• Das gilt neuerdings auch für die Zahl der Todesfälle, die im Zusmamenhang mit dem Coronavirus stehen
  • Und RKI-Chef Wieler glaubt, dass man noch „mit sehr viel mehr Toten“ in den kommenden Wochen und Monaten rechnen müsse
In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 23.400 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen, 4.12.2020, unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 23.449 neue Ansteckungsfälle erfasst. Das waren rund 640 mehr als am Freitag vor einer Woche, als das RKI 22.806 Neuinfektionen gemeldet hatte.

Corona-Zahlen in Deutschland: Erneut mehr als 400 Tote binnen eines Tages

Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Deutschland nach RKI-Angaben 1.130.238 Infektionen erfasst. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 820.600.
Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland stieg den Angaben zufolge um 432 auf 18.034.
Die meisten neuen Todesfälle gab es den Recherchen von Zeit Online zufolge in Bayern mit 123 Fällen. In Nordrhein-Westfalen starben dem Bericht nach 81 Patientinnen und Patienten und in Sachsen waren es demnach 60. In Hessen starben 44 Covid-19-Erkrankte, in Baden-Württemberg waren es 37.
In der Hauptstadt Berlin starben den Angaben nach 23 Menschen in Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung, in Görlitz waren es 14, in Nürnberg 13 und in Zwickau elf. Jeweils acht Patientinnen und Patienten starben dem Zeit-Bericht zufolge in den bayrischen Kreisen Fürth und Landshut sowie in den sächsischen Städten Chemnitz und Meißen.

RKI-Chef Wieler: Müssen in Deutschland „mit vielen weiteren Toten“ rechnen

Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen rechnet das Robert-Koch-Institut (RKI) mit vielen zusätzlichen Todesfällen - und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. "Bitte lassen Sie uns alle unsere Kontakte reduzieren", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Auch Vertreter von Bundes- und Landesregierungen mahnten zur Einhaltung der geltenden Schutzmaßnahmen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält eine baldige Verschärfung der Vorschriften für nötig.
Wieler sagte, in einigen Regionen stießen die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Außerdem steige "die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle von Woche zu Woche". Im weiteren Verlauf sei "mit vielen weiteren" Toten zu rechnen. Besorgniserregend sei besonders die Lage in Alten- und Pflegeheimen.

Spahn angesichts der Zahl der Corona-Toten in Deutschland alarmiert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich alarmiert wegen der hohen Totenzahlen und mahnte ebenfalls zu strikten Schutzmaßnahmen. Diese verursachten zwar wirtschaftliche Schäden, damit lasse sich jedoch leichter umgehen als mit "tausenden von Todesfällen, die man hätte vermeiden können".
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) warnte davor, in der Hoffnung auf Impfstoffe Schutzmaßnahmen zu vernachlässigen. Wenn das Virus zumindest kontrolliert werden solle, "dann brauchen wir wieder Zahlen wie von vor einem halben Jahr", sagte er den Sendern RTL und n-tv.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Mittwochabend mit den Ministerpräsidenten der Länder darauf verständigt, die geltenden Einschränkungen zunächst bis zum 10. Januar zu verlängern. Allerdings gibt es erneut abweichende Voten aus einigen Ländern. So will Mecklenburg-Vorpommern erst Mitte Dezember über eine Verlängerung entscheiden.