• Am Mittwoch beschlossen Bund und Länder beim Corona-Gipfel weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.
  • Wie sehen die Zahlen heute, am Montag, 30.11.2020, aus?

Corona-Zahlen in Deutschland heute, 30.11.

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Corona-Lage für Deutschland, bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
  • Neuinfektionen: Deutschlandweit haben sich laut RKI mindestens 11.169 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Am gestrigen Sonntag waren mehr als 14.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Montag vor einer Woche waren es 10.864. Nach Angaben von „Zeit Online“ liegt der Wert der Neuinfektionen am Montag sogar bei 12.868. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen. An Montagen sind die Zahlen jedoch oft niedriger, unter anderem, weil nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende die aktuellen Zahlen übermitteln.
  • Bestätigte Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen: Laut Daten von „Zeit Online“ registrierten die Ämter 123.296 neue Fälle in den letzten sieben Tagen.
  • Infizierte: Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des Instituts 1.053.869 Infektionsfälle registriert.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle, die mit oder im Zusammenhang mit Corona starben, liegt bei 16.248. Das sind 125 Tote mehr als am Vortag.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 739.100.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,95 (Vortag: 0,96). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Zahlen steigen auch in Baden-Württemberg

Der Südwesten verzeichnet ebenfalls weiter steigende Fallzahlen. Es gibt weiterhin keinen Landkreis in Baden-Württemberg, der eine 7-Tage-Inzidenz unter 50 aufweisen kann. Das Landesgesundheitsamt Stuttgart hat neue Zahlen vorgelegt.

RKI-Zahlen für Deutschland im Dashboard

Wer sich über die bundesweiten Zahlen hinaus für das Infektionsgeschehen in seiner näheren Umgebung - also in seinem Bundesland oder in seinem Landkreis - interessiert, findet jeden Tag aktuelle Daten im Dashboard des RKI.

Corona-Hotspots verschärfen Hygiene-Regeln

Im Kreis Hildburghausen wütet die Corona-Pandemie besonders stark. Nun werden die Auflagen noch einmal strenger - auch, um unangemeldete Proteste zu verhindern. Mit einer neuen Verordnung untersagte das Landratsamt am Samstag Versammlungen sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel sowie sämtliche Veranstaltungen im Kreisgebiet. Zudem gilt in der Innenstadt von Hildburghausen jetzt eine allgemeine Maskenpflicht. Bei einem Corona-Protest waren am vergangenen Mittwoch mehrere Hundert Menschen mit Kindern und teils ohne Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand singend durch die Kreisstadt Hildburghausen gezogen. Ob das ein Grund für die explodierenden Infektionszahlen ist?
Auch in Passau wurden derweil Maßnahmen angezogen. Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

Wichtige Kennziffern der Corona-Pandemie in Deutschland

Seit Beginn der Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona Regeln Baden-Württemberg

Das Infektionsgeschehen eindämmen – um das zu schaffen, gelten seit Samstag (28.11.) neue Corona-Regeln im Kampf gegen die Pandemie. Wer sich nicht an die Verordnungen hält, dem drohen Bußgelder. Zahlungen von mehreren Hundert bis tausend Euro können in einem solchen Fall anfallen. Mehr dazu hier.

Corona Zahlen Deutschland: Werte am Wochenende

Wie haben sich die Werte im Vergleich zum Wochenende entwickelt? Am Samstag (28.11.2020) verzeichneten die Gesundheitsämter laut RKI Angaben fast 22.000 Neuinfektionen. Am Sonntag lag die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland deutlich niedriger mit beinahe 15.000 neuen Infektionsfällen.

Coronavirus Symptome: Halsschmerzen, Fieber, Husten?

Vor allem in der kalten Jahreszeit kommt es neben Corona-Infektionen häufig auch zu Erkältungen und Grippen. Die Symptome sind bei allen Erkrankungen aber ähnlich. Wie unterscheiden sich die Symptome einer Covid19-Infektion von den Anzeichen einer herkömmlichen Erkältung oder einer Grippe?

Corona Hotspots Deutschland

Laut Angaben des RKI Dashboards hat die Stadt Passau aktuell den bundesweit höchsten Inzidenzwert. Aufgrund der alarmierend hohen Corona-Zahlen gelten in der Stadt seit Samstag strenge Ausgangssperren.
Wie steht es um das aktuelle Infektionsgeschehen in der bayerischen Hauptstadt? Auch München verzeichnet hohe Corona-Zahlen. Mehr Infos dazu hier.

Keine Corona-Lockerungen zwischen den Jahren in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg werden die Corona-Maßnahmen rund um die Feiertag gelockert, unmittelbar nach den Weihnachtstagen aber wieder verschärft. An Silvester gelten dann strenge Regeln.