Nicht mehr lange bis Weihnachten und Silvester und die Corona-Pandemie ist nach wie vor das dominierende Thema in Deutschland und der Welt. Viele setzen ihre Hoffnungen in eine möglichst bald vorhandene Impfung gegen das Coronavirus.
Diese Hoffnung könnte sogar noch dieses Jahr erfüllt werden: Noch vor Jahresende soll das erste Vakzin in der Europäischen Union zugelassen werden. Wird das Vorhandensein eines Impfstoffes die noch hohen Fallzahlen senken? Das Robert Koch-Institut hat die Infektionszahlen für Samstag, den 5.12., veröffentlicht.

Corona Zahlen RKI: Neuinfektionen, Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz am Samstag, 5.12.

Täglich werden die neuen Corona-Zahlen für Deutschland auf dem Dashboard des RKI veröffentlicht. Leider ist weiter keine Entspannung in Sicht, die Zahl der Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind, ist heute noch einmal gestiegen im Vergleich zum Freitag. Mit 483 Corona-Toten wurde der zweithöchste Stand seit dem Ausbruch der Pandemie erreicht. Dwurde der zweithöchste Stand seit dem Ausbruch der Pandemie erreicht. Der bislang höchste Stand war 487 am Mittwoch, 2.12.2020. Das sind die Zahlen am Samstag, den 5.12.2020, im Detail:
  • Neuinfektionen: Wie das RKI auf seinem Dashboard anzeigt, haben sich deutschlandweit mindestens 23.318 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Das waren rund 1620 mehr als am Samstag vor einer Woche. Die Neuinfektionen der letzten Tage:
    Am gestrigen Freitag waren es 23.449 Neuinfektionen.
    Am Mittwoch waren es 17.270 neue Infizierte.
    Am Dienstag 13.600,
    am Montag 11.169 und am Sonntag waren mehr als 14.000 Neuinfektionen gemeldet worden.
    Am Samstag vor einer Woche (28.11.2020) gab es 21.695 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland.
  • Auch „Zeit Online“ meldet täglich die neuen Corona-Zahlen. Nach deren Angaben gibt es heute 23.704 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Bestätigte Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen: Wie „Zeit Online“ berichtet, registrierten die Ämter 125.198 neue Fälle in den letzten sieben Tagen.
  • Infizierte: Insgesamt haben sich nach RKI-Angaben seit Anfang der Corona-Pandemie in Deutschland 1.153.556 Personen mit Covid19 infiziert.
  • Die 7-Tage-Inzidenz lag laut RKI (Stand Freitag) aktuell bei 135. Zeit online nennt eine Inzidenz am Freitag von 150,1.
  • Tote: Insgesamt sind in Deutschland nach den Werten des RKI 18.517 Personen mit oder an Corona gestorben. Das sind 483 Todesfälle mehr als am Vortag. Am Freitag gab es 432 Tote neue Todesfälle binnen 24 Stunden.
  • Genesene: Aktuell haben sich laut RKI 835.700 Personen von der Corona-Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,04 (Vortag: 0,94). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • N-TV berichtet, dass laut RKI jetzt 381 Regionen die 7-Tage-Inzidenz von 50 überschreiten. Das sind 3 mehr als am Vortag.
  • Von den 412 Regionen, die das RKI ausweist, lägen 56 Regionen über der neuen Hotspot-Alarm-Grenze von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen.
  • 4051 Menschen waren nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vom Samstag aufgrund einer Covid-19-Erkrankung in intensivmedizinischer Behandlung (Stand 5.12., 12.15 Uhr). Das sind 40 mehr als am Freitag, als erstmals die Schwelle von 4000 Corona-Patienten auf Intensivstationen überschritten wurde. 60 Prozent der Patienten werden mit dem Tubus - also über einen Schlauch - beatmet.
  • Der bayerische Landkreis Regen ist aktuell der am stärksten von der Corona-Krise betroffene Kreis in Deutschland. Dort liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 503,8. Das RKI hat für solch hohe Werte auf seiner Karte die Farbe pink eingeführt.

Lockerungen an Weihnachten aufheben oder gar harter Lockdown im Januar?

