Um die Corona-Pandemie einzudämmen sind Tests auf das Coronavirus unerlässlich. Der bisherige Standard ist der PCR-Test - doch es werden immer mehr Schnelltests entwickelt und erprobt. Das Versprechen: vor dem Unterricht, dem Besuch in einer Pflegeeinrichtung oder einem Kino können Menschen zügig und zuverlässig auf das Coronavirus getestet werden. Die Antigentests sind vergleichsweise schnell und unkompliziert. Doch was können sie leisten?

Schnelltest auf das Coronavirus - Welche Arten von Corona-Tests gibt es?

Anders als die üblicherweise durchgeführten PCR-Tests suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht aufwendig nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person positiv ist oder nicht.
Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten von Tests, um das Coronavirus nachzuweisen. Diese weisen den Erreger auf unterschiedliche Arten nach. Ein Überblick:
  • PCR-Test (polymerase chain reaction, Polymerase-Kettenreaktion): Dabei werden Bestandteile des Erbguts des Virus über hoch-empfindliche, molekulare Testverfahren – eine sogenannte "real-time PCR" – nachgewiesen. Die reine Testzeit beträgt hierbei etwa vier bis fünf Stunden. Die Zeit zwischen Entnahme der Probe (z. B. Rachenabstrich) und Ergebnismitteilung kann ein bis zwei Tage betragen. Dieser Test ist der Goldstandard des Nachweises einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2, weil er als sehr zuverlässig gilt.
  • Antigen-Test: Dies ist ein Test, der innerhalb von wenigen Minuten eine akute Infektion mit Sars-CoV-2 aus einem Rachenabstrich identifizieren soll. Der Test weist bestimmte Proteine auf der Virushülle, aber nicht wie die PCR einzelne Gensequenzen nach. Allerdings weisen bisher verfügbare Antigen-Tests eine Infektion nicht so zuverlässig nach wie ein PCR-Test.
  • Antikörper-Test: Dabei werden Antikörper, die das Immunsystem speziell gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gebildet hat, im Blut bzw. Serum nachgewiesen. Dieser Test ist insbesondere für Forschungsfragen sinnvoll (z. B. um die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland zu untersuchen). Nach dem Auftreten von Krankheitszeichen (Symptomen) vergehen in der Regel ein bis zwei Wochen (in Einzelfällen auch mehr), bis diese spezifischen Antikörper nachweisbar sind. SARS-CoV-2-spezifische Antikörper können auch nach Abklingen von Symptomen bzw. nach Eliminierung des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Antikörpertests sind daher zur Feststellung einer aktuell vorliegenden Infektion nicht geeignet.
  • Bildgebende Diagnostik (Röntgenaufnahme): Bei schweren Krankheitsverläufen erfolgt mitunter auch eine ergänzende Diagnose auf Grundlage einer Röntgenaufnahme der Lunge.
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Corona-Test: Drosten für Schnelltest bei Veranstaltungen und Altenheimen

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der dortige Virologe Christian Drosten kürzlich im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie „unglaublich viel Gutes“ bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchseinschränkungen verhindern zu können.
Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwendigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. Und: In der infektiösen Phase können die Schnelltests das Virus laut Drosten recht sicher erkennen - daher könnten sie ein schnelles und pragmatisches Verfahren darstellen, um zu erkennen, ob eine Person hochansteckend ist.

Test auf Coronavirus: Schnelltest von Biosensor, Abbott und Roch bereits im Einsatz

An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz: So etwa an der Uniklinik Heidelberg, die einen Antigen-Test der Firma SD Biosensor verwendet. Die HNO-Klinik nutzt den Schnelltests laut einer Sprecherin bei Eingriffen im Nasen-Rachenraum – bei Notfall-Patienten und bei Patienten, die stationär aufgenommen werden möchten, aber kein gültiges Testergebnis vorweisen können. Auch der Helios-Konzern setzt an einzelnen Klinikstandorten die Antigen-Schnelltests ein – allerdings nur im Bereich von Notaufnahmen, sofern ein sehr schnelles Test-Ergebnis dringend benötigt wird.
In einem Eilverfahren wurde in den USA im August ein Antigentest des Konzerns Abbott zugelassen, der auch das für den Marktzugang in Europa nötige CE-Kennzeichen erhalten hat.

Corona Schnelltest von Roche in Deutschland erhältlich

Die Firma Roche teilte am Mittwoch mit, ihr neuer Antigentest sei nun in Deutschland erhältlich. Allerdings werden die Tests nicht für jedermann angeboten, sondern sie sollen nur von medizinischem Personal angewandt werden. Laut einer Roche-Sprecherin ist der Grund die Probenahme: „Hierfür muss ein Abstrichtupfer tief in den Nasen-Rachenraum eingeführt werden, denn nur so kann aussagekräftiges Material gewonnen werden.“ Auch Tests der Firma Nal von Minden aus Moers sind nur für die Anwendung durch medizinisches Fachpersonal vorgesehen.

Corona-Schnelltest für zu Hause: Bei Symptomen von Covid-19 selbst testen?

„Es handelt sich nicht um einen Heimtest“, erklärt auch Abbott zu seinem Produkt. Da Covid-19 eine hoch ansteckende Krankheit ist, verbiete das Infektionsschutzgesetz es, Heimtests für Laien zu entwickeln oder zu verkaufen. Tatsächlich sieht dieses vor, dass Infektionskrankheiten wie Covid-19 nur von Ärzten festgestellt werden. Auch die Medizinprodukte-Abgabeverordnung schreibt vor, dass die Tests nur an Ärzte, Kliniken und Gesundheitsbehörden abgegeben werden dürfen, außer wenn das Robert Koch-Institut eine befristete Ausnahme genehmigt hat.

Heimtest auf Corona: Studie in Hessen erforscht Anwendung von Schnelltest zuhause

In Hessen soll eine Studie nun die Anwendung der Tests durch Laien erforschen. Rund 1000 Lehrer sollen jeden zweiten Tage selbst Abstriche bei sich vornehmen und diese mittels Schnelltest untersuchen. So soll einerseits der Selbsttest erprobt, andererseits aber auch Infektionen an Schulen erkannt werden. Eingesetzt wird ein Test des Darmstädter Unternehmens R-Biopharm.
Antigen-Schnelltests „sind schnell und unkompliziert im Prinzip von jeder Person und überall durchzuführen“, erklärte Hessens Sozialminister Kai Klose. Das Prozedere für den Test dauert 20 Minuten und ist erheblich komplexer als ein Schwangerschaftstest. Nach dem Abstrich, der in der Nase erfolgen soll, muss das im Tupfer befindliche Sekret aufbereitet und mit verschiedenen Flüssigkeiten vermischt werden, wie in einem Erklärvideo des Herstellers zu sehen war. Nach zwei Warteperioden von je 10 Minuten zeigt der Teststreifen entweder nur einen Strich zur Kontrolle an, dann ist der Test negativ - oder zwei Striche, wenn er positiv ausfällt.