• In Bayern und Baden-Württemberg gelten seit 1.12.2020 neue Verordnungen im Kampf gegen Corona.
  • In Baden-Württemberg starten die Schulen trotz Corona aber nicht früher in die Ferien.
  • Welche Regelungen und Lockerungen gelten für Weihnachten und Silvester?
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die neuen Infektionszahlen für Deutschland (02.12) bekanntgegeben. Wie steht es um die Zahl der Neuinfektionen, die 7-Tage-Inzidenz und die Zahl der Toten und Genesenen in Deutschland?
Deutschland befindet sich Anfang Dezember mitten in der zweiten Corona-Welle. In allen Bundesländern Deutschlands gelten aktuell strikte Corona-Regeln, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Auf dem Corona-Gipfel am Mittwoch vergangener Woche wurden neben den Regeln auch Lockerungen mit Hinblick auf die bald anstehenden Weihnachts- und Neujahrsfeiertage beschlossen - dies aber unter dem Vorbehalt, dass eine Region nicht zu einem Hotspot wird. Viele Menschen blicken daher gespannt auf die Entwicklung der Zahlen.

Die Corona-Zahlen für Deutschland heute, am 2.12

Wie also ist der tagesaktuelle Stand der Corona-Zahlen in Deutschland? Das RKI hat die neuen Infektionszahlen bekanntgegeben. Das sind die Fallzahlen am Mittwoch, den 02.12.2020 (Stand: 0:00 Uhr):
  • Neuinfektionen: Nach Angaben des RKI haben sich in Deutschland mindestens 17.270 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Am gestrigen Dienstag waren es 13.600, am Montag 11.169 und am Sonntag waren mehr als 14.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Mittwoch vor einer Woche, dem 25.11.2020,  meldete das RKI 18.633 Neuinfektionen.
  • Bestätigte Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen: Laut Daten von „Zeit Online“ registrierten die Ämter 122.882 neue Fälle in den letzten sieben Tagen.
  • Infizierte: Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des RKI 1.084.743 Infektionsfälle registriert.
  • Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 17.123. Das sind 487 Tote mehr als am Vortag. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 779.500
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,89 (Vortag: 0,91). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Belastung der Krankenhäuser aktuell noch beherrschbar - aber kritisch

Der Verband der deutschen Intensivärzte hält die derzeitige Belastung der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie für noch beherrschbar. Es sei eine "hohe Stabilisierungsphase auf deutschen Intensivstationen" zu beobachten, sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Aufgrund des Teil-Lockdowns sei der Anstieg der Infektionszahlen gebremst worden. "Wir kommen auf ein Plateau", sagte Janssens. Kritisch sehe er die Lockerung der Corona-Beschränkungen über Weihnachten und Neujahr. Er habe Sorge, dass im Januar "eine dritte Welle" über die Intensivmedizin hereinbrechen könnte.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat unterdessen hat vor überlasteten Krankenhäusern gewarnt: Die Situation sei Corona-bedingt "extrem angespannt, und das jetzt schon - ohne die saisonale Grippe", sagte Kretschmer am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Deutschland könne auf derzeitigem Infektionsniveau "nicht durch den Winter kommen, wenn wir die medizinische Versorgung garantieren wollen". Die Bevölkerung drohe, "eine ganze Reihe von Menschen" zu verlieren - auch jüngere.

Aktuelle Corona-Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Wie entwickeln sich die Corona-Werte in den einzelnen Bundesländern und Landkreisen? Das Dashboard des RKI gibt Auskunft darüber. Die Zahlen der interaktiven Karte werden täglich um 0:00 Uhr aktualisiert.

Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennziffern der Corona-Pandemie erklärt

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Corona-Lage für Deutschland, bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
Seit Beginn der Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona-Impfung: Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung

Viele Menschen setzen starke Hoffnungen in einen Impfstoff gegen die Erkrankung. Vielversprechend ist die Impfung von Biontech und Pfizer. Jetzt haben die Firmen die Zulassung für den Impfung in der EU beantragt. Der Impfstoff namens BNT162b2 soll nach Angaben der Unternehmen einen 95-prozentigen Schutz vor Covid19 bieten. Aktuelle Informationen zur Entwicklung des Corona-Impfstoffs, lest ihr hier.

Corona Hotspot Deutschland: Hier ist die Inzidenz am höchsten

Laut Angaben des RKI hat die Stadt Passau aktuell den höchsten Inzidenzwert Deutschlands. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von beinahe 550 am Dienstag, gelten seit vergangenem Wochenende strikte Ausgangsbeschränkungen in der Stadt. Teil dieser Beschränkungen ist unter anderem die Vorschrift, die eigenen vier Wände nur noch aus triftigen Gründen verlassen zu dürfen, wie etwa für die Arbeit, zum Einkaufen oder um zum Arzt zu gehen.
Welche Regionen in Deutschland und in der Welt gelten aktuell noch als Corona-Hotspot? Einen Überblick über Länder und Städte mit besonders hohen Werten findet ihr hier.