Deutschland liefert nun auch den Kampfpanzer vom Typ Leopard 2, der den russischen Panzern technisch überlegen ist, und als einer der besten Kampfpanzer der Welt gilt.
Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung dem osteuropäischen Land bereits Waffen im Wert von über zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Gleich zu Beginn des neuen Jahres wurde weiter aufgestockt: Frankreich und Deutschland schicken die ersten modernen Panzer in die Ukraine. Frankreich schickt den Spähpanzer AMX-10 RC, Deutschland sendet bereits den Marder. Lange war unklar, ob auch Leoparden geschickt werden sollen. Die Bundesregierung hatte die Entscheidung von den USA abhängig gemacht. Jetzt hat Präsident Joe Biden Lieferungen von Abrams-Panzern in Aussicht gestellt.

Bundesregierung liefert Leopard-Panzer an die Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Lieferung deutscher Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 an die Ukraine angekündigt. In einem "ersten Schritt" sollten der Ukraine 14 Leopard-Panzer aus Beständen der Bundeswehr zur Verfügung gestellt werden, teilte Scholz nach Angaben seines Sprechers Steffen Hebestreit am Mittwoch in einer Kabinettssitzung in Berlin mit. Der Schritt erfolge in Abstimmung mit den internationalen Partnern; Ziel sei es, "rasch zwei Panzer-Bataillone mit Leopard-2-Panzern für die Ukraine zusammenzustellen".
ARCHIV - 25.09.2017, Niedersachsen, Munster: Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A6 fährt bei der Vorbereitung zu der Informationslehrübung «Landoperationen 2017» über den Übungsplatz. Deutschland will in einem ersten Schritt 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 aus den Beständen der Bundeswehr in die Ukraine liefern. Das kündigte Regierungssprecher Hebestreit am Mittwoch in einer Mitteilung an.
ARCHIV - 25.09.2017, Niedersachsen, Munster: Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A6 fährt bei der Vorbereitung zu der Informationslehrübung «Landoperationen 2017» über den Übungsplatz. Deutschland will in einem ersten Schritt 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 aus den Beständen der Bundeswehr in die Ukraine liefern. Das kündigte Regierungssprecher Hebestreit am Mittwoch in einer Mitteilung an.
© Foto: picture alliance/Philipp Schulze/dpa

Was kann der Panzer Leopard 2? Bewaffnung, Gewicht, Geschwindigkeit

Die Leopard 2 A7V gehören zu den neusten Panzer der Bundeswehr. Sie werden seit 2020 an die Truppe ausgeliefert, ab 2023 sollen sie Teil der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) der Nato sein.
Die Leopard 2 Panzer haben eine Höchstgeschwindigkeit von 63 km/h und wiegen knapp 64 Tonnen. Die Leopard-Panzer haben eine 120-Millimeter-Glattrohrkanone, die eine Entfernung von bis zu 5.000 Metern erreichen kann. Die Waffenstation kann mit verschiedener Munition ausgestattet werden, darunter ist auch eine Granatmaschinenwaffe. Die Besatzung besteht in der Regel aus vier Personen: einem Kommandanten, einem Richtschützen, einem Ladeschützen und einem Fahrer. Die Wanne des Panzers schützt erfolgreich vor Minen und anderen Sprengstofffallen. Der Panzer ist auch für Kämpfe in der Nacht geeignet, da auch der Nachtsicht bei den neusten Panzern optimiert ist. Hergestellt wird der Leopard von Kraus-Maffei Wegmann (KMW).
Doch was kostet er? Ein Panzer wie der Leopard ist kein Fahrzeug von der Stange. Je nach Modell kostet er um die drei bis neun Millionen Euro.
Grafik-Erklärgrafik Nr. 105239, Querformat 135 x 85 mm, "Kampfpanzer Leopard 2 A6"
Grafik-Erklärgrafik Nr. 105239, Querformat 135 x 85 mm, "Kampfpanzer Leopard 2 A6"
© Foto: dpa/A. Brühl/B. Schaller

Leopard 2 Panzer Bestand: Wie viele hat die Bundeswehr?

Die Bundeswehr soll bis 2023 insgesamt über 104 Panzer des Typs Leopard 2 A7V verfügen. Der Panzer wird nach Herstellerangaben bisher von 19 Ländern der Welt genutzt. Das neuste Modell ist aus 2020, die ersten Leopard 2-Panzer wurden aber schon 2014 hergestellt. Die Bundeswehr hat rund 300 Leopard-Panzer von anderen Produktionsreihen.

Deutschland liefert Waffen an die Ukraine

Deutschland ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Waffenlieferanten der Ukraine geworden. Die gesamte Liste der Waffenlieferungen aus Deutschland gibt es hier. Zu Beginn des neuen Jahres wurde diese Kooperation noch mehr ausgeweitet: Deutschland liefert Panzer vom Typ Marder und nun auch Leopard 2 in die Ukraine. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei "eine große Erleichterung", dass "die Bundesregierung und speziell das Kanzleramt den Weg endlich frei machen für Panzerlieferungen.“

Kampfpanzer, Schützenpanzer, Spähpanzer - Wo sind die Unterschiede?

Waffenlieferungen: Jetzt kommen Kampfpanzer für die Ukraine

Vor dem Hintergrund der heftigen Kämpfe sowie Kriegsverbrechen in der Ukraine waren der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz und der designierte Verteidigungsminister Boris Pistorius in Sachen Waffenlieferungen zuletzt immer mehr unter Druck geraten.
Nachdem zuletzt die Forderungen aus dem Ausland immer größer wurden, hat sich Deutschland nun zu der Lieferung von Leopard 2 Panzern entschieden. Neben Deutschland liefern auch weitere Länder neue Waffen, eine Reaktion aus Russland hat dabei auch nicht lange auf sich warten lassen.
Deutschland nimmt eine Schlüsselrolle ein, denn da die Panzer hier produziert werden, muss die Bundesregierung deswegen jeden Export auch anderer Länder genehmigen.