Lange sprengten die Fallzahlen der Infektionen mit dem Coronavirus in München die Grenzwerte für Bayern. Die Stadt reagierte mit neuen Regeln und Einschränkungen für die Gastronomie. Nun meldet die Stadt wieder mehr Neuinfektionen. Das wichtigste in Kürze:
  • Die Zahl der Neuinfektionen hat sich beinahe verdoppelt.
  • München lockert die Corona-Regeln
  • Gegen die am Donnerstag auslaufende Allgemeinverfügung wehren sich nun die Gastronomen in der Landeshauptstadt des Freistaats.
  • In Bayern gibt es hohe Bußgelder für falsche Angaben auf Namenslisten
  • OB Reiter kritisiert die Verwirrung um die RKI Zahlen

Neue Corona-Regeln in München: Das gilt bei Maskenpflicht und privaten Feiern

München lockert die Corona-Regeln in der Stadt. Das teilte die Stadt am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Ab Freitag 2. Oktober gilt folgendes:
  • Die Maskenpflicht für Teile der Innenstadt ist aufgehoben
  • Es dürfen sich öffentlich wieder bis zu zehn Personen treffen.
  • Unverändert gilt die Begrenzung der Teilnehmer bei privaten Feiern.

Corona Regeln in München zu hart? Gastronomen fordert Änderung für Restaurants und Hotels

Die Gastronomen in München schlagen Alarm. Die Dehoga, der Hotel- und Gaststättenverband in München, hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter in einem offenen Brief aufgefordert Maßnahmen zur Rettung von Hotels und Gastronomie zu ergreifen. Konkret fordern sie unter anderem:Kostenfreie Nutzung der Freischankflächen
  • Erlass der Grundsteuer
  • Erlass oder min. Reduzierung der Kosten für Strom, Wasser, Entwässerung,Straßenreinigung, Entsorgung (Müll) und Energie.
  • Erleichterungen bei der Pacht der Gebäude

München Restaurant: Gastwirt bekommt eine Million Euro wegen Lockdown-Schließung

Ein Münchner Gastwirt bekommt von seiner Versicherung gut eine Million Euro wegen der Zwangsschließung seines Betriebs im Zuge des Corona-Lockdowns. Bei der Höhe der Entschädigung seien weder das Kurzarbeitergeld noch staatliche Corona-Liquiditätshilfen anzurechnen gewesen, da diese keine Schadensersatzleistungen seien, urteilte das Landgericht München I am Donnerstag. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
Eine Reihe von Gastwirten hat gegen ihre Betriebsschließungsversicherung Klage eingereicht, weil diese trotz der im Corona-Lockdown geschlossenen Gaststätten nicht für die Einnahmeausfälle aufkommen wollen. Dem Landgericht zufolge sind mittlerweile 86 Klagen eingegangen.

Corona-Zahlen in München: So viele Neuinfektionen meldet die Stadt

Der 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt in München wieder unter dem in Deutschland geltenden Grenzwert von 50. Mit 36,02 ist der Wert aber über dem in Bayern geltenden Frühwarnwert. Am Donnerstag meldete die Stadt 81 Neuinfektionen. Die Zahlen der Stadt unterscheiden sich von denen des RKI aufgrund von Verzögerungen bei der Übermittlung.
So sehen die Zahlen für München im Detail aus (Stand 30.09, 23:59 Uhr):
  • Zahl die Infizierten: 11.555
  • Zahl der Neuinfektionen: 861
  • Zahl der Toten: 225
  • 7-Tage-Inzidenz: 36,02

Corona-Zahlen in München: RKI meldet über 150 Neuinfektionen

München hatte zum wiederholten Male die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Am Mittwoch fiel der 7-Tage-Inzidenz-Wert nach Angaben des RKI knapp unter den Fürhwarnwert von 35.
Das sind die Zahlen im Detail (Stand 1.10, 0:00 Uhr):
  • Zahl die Infizierten: 11.553
  • Zahl der Neuinfektionen: 167
  • Zahl der Toten: 225
  • 7-Tage-Inzidenz: 36
  • Fälle pro 100.000 Einwohner: 785,1

Corona Zahlen München: Reiter kritisiert Differenz bei von RKI und LGL

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Differenz zwischen den Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) scharf kritisiert. In den vergangenen sechs Monaten sei es nicht gelungen, die Meldung der Zahlen durch das LGL an das RKI so zu organisieren, dass es keinen Verzug gebe, sagte Reiter am Mittwoch im Münchner Stadtrat. Dafür fehle ihm angesichts der technischen Möglichkeiten jedes Verständnis. „Ich habe nicht gewusst, dass wir mit der reitenden Post nach Berlin reiten.“
In der vergangenen Woche lagen die von RKI und LGL gemeldeten Corona-Zahlen zum Teil weit auseinander. Begründet wurde dies vor allem mit Verzögerungen bei der Datenübermittlung. Laut LGL war in München der kritische Wert von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mehrere Male überschritten. Das RKI dagegen meldete Werte unterhalb dieser Schwelle.
Reiter ist mit der Kritik nicht alleine. Hamburg hatte am Mittwoch erklärt, den 7-Tage-Inzidenz-Wert nur noch nach eigenen Berechnungen zu veröffentlichen. Die Sozialbehörde begründete dies mit Abweichungen zu den bisher vom Robert Koch-Institut übernommenen Daten, die immer wieder für Verwirrung gesorgt hätten.

Corona Zahlen Bayern: Es gilt jetzt immer der jeweils höchste Corona-Wert

Im Corona-Krisenmanagement von Bayerns Kommunen ist künftig immer die jeweils höchste vorliegende Fallzahl der Behörden von Bund und Freistaat ausschlaggebend. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München mit. In der Vergangenheit hatte es Verwirrung und in der Folge auch Ärger gegeben, weil die vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und vom Berliner Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Werte für die Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner sehr häufig voneinander abweichen. Dieser sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert ist aber je nach Höhe Grundlage für mögliche Auflagen und Einschränkungen von Freiheitsrechten wie einer Teilnehmerobergrenze bei Feiern.

Neue Corona Regeln in München: Diese Maßnahmen greifen laut Allgemeinverfügung

In München galten zur Eindämmung der steigenden Corona-Fallzahlen verschärfte Einschränkungen und Maskenpflicht in Teilen der Altstadt. Grundlage dafür ist eine Allgemeinverfügung. Die Regeln gelten zunächst bis zum 1. Oktober. Daran müssen sich die Menschen in München nun halten:
  • Kontaktbeschränkung: Nur noch bis zu fünf Menschen oder Angehörige von höchstens zwei Haushalten dürfen sich treffen, egal ob zu Hause, im Freien oder im Lokal.
  • Feiern und Veranstaltungen: Große Partys und Feiern sollen in den kommenden Tagen unterbleiben: In Gebäuden können private Feste wie Geburtstage oder Hochzeiten mit bis zu 25 Menschen gefeiert werden, aber nur, wenn der Gastgeber ein Schutz- und Hygienekonzept vorweisen kann. Unter freiem Himmel sind bis zu 50 Gäste erlaubt.
  • Maskenpflicht: Von 9.00 Uhr bis 23.00 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt Maskenpflicht. Kinder bis sechs Jahre sind von der Pflicht befreit.
  • Maskenpflicht gilt in der Innenstadt an folgenden Orten: Altstadt-Fußgängerzone einschließlich Schützenstraße, Stachus und Marienplatz, der Sendlinger Straße einschließlich Sendlinger-Tor-Platz, am Viktualienmarkt und auf den Gehwegen im Tal.
  • Alkoholverbot: Am Wochenende ist zudem der nächtliche Alkoholkonsum an beliebten Treffpunkten wie dem Gärtnerplatz verboten.

Neue Corona Regeln in Bayern: Das gilt im Freistaat bei Bußgeld, Maskenpflicht und Feiern

Nach dem Beschluss von Bunde und Ländern für neue Corona Regeln am Dienstag will am Donnerstag auch Bayern neue Regeln beschließen. Kern der Vereinbarungen sind höhere Bußgelder bei falschen Angaben auf Listen zur Kontaktverfolgung und Obergrenzen bei Teilnehmern von privaten Feiern.

Neue Corona Regeln Bayern Gastronomie: 250 Euro Bußgeld für falsche Namensangaben

Falsche Namensangaben in Corona-Gästelisten kosten in Bayern künftig bis zu 250 Euro Bußgeld. Das hat das Kabinett am Donnerstag in München beschlossen. Nicht nur Gäste werden für den schlechten Scherz aber zur Kasse gebeten, auch Gastronomen, Hotelbetreiber und Veranstalter sind verpflichtet, die Namenslisten sorgfältig zu führen, andernfalls droht ihnen ein Bußgeld von 1000 Euro. Das Bußgeld geht auf einen Beschluss von Bund und Ländern aus dieser Woche zurück, wonach mindestens ein Betrag von 50 Euro fällig wird, wenn jemand einen falschen Namen in einer Liste einträgt.
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Innsbruck/Bregenz

Corona in Bayern: Söder schließt Grenzschließungen zu Österreich aus

Die Grenzen zu Österreich sollen trotz Corona-Pandemie offen bleiben. Das berichtet der Münchner Merkur. Zu den Prioritäten sollte auch gehören, dass die Grenzen offen bleiben“, soll Söder gesagt haben. Der bayrische Ministerpräsident soll außerdem ein Treffen mit dem österreichischen Kanzler Kurz angekündigt haben.