Nachdem der französische Präsident Macron bereits die Lieferung von Spähpanzern des Typ AMX-10 RC an die Ukraine zugesagt hat, hat auch die deutsche Regierung beschlossen, mehr schweres Gerät zu liefern.
Die Bundesregierung will dem von Russland angegriffenen Land Schützenpanzer des Typs Marder sowie eine Patriot-Flugabwehrbatterie liefern. Das wurde von Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Biden beschlossen. Die USA wollen der Ukraine ihrerseits Panzer vom Typ Bradley zur Verfügung stellen.
  • Was zeichnet den deutschen Panzer aus?
  • Was ist über seine Bewaffnung bekannt?
  • Welche Geschichte steckt hinter dem Marder?
Alle Infos über den Schützenpanzer Marder hier.

Das ist der Marder aus Deutschland: Bewaffnung, Gewicht und Einsatz

Der Schützenpanzer Marder war seit den 1970er Jahren das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe. Er ist ein frontangetriebenes Vollkettenfahrzeug und dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-mm Maschinenkanone sowie einigen Sekundärwaffen zur Panzerabwehr.
Mit seiner Bewaffnung kann der Marder feindliche Infanterie, Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge bekämpfen. Sein Wärmebildgerät erlaubt außerdem den Einsatz bei Tag und Nacht sowie unter allen Witterungsbedingungen.
Für die Führung des Marders bedarf es einer Besatzung von drei Personen. Mit einem Gefechtsgewicht von 33 Tonnen hat der Marder immerhin noch 65 km/h unter der Haube.
Der Schützenpanzer des Düsseldorfer Rüstungsunternehmens Rheinmetall gilt als flink, wendig und flexibel - und ist dabei trotzdem stark gepanzert. Er könnte in der Ukraine also an vorderster Front eingesetzt werden.

Die Geschichte des Schützenpanzers Marder

Das Projekt Marder entstand schon im September 1959: Ziel war es, einen zum Kampfpanzer Leopard 1 passenden Schützenpanzer zu entwickeln. Hergestellt wird der Panzer vom Düsseldorfer Rüstungsunternehmen Rheinmetall.
Der Marder wurde bereits im Kalten Krieg konzipiert, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Zuletzt wurde seine Rolle sogar aufgewertet, da Exemplare des Nachfolgemodells Puma mit Pannen ausfielen.
Obwohl er schon sehr alt ist, konnte sich der Schützenpanzer Marder in Auslandseinsätzen der Bundeswehr unter verschieden klimatischen Bedingungen und Intensität bewähren.

Schützenpanzer Marder: Das ist über die Lieferung bekannt

Bisher ist noch nicht viel über die Anzahl bekannt, die die deutsche Regierung an die Ukraine liefern will. Angeblich sollen es 40 Marder werden, um ein Panzergrenadierbataillon voll auszustatten. Die Bundeswehr verfügt über etwa 300 Marder.
Die ersten Panzer sollen nach den Plänen der Bundesregierung wohl schon im ersten Quartal ausgeliefert werden. Bei diesen Mardern könnte es sich um alte Modelle aus Beständen der Industrie handeln. Darüber hinaus sollen wohl auch Modelle aus Bundeswehrbeständen geliefert werden.

Waffenlieferungen: Gibt es bald deutsche Kampfpanzer für die Ukraine?

Vor neuen Gesprächen in Ramstein über westliche Militärhilfe für die Ukraine hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sich für die Lieferung weiterer schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. „Die jüngsten Zusagen für schweres Kriegsgerät sind wichtig - und ich erwarte schon in naher Zukunft mehr“, sagte Stoltenberg dem „Handelsblatt“.
Großbritannien hatte ebenfalls angekündigt, der Ukraine 14 Kampfpanzer vom Typ Challenger 2 zur Verfügung zu stellen. Vor dem Hintergrund der heftigen Kämpfe sowie Kriegsverbrechen in der Ukraine geraten auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz und der designierte Verteidigungsminister Boris Pistorius in Sachen Waffenlieferungen immer mehr unter Druck.
Am Freitag trifft sich auf Einladung von Austin die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz, hier soll über weitere Waffen- und Panzerlieferungen an die Ukraine beraten werden. Wichtig für Pistorius wird vor allem die Frage, ob Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 geliefert werden sollen. Deutschland nimmt eine Schlüsselrolle ein, denn da die Panzer hier produziert werden, muss die Bundesregierung deswegen jeden Export auch anderer Länder genehmigen.

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