Heute ist Nikolaustag - der erste Festtag für viele Familien in Deutschland im Dezember. Viele Menschen richten dieser Tage aber den Blick auch schon zweieinhalb Wochen weiter in Richtung Weihnachten. Die Frage: Kann ich angesichts der geltenden Regeln - insbesondere in Hotspot-Regionen mit hohen Infektionszahlen - an den Feiertagen reisen? Wie kann ich mit meiner Familie und Freunden feiern?
Nachstehend die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland, die das Robert-Koch-Institut (RKI) für heute, Sonntag, den 6.12.2020, veröffentlicht hat.

Corona Zahlen Deutschland aktuell: Die Fallzahlen am Sonntag, den 6.12.2020

Das RKI erfasst kontinuierlich die aktuelle Corona-Lage für Deutschland, bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
  • Neuinfektionen: Laut RKI-Angaben haben sich deutschlandweit mindestens 17.767 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Dennoch hier die Vergleichswerte: Am Freitag waren es mehr als 23.000 neue Infizierte und am gestrigen Samstag 23.318.
  • Am Sonntag der Vorwoche, dem 29.11.2020, hatte es mehr als 14.600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gegeben.
  • Damit meldet das RKI am Nikolaustag Sonntag rund 3.160 Neuinfektionen mehr als am Sonntag vor einer Woche.
  • Auch „Zeit Online“ meldet heute mehr als 17.700 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen
  • Bestätigte Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen: Wie „Zeit Online“ berichtet, registrierten die Ämter 127.222 neue Fälle in den letzten sieben Tagen.
  • Die wichtige 7-Tage-Inzidenz steigt. Sie liegt laut „Zeit“ bei 153,0 Infizierten pro 100.000 Einwohnern binnen 7 Tagen. Am Vortag waren es 150,1.
  • Das RKI nennt am Sonntag eine Inzidenz von nur 142,0, am Tag zuvor bezifferte das Institut diesen für Einschränkungen oder Lockerungen entscheidenden Wert auf 135.
  • Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.127.323 Fälle.
  • Zeit nennt 1.169.781 Fälle bisher, das wären 1406,5 Fälle pro 100.000 Einwohnern.


  • Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 18.772. Das sind 255 Tote mehr als am Vortag und bedeutet einen weiterhin sehr hohen Wert. Am Mittwoch waren binnen eines Tages 487 Tote gemeldet worden - das war ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 846.400.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstaggabend bei 1,10 (Vortag: 1,04). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • Intensivstationen: 4051 Menschen waren nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vom Samstag aufgrund einer Covid-19-Erkrankung in intensivmedizinischer Behandlung (Stand 5.12., 12.15 Uhr). Das sind 40 mehr als am Freitag, als erstmals die Schwelle von 4000 Corona-Patienten auf Intensivstationen überschritten wurde. 60 Prozent der Patienten werden mit dem Tubus - also über einen Schlauch - beatmet.

Neue Hotspots in Bayern und Sachsen

Der Landkreis Regen ist mit einer 7-Tage-Inzidenz von 581,3 der neue Top-Hotspot in Deutschland. Er erhält auf dem RKI-Dashboard die neue Inzidenz-Farbe pink.
Auf Platz zwei kommen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die 7-Tage-Inzidenz kletterte dort auf einen Wert von 534,6

Manche Kliniken an Kapazitätsgrenze

Deutsche Kliniken stehen laut der Nachrichtenagentur KNA vielerorts offenbar an der Kapazitätsgrenze. "In einzelnen Ländern wie Sachsen ist die Zahl der Intensivpatienten fünfmal so hoch wie im April", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, der "Welt am Sonntag". Insgesamt befänden sich 40 Prozent mehr Covid-19-Patienten auf Intensivstationen als im Frühjahr; rund 16.000 Betroffene würden auf Normalstationen versorgt. Der Versorgungsaufwand sei deutlich höher als bei anderen Patienten, fügte Gaß hinzu.

Corona in den Bundesländern: Aktuelle Infektionszahlen

Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0 Uhr aktualisiert.
Im Dashboard des RKI sind die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland auch nach Altersgruppen ausgewiesen.
Im Dashboard des RKI sind die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland auch nach Altersgruppen ausgewiesen.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Inzidenz und Neuinfektionen - Die Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona in Deutschland: Neuer Gesundheitsleitfaden

Das Bundesgesundheitsministerium hat am Freitag einen Leitfaden für die Besuche in Pflegeheimen vorgestellt. Ziel der Handreichung sei es, den Pflegebedürftigen mit möglichst geringen Einschränkungen auch in der Corona-Pandemie Besuche von Angehörigen zu ermöglichen, erklärte der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, am Freitag in Berlin. Dennoch sollen angemessene Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet sein.
"Der Besuch von Angehörigen ist ein existenzieller Bestandteil des Lebens von Pflegebedürftigen", betonte Westerfellhaus. Der Leitfaden solle deswegen die Autonomie und Selbstbestimmung der Betroffenen mit dem Infektionsschutz in Einklang bringen. So differenziere er auch zwischen notwendigen Regeln und solchen, die sich als weniger nützlich herausgestellt hätten. Bei Personen mit kognitiven Einschränkungen könne etwa bei ausreichendem Abstand kurzzeitig auf das Tragen einer Maske verzichtet werden, damit diese ihre Besucher erkennen könnten.
Der Leitfaden wurde zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt. Die Startauflage von 14.000 Exemplaren soll jetzt an die Einrichtungen verschickt werden und wird auch im Internet abrufbar sein.