• Wie entwickeln sich die Corona-Zahlen in Deutschland?
  • Hoffnung macht, dass der US-Konzern Moderna am Montag eine Zulassung ihres Impfstoffs in der EU beantragt hat. Eine Impfung noch in diesem Jahr rückt damit näher.
  • Und dennoch gilt gerade mit Blick auf die neue Inzidenz- und Hotspot-Regelung der Blick auf die Zahlen
  • Wie sehen die Zahlen heute, am Dienstag, 01.12.2020, aus? Und wie hoch liegen sie im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche?
Die Corona-Zahlen in Deutschland bewegen sich trotz des seit November gültigen Lockdown light auf stabil hohem Niveau. Auf dem Corona-Gipfel am vergangenen Mittwoch wurde beschlossen, dass die Maßnahmen verlängert werden sollen und erst zu Weihnachten gelockert werden - aber auch nur dann, wenn eine Region nicht zum Hotspot wird.
Wie also haben sich die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Dienstag, 1.12., entwickelt? Und wie stehen sie im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche, dem 24.11.?

Corona-Zahlen in Deutschland heute, 01.12.

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Corona-Lage für Deutschland, bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
  • Neuinfektionen: Deutschlandweit haben sich laut RKI mindestens 13.600 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Am Sonntag waren mehr als 14.000 Neuinfektionen gemeldet worden, am gestrigen Montag 11.169. Am Dienstag der Vorwoche, 24.11., hatte der Wert bei 13.554 gelegen. Nach Angaben von „Zeit Online“ liegt der Wert der Neuinfektionen am Dienstag bei 13.604. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen. An Montagen sind die Zahlen jedoch oft niedriger, unter anderem, weil nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende die aktuellen Zahlen übermitteln.
  • Bestätigte Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen: Laut Daten von „Zeit Online“ registrierten die Ämter 7836 neue Fälle in den letzten sieben Tagen.
  • Infizierte: Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des Instituts 1.067.473 Infektionsfälle registriert.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle, die mit oder im Zusammenhang mit Corona starben, liegt bei 16.636. Das sind 388 Tote mehr als am Vortag.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 758.800.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,91 (Vortag: 0,95). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

RKI-Zahlen für Deutschland im Dashboard

Wer sich über die bundesweiten Zahlen hinaus für das Infektionsgeschehen in seiner näheren Umgebung - also in seinem Bundesland oder in seinem Landkreis - interessiert, findet jeden Tag aktuelle Daten im Dashboard des RKI.
Dashboard des Robert-Koch-Instituts.
Dashboard des Robert-Koch-Instituts.
© Foto: screenshot@RKI

Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennziffern der Corona-Pandemie erklärt

Seit Beginn der Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Keine Corona-Lockerungen nach Weihnachten - Merkel sauer über Hotel-Entscheidung

In Baden-Württemberg werden die Corona-Maßnahmen zu den Feiertagen gelockert, nach Weihnachten aber wieder verschärft. Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel stoßen diese Pläne, Hotelübernachtungen über die Feiertage wieder zuzulassen, derweil auf Unverständnis. Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten, begründete sie ihre Kritik.

Corona in Deutschland: Von heute an gelten die neuen Regeln

Zu den Dezember-Beschlüssen zählt unter anderem, dass der bereits geltende Teil-Lockdown bis 20. Dezember verlängert wird. „Wir brauchen noch einmal eine Kraftanstrengung“, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten betont.
Mit der Verlängerung der Maßnahmen soll eine Überbelastung der Krankenhäuser verhindert werden. „Die Zahl der Patienten steigt zwar noch, aber nicht mehr so stark wie noch vor zwei Wochen. Wenn das so bleibt, wäre die Entwicklung für die Kliniken beherrschbar“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß der der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag).
Man habe aktuell bundesweit knapp 40 Prozent mehr Patienten in den Intensivstationen, als es im Frühjahr waren, sagte Gaß. „Die zweite Pandemie-Welle trifft die Kliniken schon härter. Es gibt zur Zeit auch mehr Patienten auf den normalen Stationen. Das liegt daran, dass es durch Fortschritte in den Therapien gelingt, eine Reihe von Corona-Patienten davor zu bewahren, dass sie auf die Intensivstation kommen und beatmet werden müssen. Insgesamt ist die Belastung der Krankenhäuser sehr hoch.“
Im Kampf gegen die Pandemie können künftig mehr Schnelltests zum Einsatz kommen - in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen. Das sieht eine neue Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die an diesem Mittwoch in Kraft treten soll. Auch im Rettungsdienst und in Tageskliniken werden Schnelltests nun möglich. Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland sind dagegen Corona-Tests nach der Einreise bald nicht mehr kostenlos - diese Möglichkeit soll am 15. Dezember enden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Ministerium erfuhr.
Schnelltests sind inzwischen in größeren Mengen verfügbar. Dabei müssen Proben zum Auswerten nicht ins Labor gebracht werden. Diese Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Sie müssen durch medizinisch geschultes Personal abgenommen werden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests durch einen PCR-Test bestätigt werden.