• Am Mittwoch erreichte die Zahl der Todesfälle in Deutschland, die im Zusammenhang mit Corona stehen, einen neuen Rekordwert.
  • Österreich arbeitet über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage mit Grenzkontrollen und Einreisequarantäne: Ski-Urlaube werden somit blockiert.
  • Seit 1.12. gelten neue Regeln in Baden-Württemberg und Bayern.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die aktuellen Fallzahlen für Deutschland bekanntgegeben. Alles Wichtige rund um Neuinfektionen, 7-Tage-Inzidenz und Todesfälle am Donnerstag, den 3.12.
Weihnachten und Silvester im Jahr 2020 – im Jahr der Pandemie – werden ziemlich sicher anders als gewohnt ablaufen. Auch, wenn sich Deutschland nach wie vor im Teil-Lockdown befindet, sind für die Feiertage gewisse Lockerungen geplant. Diese Lockerungen gelten aber nicht in der Hauptstadt. Aufgrund der hohen Corona-Zahlen, ist Berlin von den Lockerungen ausgeschlossen. Doch durch die neue Hotspot-Regelung müssen Menschen in allen Regionen der Republik auf die Zahlen blicken.
Wie also steht es heute um das Infektionsgeschehen in Deutschland? Wie viele Neuinfektionen gibt es? Wie viele Todesfälle und Genesene? Das RKI hat die neuen Fallzahlen bekanntgegeben.

Corona Deutschland aktuell: Das sind die Fallzahlen am Donnerstag, den 3.12.2020

Jeden Tag werden die neuen Corona-Zahlen auf dem Dashboard des RKI bekanntgegeben. Dabei bezieht sich das Institut auf die Werte, die von den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Das sind die Corona-Zahlen am Donnerstag (3.12.) im Detail:
  • Neuinfektionen: Laut RKI-Angaben haben sich deutschlandweit mindestens 22.046 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Am gestrigen Mittwoch waren es 17.270 neue Infizierte. Am Dienstag 13.600, am Montag 11.169 und am Sonntag waren mehr als 14.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Donnerstag vor einer Woche wurden 22.268 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Nach Angaben von „Zeit Online“ gibt es heute sogar 19.927 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen
  • Bestätigte Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen: Wie „Zeit Online“ berichtet, registrierten die Ämter 123.296 neue Fälle in den letzten sieben Tagen.
  • Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.106.789 Fälle..
  • Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 17.602. Das sind 479 Tote mehr als am Vortag. Gestern waren binnen eines Tages 487 Tote gemeldet worden - das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 800.000,
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,89 (Vortag: 0,89). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona in den Bundesländern: Aktuelle Infektionszahlen

Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0:00 Uhr aktualisiert.

RKI Dashboard nicht abrufbar

Das Dashboard des RKI ist heute am Donnerstag (3.12) für mehrere Stunden nicht aufrufbar. Das gab das Institut in einer Hinweismeldung auf der Webseite bereits am Mittwoch (2.12) bekannt. Der Grund für den Ausfall sind Wartungsarbeiten.
Mit dieser Meldung wurden Nutzer auf den Ausfall der Webseite hingewiesen.
Mit dieser Meldung wurden Nutzer auf den Ausfall der Webseite hingewiesen.
© Foto: Screenshot RKI Dashboard

Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennziffern der Corona-Pandemie erklärt

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Corona-Lage für Deutschland, bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
Seit Beginn der Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona Impfstoff: An diesen Orten in Baden-Württemberg könnten Impfzentren entstehen

Viele Menschen auf der ganzen Welt setzen ihre Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus. Schon im Januar 2021 könnten in Deutschland die ersten Massenimpfungen gegen Covid19 stattfinden. Dafür soll es Kreisimpfzentren geben. Wo sich Menschen in Baden-Württemberg impfen lassen werden können, steht jetzt fest. Noch im Dezember soll es erste Lieferungen des Impfstoffes geben.

Söder besucht Bayerns größten Corona-Hotspot Passau

Seit nun mehreren Tage ist Passau die Stadt, mit dem höchsten 7-Tage-Inzidenzwert. Mit 549,2 Infizierten in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern ist der Wert so hoch, wie nirgends sonst in Deutschland. Um die Infektionen zu senken gelten seit dem Wochenende starke Ausgangsbeschränkungen. Gemeinsam mit Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek besucht Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstag den größten bayerischen Corona-Hotspot Passau. Vor Ort wollen sich die beiden CSU-Politiker ein Bild über die aktuelle Lage in der besonders betroffenen niederbayerischen Stadt und der umliegenden Grenzregion machen. Geplant sind dazu auch Gespräche mit Bürgermeistern und Landräten aus der Gegend.
Der Städte- und Gemeindebund dringt derweil nach der Verlängerung der seit Monatsbeginn geltenden Corona-Schutzmaßnahmen bis zum 10. Januar auf längerfristige Perspektiven. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte: „Ein mehrmonatiger Lockdown, der auch zu Beginn des Jahres 2021 fortbesteht, ist nur schwer vorstellbar.“ Das gelte nicht nur aus der Perspektive der betroffenen Unternehmen und der Wirtschaft, sondern auch aus Sicht der Menschen, die sich zurecht „ein wenig Normalität“ zurückwünschten.
Der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung von CDU und CSU, Christian Haase (CDU), sagte dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Donnerstag): „Spätestens ab Januar sollte die Gastronomie wieder öffnen dürfen.“ Es sei sicherer, „wenn man abends mit wenigen Leuten dort zum Essen geht, wo es gute Hygienekonzepte gibt, als wenn man sich in einer kleinen Küche zusammensetzt“. Die Verlagerung solcher Treffen in den Privatbereich verringere das Infektionsrisiko nicht, argumentierte Haase.

Keine deutliche Trendwende

„Die Zahlen sind immer noch zu hoch“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. In Senioren- und Pflegeheimen sind die Corona-Infektionszahlen gestiegen. Jeder solle sich an die Hygienemaßnahmen einhalten. Auch Lüften sei wichtig, wenn der Nachbar einmal für einen kurzen Besuch vorbeikommt, betont Wieler auf einer Pressekonferenz.