In Deutschland, Europa und der Welt - jeden Tag ändern sich in Zeiten der Corona-Pandemie die Zahlen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die US-amerikanische Johns-Hopkins-University (JHU) veröffentlichen jeden Tag die neuen Fallzahlen zu Neuinfektionen, Infizierten, Toten und Genesenen. Entsprechend der Entwicklung werden in verschiedenen Regionen Maßnahmen verschärft - oder gelockert. Gerade am Dienstag vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer weitere Corona-Regeln. Tags drauf, am Mittwoch, sprach sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dann im Südwesten sogar noch für striktere Regeln aus.
  • Wie also ist das weitere Vorgehen in Deutschland in der Corona-Krise?
  • Gleichzeitig bereiten sich viele auf die Herbstferien vor. Während beliebte Reiseziele der Deutschen wie Tirol und Voralberg derzeit tabu sind, wären Fernreisen in bestimmte Länder wieder möglich.
  • Hier lesen Sie die aktuellen Fallzahlen des RKI vom Donnerstag, 01.10.2020


RKI-Zahlen: Stand der Corona-Neuinfektionen in Deutschland am 01.10.2020

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI am Donnerstag 2503 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Am Dienstag waren 2089 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am, Vortag, am Mittwoch waren es 1798 Fälle gewesen, am vergangenen Samstag 2507 Fälle - und damit so viele Neuinfektionen, wie seit April nicht mehr.
Der Höhepunkt bei den jeden Tag gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle zum ersten Mal wieder bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.
Am Montag und Dienstag hatte die Aufbereitung der RKI-Zahlen am Morgen zunächst länger gedauert. Sie waren nicht - wie sonst üblich - gegen 6 Uhr morgens, sondern mit gut zwei Stunden Verspätung gekommen.

Corona in Deutschland: Intensivmedizinische Betreuung nimmt laut RKI wieder zu

Ein leichter Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit (Stand Dienstag, 29.09.2020, 12:15 Uhr) 352 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 195 davon werden beatmet. Vor einer Woche (22.9.) hatte der Wert noch bei 278 (151 beatmet) gelegen, in der Woche davor (15.9.) bei 236 (129 beatmet). Rund 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hatte erst kürzlich auf den Zeitverzug zwischen Neuinfektionen und schweren Verläufen hingewiesen.

Coronavirus-Zahlen - So viele Neuinfektionen, Tote und Genesene gibt es heute in Deutschland

  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 291.722 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Stand Donnerstag, 01.10.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 292.913 Infizierte.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt jetzt bei 9500. Das sind 12 mehr als am Vortag. Die JHU meldet aktuell 9495 Tote.
  • Genesene: Bis Mittwochmorgen hatten etwa 257.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

RKI-Zahlen für Deutschland: Der aktuelle R-Wert

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Mittwoch bei 0,96 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 1,00 (Vortag: 1,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

RKI-Dashboard: Die Entwicklung der Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Doch nicht nur die Corona-Zahlen in Deutschland interessieren die Menschen. Gerade auch die Entwicklung der Pandemie im eigenen Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - ist von Interesse. Daten und Zahlen dazu liefert das Dashboard des RKI tun.
Wie ist die Corona-Lage im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg? Das RKI-Dashboard liefert die aktuellen regionalen Fallzahlen.
Wie ist die Corona-Lage im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg? Das RKI-Dashboard liefert die aktuellen regionalen Fallzahlen.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Corona-Zahlen in Deutschland: Ein immer größerer Teil der Tests fällt positiv aus

Seit Anfang August fällt ein immer größerer Anteil der Corona-Tests in Deutschland positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 39 (21.-27. September) bei 1,22 Prozent, wie das RKI in seinem Lagebericht von Mittwochabend schrieb. In der Vorwoche waren es 1,16 Prozent. Insgesamt wurden laut RKI in Kalenderwoche 39 rund 1,153 Millionen Tests (Vorwoche rund 1,148 Millionen) in Deutschland gemacht. Etwa 14 000 Tests waren positiv, in der Vorwoche waren es mit rund 13 300 noch deutlich weniger. Bei den Tests kann es Nachmeldungen aus den Labors geben.

Spahn macht Hoffnung auf Schnelltests für zuhause

In der Corona-Pandemie könnten in Deutschland künftig auch Tests für Zuhause zum Einsatz kommen. Man werde in den nächsten Wochen und Monaten immer mehr Ergänzungen der Testmöglichkeiten sehen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin nach Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder. „Es wird - ich kann Ihnen nicht genau sagen wann, aber absehbar, weil die Unternehmen daran arbeiten - auch den Heimtest geben können.“
Einen Zeitpunkt nannte Spahn nicht. Ob das in vier, acht, zwölf oder 16 Wochen sei, werde man sehen, „aber ich bin sehr sicher, wir werden es sehen“. Ein solcher Heimtest müsste nach Spahns Angaben allerdings zunächst von den Behörden genehmigt werden, weil es sich bei Covid-19 um eine meldepflichtige Erkrankung handele.
Mit Blick auf die für Mitte Oktober angekündigte neue Teststrategie sagte Spahn, er sei zuversichtlich, dass sogenannte Antigen-Tests „zusätzlich in großer Millionenzahl pro Monat“ eingesetzt werden könnten. Mit den Bundesländern und Experten unter anderem des Robert Koch-Instituts wird demnach momentan darüber beraten, an welcher Stelle künftig die bisher üblichen PCR-Tests und die Schnelltests zum Einsatz kommen sollen. Auch die Frage, wer die Kosten dafür übernimmt, werde dabei geklärt.
Spahn hatte vor einigen Tagen bereits angekündigt, dass Schnelltests Bestandteil der neuen Corona-Teststrategie werden, die Mitte Oktober stehen soll. Diese seien mittlerweile qualitativ besser und könnten beispielsweise eingesetzt werden, um Besucher von Pflegeheimen zu testen und direkt ein Ergebnis zu erfahren.

Johns-Hopkins-University Corona-Map: Zahlen zur weltweiten Entwicklung

Analog dazu bietet die JHU auf ihrer Website eine sogenannte Map, eine Weltkarte, an, auf der die globale Entwicklung der Corona-Pandemie ersichtlich wird.
Die Johns-Hopkins zeigt in einem Dashboard die Lage auf der Welt.
Die Johns-Hopkins zeigt in einem Dashboard die Lage auf der Welt.
© Foto: Screenshot JHU

Corona-Hotspots: Hamm, Remscheid, München und Rhön-Grabfeld überschreiten Grenzwerte

Mit dem Kreis Rhön-Grabfeld hat ein weiterer Landkreis in Bayern den bundesweit geltenden Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage überschritten.
  • Die 7-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des RKI dort bei 51,4. Ist der Grenzwert überschritten, können neue Corona-Maßnahmen beschlossen werden.
  • München überschreitet mit 36 den bayrischen Frühwarnwert.
  • Die Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen hat mit einer 7-tage-Inzidenz von 95,5 weiter den höchsten Wert in Deutschland.
  • Auch Remscheid liegt mit 59,5 über der kritischen Marke.

Risikogebiete Europa: Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung für Belgien und weitere Länder aus

Seit Mittwoch gelten 15 der 27 EU-Länder zumindest teilweise als Risikogebiete. Wegen stark steigender Infektionszahlen hat das RKI Belgien, Teile von Frankreich und Island und weitere Regionen auf die Liste der Risikogebiete gesetzt. Es gelten entsprechende Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes.