Was wird das neue Jahr 2023 bringen? Wer weiß, was auf uns in Deutschland zukommen wird. Einige Neuerungen können wir aber schon mit Sicherheit voraussagen. Im Jahr 2023 werden eine Menge neuer Gesetze in Kraft treten. Vieles davon werden die Menschen erst dann merken, wenn das Gesetz in Kraft tritt. Hier wollen wir den großen Überblick geben.

Rentenerhöhung 2023: Zwei große Änderungen für Rentner

Die 21 Millionen in Deutschland lebenden Rentnerinnen und Rentner dürfen sich 2023 auf steigende Bezüge freuen. Allerdings fällt die Rentenerhöhung 2023 in West- und Ostdeutschland unterschiedlich aus. Die Erhöhung tritt im Sommer, also im Juli 2023, in Kraft. Mehr Details gibt es hier:
Für Rentner gibt es aber noch weitere Änderungen in Sicht. So wird die Hinzuverdienstgrenze für Frührentner abgeschafft. Auch in höherem Altern noch im Arbeitsleben aktiv zu sein hat einige Vorteile: Die Verbesserung des Einkommens und die Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen sind Gründe, warum sich viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland dazu entscheiden, einen Job auszuüben. Je nachdem wie alt eine Person ist, musste bisher allerdings die Hinzuverdienstgrenze beachtet werden. Bei vorgezogenen Altersrenten wird diese nun allerdings komplett aufgehoben.

Sozialreform: Bürgergeld ersetzt Hartz IV

Es soll die größte Sozialreform seit Jahren werden: Mit dem Bürgergeld will die Ampel-Koalition Hartz IV hinter sich lassen. Ab 1. Januar 2023 erhalten damit alle Empfänger und Empfängerinnen von Hartz IV ab jetzt Bürgergeld. Und: Sie bekommen direkt schon mehr Geld. Die Auszahlung der erhöhten Sätze beginnt schon ab 2. Januar bzw. Ende Dezember.

Wohngeld Plus: Mehr Wohngeld für mehr Menschen

Die Bundesregierung hat außerdem das neue Wohngeld auf den Weg gebracht, mit dem den stark gestiegenen Energiekosten Rechnung getragen werden soll. Die Zahl der anspruchsberechtigten Haushalte steigt damit von rund 600.000 auf zwei Millionen. Die Beträge, die die Bezieher erhalten, sollen sich im Durchschnitt mehr als verdoppeln. Der derzeitige Durchschnittsbeitrag steigt damit von 180 Euro pro Monat auf 370 Euro. Wer jetzt Anspruch auf Wohngeld hat und wie man es bekommt, erfahren Sie hier.

Preisbremsen für Strom und Gas

Um den Bürgerinnen und Bürgern bei den hohen Energiepreisen zu helfen plant die Bundesregierung zwei Preisbremsen, die beide im März in Kraft treten sollen und rückwirkend ab Januar gelten sollen. Zum einen gibt es die Strompreisbremse, zum anderen die Gaspreisbremse. In beiden Fällen wird ein Grundkontigent von 80 Prozent des Verbrauchs vom Preisdeckel erfasst. Die restlichen 20 Prozent müssen Verbraucher und Verbraucherinnen selbst stemmen. Beim Strom wird der Preis auf 40 Cent pro kWh gedeckelt, für Gas liegt der Deckel bei 12 Cent/kWh.

„Deutschlandticket“ für 49 Euro im Monat

Nach dem Riesenerfolg des 9-Euro-Tickets will die Regierung nachlegen: Ab April 2023 wird ein sogenanntes „Deutschlandticket“ an den Start gehen, das für 49 Euro im Monat erhältlich sein wird. Die Vorgaben werden die gleichen sein wie bei der 9-Euro-Aktion im Sommer 2022: In der Regionalbahn, im Bus, in S- und U-Bahn und in der Straßenbahn können die Deutschlandtickets bundesweit genutzt werden. Im Fernverkehr gilt das Ticket nicht. Hier geht‘s zu allen aktuellen Infos über das 49-Euro-Ticket.

