Auch in höherem Altern noch im Arbeitsleben aktiv zu sein hat einige Vorteile: Die Verbesserung des Einkommens und die Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen sind Gründe, warum sich viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland dazu entscheiden, einen Job auszuüben. Je nachdem wie alt eine Person ist, musste bisher allerdings die Hinzuverdienstgrenze beachtet werden. Bei vorgezogenen Altersrenten wird diese nun allerdings ab 2023 komplett aufgehoben. In diesem Artikel erklären wir, was die Hinzuverdienstgrenze ist und was die Aufhebung ab 2023 bedeutet.

Was ist die Hinzuverdienstgrenze?

Bis 2029 wird das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben. Haben Menschen das Renteneintrittsalter erreicht, können sie uneingeschränkt über einen Minijob Geld hinzuverdienen. Manche Menschen gehen jedoch auch früher in Rente. Für diese Personen wurde bisher vom Gesetzgeber eine Hinzuverdienstgrenze festgelegt. Ist der Hinzuverdienst zu hoch, konnte die Rente bisher gemindert werden oder sogar entfallen. Doch ab 2023 wird diese Hinzuverdienstgrenze abgeschafft. Die neue Regel gilt ab Januar.

Wegfall der Zuverdienstgrenze für Rentner ab 2023

Die Zuverdienstgrenze wurde in den vergangenen Jahren aufgrund der Corona-Pandemie bereits stark angehoben. 2017 durften Menschen, die die vorgezogene Altersrente bezogen maximal 6.300 Euro dazu verdienen, ohne das der Verdienst auf die Rente angerechnet wurde. Im Jahr 2020 lag die Grenze bei 44.590 Euro, in den Jahren 2021 und 2022 bei 46.060 Euro. Ab dem Jahr 2023 ist die Hinzuverdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten nun komplett aufgehoben. Frührentner können dann beliebig viel hinzuverdienen, ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird. „Wir schaffen die Hinzuverdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten ab. Schon während der letzten beiden Corona-Jahre lag die Hinzuverdienstgrenze deutlich höher als zuvor. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht und ermöglichen nun dauerhaft, den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibel zu gestalten“, so Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.
Konkret bedeutet das, dass Rentner, die eine Frührente beziehen, auch in Vollzeit arbeiten können und ein volles Gehalt neben der Rente bekommen können.

Rentenerhöhung 2023: Mehr Geld für alle Rentner

Neben dem Wegfall der Hinzuverdienstgrenze gibt es für Rentner und Rentnerinnen ab 2023 auch wieder eine Erhöhung der Bezüge. Allerdings werden die Renten nicht soweit steigen, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Inflation gänzlich auszugleichen. Hier geht‘s zum Artikel über die Rentenerhöhung.
mit dpa