Was geschieht in den kommenden Wochen, an Weihnachten und an Silvester, wenn die Zahlen dauerhaft so hoch bleiben? Aus der SPD im Bundestag kommt jetzt schon die Forderung, bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen die Kontaktbeschränkungen an Weihnachten dann doch nicht zu lockern, wie es beim letzten Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs vereinbart worden war.
Die für Gesundheit zuständige stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte: „Sollten die Zahlen bis zum 20. Dezember auf diesem hohen Niveau bleiben, sollten die Maßnahmen über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben.“
Bas sagte, der „Lockdown-Light“ habe einen weiteren Anstieg der Neuinfektionen verhindert. „Die Zahlen verharren aber seit Wochen auf einem sehr hohen Niveau.“ Die Belastung der Pflegekräfte auf den Intensivstationen sei enorm hoch, genau wie in den Gesundheitsämtern. „Sie brauchen dringend Entlastung.“ Die Infektionszahlen müssten sinken. „Wir müssen die Entwicklung genau beobachten.“

Bayern berät in Sondersitzung über schärfere Corona-Regeln

Wegen der sich verschärfenden Corona-Lage in Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für diesen Sonntag sein Kabinett zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Der Ministerrat will nach Angaben der Staatskanzlei per Videoschalte über „weitere Maßnahmen“ beraten. Verhandelt werde Medien zufolge etwa über Regeln zu
  • Wechselunterricht an Schulen für ältere Schüler,
  • strengere Kontaktregeln an Silvester und
  • mögliche Ausgangssperren.

Ausgangssperren in Mannheim und Pforzheim

Mit Pforzheim und Mannheim haben bereits zwei Corona-Hotspots in Baden-Württemberg eine nächtliche Ausgangsbeschränkung erlassen. Die Stadt Pforzheim verkündete die nächtliche Ausgangsbeschränkung am späten Freitagabend. Sie tritt am Samstag in Kraft und gilt bis zum 14. Dezember zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr. Als Ausnahme von der Regelung gelten demnach nur „triftige Gründe“, wie etwa berufliche Tätigkeiten oder Arztbesuche. In Mannheim besteht eine nächtliche Ausgangsbeschränkung bereits seit Freitag. Sie wird von der Polizei strikt kontrolliert.

Corona Zahlen Bundesländer: RKI Dashboard gibt Auskunft

Wer sich neben den aktuellen Zaheln für Deutschland auf für die Corona-Werte einzelner Bundesländer interessiert, kann den aktuellen Status auf dem Dashboard des RKI einsehen. Zusätzlich werden hier auch die Werte für Landkreise und Städte ausgewiesen.

Virologin: Schwere Zeit nach Silvester 2020 - Oktoberfest 2021 fraglich

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer hofft, dass das Weihnachten 2021 wieder ganz normal gefeiert werden kann. Im Januar und Februar 2021 käme aber erst noch mal eine schwere Zeit: „Wir müssen uns auf einen wirklich harten Winter vorbereiten“, sagte die Wissenschaftlerin an der TU München der „Augsburger Allgemeinen“. Entspannung sehe sie erst im März. Da würden die Tage wieder länger, die Menschen würden wieder mehr UV-Licht abbekommen und dadurch gingen dann auch alle Atemwegsinfekte zurück. Zweifel hat sie dagegen bei der Münchner Wiesn. „Ob wir das Oktoberfest 2021 wieder ganz normal feiern können, müssen wir hingegen sehen.“

Corona Lockdown verlängert – härtere Maßnahmen könnten folgen

Seit Anfang November befindet sich Deutschland im Teil-Lockdown. Darunter leiden diverse Wirtschaftszweige. Gastronomen, Museen, Theater und weitere Freizeiteinfrichtungen müssen bis zum 10. Januar weiterhin durchhalten. Denn bis dahin wurde der Lockdown verlängert.  Angesichts der hohen Infektionszahlen sei es „notwendig“ und „richtig“ den Lockdown zu verlängert, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Auch Angela Merkel befürwortet die Lockdown-Verlängerung.
Am 4. Januar beraten Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie. Wie geht es mit der Lockdown Situation in Deutschland weiter? Wird der bis zum 10. Januar verlängerte Teil-Lockdown zum harten Lockdown? Die Göttinger Epidemiologin Viola Priesemann plädiert für einen vollen Lockdown. „Wir müssen das R runterbringen auf 0,7 etwa, dann sind wir in zwei, drei, maximal vier Wochen auch wirklich durch“, sagte sie in der ARD-Talkshow „Anne Will“ am Sonntag.

Keine Quarantäne für Tagestouristen in Baden-Württemberg

Wer nach einem kurzen Ausflug in ein Risikogebiet wieder zurück nach Baden-Württemberg kommt, muss nicht in Quarantäne. Diese Ausnahmeregelung gilt für Menschen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten haben.

Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennziffern der Corona-Pandemie erklärt

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Corona-Lage für Deutschland, bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
Seit Beginn der Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.