Bund und Länder haben sich auf einen Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket im Nahverkehr geeinigt. Das bundesweit gültige "Deutschlandticket" soll 49 Euro kosten. Über die Finanzierung des Neun-Euro-Nachfolgers hatten beide Seiten über Wochen gestritten. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) erklärte, nun sei der "Weg frei für die größte ÖPNV-Tarifreform in Deutschland". Noch nie sei es für die Menschen in Deutschland "so einfach" gewesen, Bus und Bahn zu nutzen. Das Ticket soll nun zeitnah eingeführt werden.

Bund und Länder einigen sich auf 49-Euro-Ticket

Wie nach Beratungen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder am Abend des 02.November 2022 aus Regierungskreisen verlautete, soll das bundesweit gültige "Deutschlandticket" 49 Euro kosten. Bund und Länder stellen demnach zur Finanzierung jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung.

Das 49-Euro-Ticket: Ab wann ist es erhältlich?

Bereits im September hatten sich Bund und Länder zumindest darauf einigen können: Ab 1. Januar 2023 sollte das neue Ticket zu kaufen sein. Bis jetzt ist der genaue Starttermin des von Bund und Ländern geplanten 49-Euro-Monatstickets im Nah- und Regionalverkehr jedoch weiter offen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) geht inzwischen von einer Einführung im Frühling aus. „Realistisch erscheint aus unserer Sicht eine Einführung des Deutschlandtickets zum 1. April, weil einige Fragen der Umsetzung noch ungeklärt sind“, sagte EVG-Chef Martin Burkert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Nötig sei eine Ansage des Bundesverkehrsministeriums. „Der Bund muss ein sicheres Startdatum für das Deutschlandticket nennen und den Ländern eine Kostenevaluation anbieten.“
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte als Ziel für die Einführung des neuen Tickets Anfang 2023 genannt. Ein Starttermin bereits im Januar gilt aber zunehmend als unwahrscheinlich. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hält einen Start des Deutschlandtickets Anfang März für realistisch.
Geplant ist ein Ticket, das genauso wie das 9-Euro-Ticket in ganz Deutschland gültig ist und das man unkompliziert über sämtliche regionalen Verkehrsanbieter und in deren Apps kaufen kann.

49 Euro Ticket ab Januar: Nur im Abo erhältlich?

Das neue Ticket soll nach dem Willen der Länder im Abo erhältlich sein. Es soll aber ein monatlich kündbares Modell sein. Ob es zum Beispiel auch möglich sein wird, eine Art Jahresabo abzuschließen, war nicht bekannt.

Wie lange soll es das 49 Euro Ticket geben?

Angestrebt wird diesmal ein langfristiges Modell. Die Bundesländer wünschen sich ein Ticket, das nach zwei Jahren neu evaluiert wird. Denkbar wäre also ein Ticket, das bis 2025 gilt.

49-Euro-Ticket: Wo wird es gültig sein?

Angesichts der Tatsache, dass dieses neue Ticket wesentlich teurer sein wird als das erfolgreiche 9-Euro-Ticket, fragen sich viele, ob man denn dann auch mehr für das Geld bekommt. Können Reisende zum Beispiel auch den ICE benutzen? Hier geht es zum Artikel über den Geltungsbereich des 49-Euro-Tickets.

Bahn-Betriebsrat fordert vom Bund Kosten-Garantie für Deutschlandticket

Die Personalvertretung der Deutschen Bahn hat die Bundesregierung aufgefordert, Zusatzkosten des 49-Euro-Tickes zu garantieren. "Wir brauchen finanzielle Planbarkeit", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von DB Regio, Ralf Damde, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). Der Finanzierungsdeckel von drei Milliarden Euro für das Deutschlandticket müsse auf der Sonderverkehrsministerkonferenz am Dienstag aufgehoben werden.
Bislang hat der Bund lediglich eine Kostenübernahme von bis zu drei Milliarden Euro zugesagt. Der Betriebsratschef warnte nun davor, dass die Bundesländer bestimmte Bus- und Bahnverbindungen einstellen könnten, sollten sie selbst weitere Kosten stemmen müssen. "Ohne mehr Bundeszuschuss führt das Ticket zu Abbestellungen durch die Länder", sagte Damde dem RND. Schon jetzt beobachte die Gewerkschaft einen Rückgang der Linien.
Dabei drohe besonders den Menschen auf dem Land ein Nachteil, da Verbindungen zuerst dort gestrichen würden, "wo der Bus ohnehin nicht so oft fährt", sagte er. Für flächendeckende attraktive Nahverkehrsangebote sei aber "grundsätzlich eine bessere Finanzierung und effizientere Ausgabe in den Verkehrsverbünden nötig". Der Betriebsratschef räumte zwar ein, dass sie die Länder eine Milliarde Euro mehr bekämen. "Wir wissen aber, dass es mindestens 1,65 Milliarden sein müssten", sagte Damde.

MPK: Weitere Beschlüsse zu den Entlastungen

Neben dem 49-Euro-Ticket wurden bei dem Treffen zwischen Bund und Ländern weitere Entlastungen besprochen. Besonders wichtig sind dabei die Gaspreisbremse und die Strompreisbremse, die noch Anfang kommenden Jahres in Kraft treten sollen. Hier geht‘s zum Artikel über alle Beratungen bei der MPK.