häufigkeit: Wir vergleichen in unserer Reihe die einzelnen Länder in Europa miteinander. Hier sind die bislang erschienen Beiträge des großen Europa-Vergleichs:
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