Haltungsformen: Neues Etikett für mehr Tierwohl

Ein neues Label wird bald auf Lebensmitteln in Deutschland zu sehen sein. Das Tierhaltungskennzeichen wird ab Sommer 2023 zunächst auf Schweinefleischprodukten zu sehen sein, bevor es nach und nach auf andere Produkte greift. Das Kennzeichen, dass vom Landwirtschaftsministerium unter Cem Özdemir (Grüne) entwickelt wurde, soll „neutral über die Haltungsform der Tiere“ informieren und dabei nicht wertend sein. Zur Auswahl stehen dabei fünf Kategorien, die markiert werden können. Was die Kategorien auf dem neuen Label bedeuten, erklären wir hier.

Kindergelderhöhung & mehr Unterhalt für Trennungskinder

Trennungskinder haben ab dem kommenden Jahr einen Anspruch auf höheren Unterhalt. Das geht aus der neuen sogenannten Düsseldorfer Tabelle für 2023 hervor, die das Oberlandesgericht (OLG) der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Anfang Dezember 2022 veröffentlicht hat. Außerdem steigt auch das Kindergeld zum ersten Mal seit 2010. Ab 1. Januar 2023 wird das Kindergeld 250 Euro betragen.

Mehrwegpflicht im To-Go-Bereich

Mit der Novelle des Verpackungsgesetzes tritt ab 2023 eine Mehrwegpflicht für Unternehmen, die Essen oder Trinken zum Mitnehmen anbieten. Das bedeutet: überall, wo Essen oder Getränke To-Go bestellt werden können, müssen Kunden die Möglichkeit haben, eine Mehrwegoption zu nutzen. Es gibt aber Ausnahmen. Alle Infos darüber und über die Ausnahmen von der Mehrwegpflicht gibt es hier.

Tabaksteuer wird 2023 schon wieder erhöht

Rauchen wird immer teurer - auch für diejenigen, die E-Zigaretten rauchen. Seit 2022 gibt es erstmals eine Tabaksteuer auch für E-Zigaretten bzw. die sogenannten Liquids. Die Steuer für Zigaretten steigt auch zum Jahreswechsel wieder: Ab 1.1.2023 werden Raucher noch mehr Geld an der Kasse lassen müssen. Wie teuer sind Zigaretten jetzt? Steigt die Tabaksteuer noch weiter? Das alles beantworten wir hier.

Krankenkassenbeiträge steigen weiter

Für die Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen werden die Krankenkassenbeiträge um voraussichtlich 0,3 Prozent angehoben. Momentan liegen die Beiträge bei im Schnitt 15,9 Prozent. Nach der Erhöhung würde der Beitragssatz dann bei 16,2 Prozent liegen. Was nach wenig klingt, kann je nach Einkommen aber ganz schön wehtun.

CO2-Steuer wird für ein Jahr ausgesetzt

Auf Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel wird seit 2021 eine CO2-Steuer fällig, die allmählich ansteigen soll. Für Verbraucherinnen und Verbraucher entstehen dadurch höhere Heiz- und Sprit­kosten was einen Anreiz schaffen soll, den Verbrauch zu verringern. Ursprünglich stand 2023 eine Erhöhung des CO2-Preises an, so wie in den vergangenen beiden Jahren auch. Um die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu entlasten, wird diese Erhöhung jedoch verschoben. Wann und wie sich der CO2-Preis in den nächsten Jahren entwickeln soll, erfahren Sie hier.

Home-Office-Pauschale steigt

Seit Beginn der Corona-Pandemie arbeiten viel mehr Menschen im Homeoffice. Im Jahr 2020 wurde deshalb eine befristete Homeoffice-Pauschale eingeführt. Diese wird nun verlängert und erhöht. Eigentlich sollte die Homeoffice-Pauschale bis zum Ende des Jahres 2022 auslaufen, doch nun wurde die Maßnahme entfristet. Die Pauschale steigt ab 2023 von fünf auf sechs Euro täglich. Statt 120 Tage können sich Steuerpflichtige die von zuhause arbeiten nun 210 Tage anrechnen lassen.