Lebensmittelpreise: In diesen Ländern sind Lebensmittel am billigsten - Der große Europa-Vergleich

In welchem europäischen Land sind die Lebensmittelpreise am höchsten? Und wo in Europa sind die Lebensmittel am billigsten?
Jens Büttner/dpaLebensmittel werden teurer. Das spürt man auch in Deutschland. Aber wie hoch sind die Preise für Nahrung hierzulande im Vergleich zu anderen europäischen Ländern? Geben die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Nachbarländer mehr oder weniger Geld für Lebensmittel aus als wir? Die Lebensmittelpreise im großen Europa-Vergleich gibt es hier.
In welchem europäischen Land sind Lebensmittel am teuersten?
Die europäische Statistikbehörde Eurostat erstellt sogenannte Preisniveauindizes, um die Lebensmittelpreise aller europäischen Länder miteinander vergleichen zu können. Liegt der Preisniveauindex eines Landes über 100, sind die Produkte dort teurer als im EU-Durchschnitt, liegt der Index unter 100, sind sie günstiger.
Das Preisniveau für Lebensmittel und nicht alkoholische Getränke ist der letzten Eurostat-Erhebung aus dem Jahr 2022 zufolge in der Schweiz am höchsten. Der Preisniveauindex liegt dort bei 163,4. Auch in Norwegen und Island sind die Lebensmittel mit Preisniveauindizes von 145,5 und 142,4 im Europavergleich besonders teuer. Das sind die Preisniveauindizes für Lebensmittel und nicht alkoholische Getränke in Europa im Überblick:
- Schweiz: 163,4
- Norwegen: 145,5
- Island: 142,4
- Dänemark: 120,7
- Luxemburg: 120,7
- Malta: 117,5
- Irland: 115,4
- Schweden: 114,7
- Finnland: 113,8
- Zypern: 108,4
- Österreich: 107,0
- Frankreich: 106,7
- Griechenland: 106,5
- Deutschland: 106,5
- Estland: 106,4
- Lettland: 105,6
- Italien: 104,1
- Belgien: 104,0
- Portugal: 103,2
- Slowakei: 101,9
- Slowenien: 101,1
- Kroatien: 101,1
- Litauen: 99,0
- Spanien: 98,9
- Niederlande: 98,2
- Tschechien: 97,2
- Serbien: 91,3
- Ungarn: 89,9
- Montenegro: 87,7
- Bulgarien: 86,7
- Albanien: 85,1
- Bosnien und Herzegowina: 84,4
- Polen: 73,4
- Rumänien: 71,8
- Nordmazedonien: 68,3
- Türkei: 64,1
In welchem Land in Europa sind die Lebensmittel am billigsten?
Laut den Eurostat-Daten ist das europäische Land, in dem die Lebensmittel am günstigsten sind, derzeit die Türkei. Der Preisniveauindex für Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke liegt dort aktuell bei 64,1. Auch in Nordmazedonien (Preisniveauindex: 68,3) und in Rumänien (Preisniveauindex: 71,8) bezahlen die Menschen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern derzeit wenig Geld für Lebensmittel. Allerdings muss man diese Zahlen in Bezug zum Einkommensniveau in den jeweiligen Ländern setzen. Dann wird schnell klar, dass in Rumänien vor allem Urlauber günstig essen und trinken oder dass für Luxemburger, Iren und Dänen das höhere Preisniveau aufgrund des in diesen Ländern höheren Durchschnittseinkommens keine größere Herausforderung bedeutet. Die Eurostat-Zahlen zu den Konsumausgaben der privaten Haushalte 2021 zeigen, dass die Menschen in Bosnien und Herzegowina 31,4 oder in Rumänien 24,8 Prozent ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel aufwenden. Das ist im Europa-Vergleich besonders hoch, während sich Irland und Luxemburg mit 8,7 beziehungsweise 9 Prozent am anderen Ende der Skala wiederfinden.
Wie teuer sind Lebensmittel in Deutschland im Europa-Vergleich
Das Preisniveau für Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke liegt in Deutschland laut der aktuellen Erhebung bei 106,5. Damit bewegen sich die Preise hierzulande nur leicht über dem europäischen Durchschnitt. Setzt man die Preise ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen der Deutschen zeigt sich, dass in Deutschland vergleichsweise wenig Geld für Lebensmittel ausgegeben wird. Die Deutschen wenden nach den aktuellen Daten 11,9 Prozent ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel auf und liegen damit unter dem EU-Durchschnitt von 14,3 Prozent.
Der große Europa-Vergleich
Lebenserwartung, Durchschnittseinkommen, Geburtenrate, Anzahl der Ferientage, Sex-Häufigkeit: Wir vergleichen in unserer Reihe die einzelnen Länder in Europa miteinander. Hier sind die bislang erschienen Beiträge des großen Europa-Vergleichs:
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