• Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen in der Tendenz in den vergangenen Tagen und Wochen wieder leicht an
  • Beim Corona-Gipfel wurden neben einer Verlängerung des Lockdowns aber auch Lockerungen beschlossen
  • Teil der neuen Strategie sind neben Impfungen auch Schnelltests, um die Zahlen kontrollieren zu können.
  • Wie haben sich die Corona-Fallzahlen laut RKI aktuell entwickelt?
Verlängerung des Lockdowns ja, die Aussicht auf Lockerungen aber auch: Die Ergebnisse des Corona-Gipfels vom Mittwoch, 03.03.21, haben wir hier in unserem Ticker zusammengefasst. Nach den gemeinsamen Beratungen und Beschlüssen von Bund und Ländern ist es nun an den Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg, die neuen Regeln festzulegen.
Wie sich die Corona-Zahlen in der diffusen Gemengelage aus Vorsicht angesichts der sich ausbreitenden Corona-Mutationen und in der Tendenz wieder leicht steigenden Fallzahlen einerseits und den nun schrittweisen, von der regionalen Inzidenz abhängigen und im Stufenplan festgehaltenen schrittweisen Lockerungen andererseits entwickeln, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen. Wie hoch sind die Fallzahlen in Deutschland laut RKI heute?

RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Aktuelle Inzidenz und Neuinfektionen am 04.03.21

  • Zeit Online“ berichtete, dass es 10.475 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.471.942 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Donnerstagmorgen 359 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 71.240 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 372 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich 2.283.400 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er liegt am Donnerstag bei 0,93. Am Vortag hatte er bei 0,94 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt laut dem RKI am Donnerstagmorgen bei 64,7, am Mittwoch hatte er bei 64,0 gelegen. „Zeit Online“ meldete einen Wert von 68,7. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt deutschlandweit seit mehreren Tagen um die Marke 60 oder leicht darüber. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.


Corona-Zahlen und Inzidenz in Deutschland: So sieht die Öffnungsstrategie aus

Beim Corona-Gipfel wurde hart gerungen um Lockerungen insbesondere für den Handel, ebenso um die dafür relevanten Inzidenzwerte. Hier ist eine grafische Darstellung der künftigen Strategie.
Die Öffnungsstrategie des Stufenplans grafisch dargestellt.
Die Öffnungsstrategie des Stufenplans grafisch dargestellt.
© Foto: Bundesministerium der Finanzen

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Donnerstag (Stand 6.00 Uhr) weltweit rund 115.173.843 Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.559.472 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 28.786.710 Infizierte und 518.345 Tote.
  • Indien: 11.139.516 Infizierte und 157.346 Tote.
  • Brasilien: 10.718.630 Infizierte und 259.271 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.472.913 Infizierten und 71.285 Toten.

Hausärzte sollen beim Impfen helfen

Nachdem die Corona-Impfungen im Land noch immer schleppend laufen, wurde auf dem Corona-Gipfel beschlossen, dass eine Impfstrategie Besserung bringen soll. Vereinbart wurde, dass Ende März/Anfang April die haus- und fachärztlichen Praxen umfassend in die Impfkampagne eingebunden werden. Dies soll die Zahl der Impfungen erhöhen vor dem Hintergrund, dass dann mehr Dosen zur Verfügung stehen als in den Impfzentren verabreicht werden können.

Schnelltests und Selbsttest sollen bald verfügbar sein

Beim Corona-Gipfel am 03.03. mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66/CDU) und den Länderchefs wurde vereinbart, dass Impfungen und Corona-Schnelltests eine wesentliche Rolle bei den Lockerungen spielen sollen. Allerdings war unklar, ob es genügend Tests geben werde.
Doch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erwartet, dass nach einer „kurzen Übergangsphase“ ausreichend Corona-Schnelltests zur Verfügung stehen, um die von Bund und Ländern beschlossene Öffnungsstrategie umzusetzen. Dann könnten entsprechende Zentren eingerichtet werden, die mit diesen Tests arbeiten, sagte der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat am Donnerstag, 04.03.2021, im ARD-„Morgenmagazin“. Diese Art Schnelltests würde bereits seit längerem eingesetzt. „Und irgendwann und im großen Umfang wird es dann auch Selbsttests geben“, fügte Scholz hinzu.

Mutationen weiter auf dem Vormarsch

Die Mutationen des Coronavirus bestimmen zusehends das Geschehen. Varianten des Virus aus
  • Großbritannien (B117),
  • Südafrika (B1351) und
  • Brasilien (P1)
haben sich weltweit rasant verbreitet - auch in Deutschland. Entfielen in der letzten Januarwoche nur 7,4 Prozent der Infektionen auf Mutanten, waren es vergangene Woche schon an die 50 Prozent. Und es kommen neue hinzu: In Kalifornien wurde im Zuge einer Studie eine neue, offenbar sehr gefährliche Mutation B1427 entdeckt. Die Wahrscheinlichkeit, durch B1427 an Covid-19 zu sterben ist der noch unveröffentlichten Studie zufolge elfmal höher. Laut Bundesregierung gibt es zudem auch zahlreiche Berichte über Covid-19-Langzeitfolgen, das so genannte „long COVID“.

RKI-Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.