Aktuelle RKI-Fallzahlen in Bayern für Sonntag

Auch in Bayern ist die Sorge angesichts vieler Neuinfektionen und Toter groß. Auch rund fünf Wochen nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns, einer Verlängerung sowie der verschärften Corona-Regeln steigen die Zahlen in Bayern deutlich. Am Sonntag, 6.12.2020 meldete das Robert-Koch-Institut (RKI):
  • 3319 (Vortag: 3.997) Neuinfektionen
  • 40 (Vortag: 93) neue Todesfälle
  • eine 7-Tage-Inzidenz von 175,0 (Vortag: 172,0)
  • 229.74 Corona-Fälle insgesamt und
  • 4289 Tote bisher insgesamt.
  • Der niederbayerische Landkreis Regen hat mit mehr als 581 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen einen der höchsten Werte in Deutschland.

Söder und Kabinett beraten Corona-Regeln in Sondersitzung

Auf diese Zahlen will Bayerns Staatsregierung reagieren. Wegen der sich verschärfenden Corona-Lage im Freeistaat hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für diesen Sonntag, 6.12.2020, sein Kabinett zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Der Ministerrat will nach Angaben der Staatskanzlei per Videoschalte über „weitere Maßnahmen“ beraten.
Konkret dürfte das weitere Verschärfungen des Kurses im Kampf gegen die Corona-Pandemie bedeuten. Söder hatte bereits in den vergangenen Tagen immer wieder anklingen lassen, dass er aufgrund der weiter steigenden Zahl an Neuinfektionen einen härteren Kurs für notwendig erachtet.

Söder: Verlängerung des Teil-Lockdowns reicht nicht

So sagte er etwa am Donnerstag bei einem Besuch im Corona-Hotspot Passau, dass die in dieser Woche von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns nicht ausreiche, um die Zahl der Neuinfektionen nachhaltig zu senken. Zwar sei das exponentielle Wachstum, das noch im Oktober vorhanden war, inzwischen gestoppt, die Zahlen würden aber dennoch weiter steigen. Sorge bereitet der Staatsregierung auch das unkontrollierte Ausbruchsgeschehen in Hotspots wie der Region Passau und Nürnberg.

Diskussion um Lockerungen an Weihnachten und Silvester

Söder sprach in dem Zusammenhang von „Verbesserungen“ und äußerte etwa öffentlich Zweifel daran, dass die bislang für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr geplanten Lockerungen der Kontaktauflagen in der aktuellen Infektionslage noch gerechtfertigt seien. „Wenn die Zahlen so bleiben, wird es auch klar sein, dass beispielsweise an Silvester die Zahl der Kontakte auch reduziert werden muss“, sagte Söder am Donnerstag. Dem Vernehmen nach soll aber weiter an den Lockerungen über die Weihnachtstage festgehalten werden.
Bund und Länder hatten am Mittwoch eine Verlängerung des geltenden Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar beschlossen. Private Zusammenkünfte sind nun auf fünf Teilnehmer aus maximal zwei Haushalten beschränkt; Kinder bis 14 Jahre sind ausgenommen.
Doch für die Zeit vom 23.12.2020 bis „längstens“ 1.1.2021 war bisher vorgesehen, Treffen „im engsten Familien- und Freundeskreis“ bis maximal zehn Personen zu erlauben, wobei Kinder bis 14 Jahre von der Zählung ausgenommen bleiben sollten. Baden-Württemberg erlaubt die größere Personenzahl nur bis zum 27.12.2020. Auf Silvesterfeuerwerk soll verzichtet werden, und „auf belebten Plätzen und Straßen wird die Verwendung von Pyrotechnik untersagt“.

Das könnten die neuen Corona-Regeln in Bayern sein

An welchen Stellen Bayern seinen Kurs verschärfen will, ist offen. Denkbar sind
  • härtere Schritte etwa im Bereich der Schulen
  • strengere Regeln im Handel,
  • größere Ausgangsbeschränkungen.
Der Merkur berichtet, dass wohl über folgende Regeln verhandelt werde:
  • Wechselunterricht an Schulen für ältere Schüler,
  • strengere Kontaktregeln an Silvester und
  • mögliche Ausgangssperren.
Wer Söder in den vergangenen Tagen zugehört hat, der fand viele Andeutungen, die darauf hindeuten, dass er - anders als sein Koalitionspartner Freie Wähler - deutlich strengere Regeln präferiert. Das Land könne „nicht ewig in den Halbschlaf“ versetzt werden, sagte er.
Wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen hatten die Stadt Passau und der Landkreis Regen in Niederbayern am Freitag die dort geltenden Ausgangsbeschränkungen verlängert. Auch in Nürnberg gelten für die Menschen strikte Vorgaben etwa für das Verlassen ihrer Wohnungen.