Nach dem Beschluss vom Bund-Länder-Treffen mit Angela Merkel am 3. März ist eine wichtige Komponente im Kampf gegen das Coronavirus die Verfügbarkeit von Corona-Schnelltests und Selbsttests. Die Bundeskanzlerin hatte gemeinsam mit den Regierungschefs ein entsprechendes Testkonzept vorgestellt. Damit wurden Öffnungen nach dem Stufenplan abhängig von der Inzidenz im jeweiligen Kreis umgesetzt. Da die aktuellen Corona-Zahlen aber weiter steigen, kommt vielerorts bereits die Notbremse zum Einsatz. Erste örtliche Ausgangsbeschränkungen gelten, wie im Landkreis schwäbisch Hall, wo die Bürger auch am Tag zu hause bleiben müssen. Was bedeutet das für den bevorstehenden Corona-Gipfel am Montag, den 22.03.2021? Und was ist laut aktueller Beschlussvorlage des bevorstehenden Bund-Länder-Treffens in Sachen Schnelltests und Selbsttest geplant?
Laut aktueller Version der Beschlussvorlage zum Bund-Länder-Treffen stehen zum Thema Corona-Test einige Punkte auf der Agenda. Unter anderem soll darüber abgestimmt werden, ob Unternehmen ihren Angestellten vor Ort wöchentlich mindestens zwei kostenlose Schnelltests anbieten sollen. Konkret heißt es dazu im Entwurf, dass „Unternehmen in Deutschland als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten regelmäßige Testangebote machen. Diese sollen pro Woche das Angebot von mindestens zwei Schnelltests umfassen.“ Zudem will „der Bund in die Erstattungsregelung der Testverordnung kurzfristig die Erstattung der Kosten für die Durchführung von Selbsttests unter Aufsicht und die verlässliche Dokumentation des Testergebnisses aufnehmen.“ Wer genau die Kosten letzendlich übernimmt, ist damit nicht klar formuliert - lediglich, dass es nicht die Testperson sein wird.
Bund und Länder planen laut Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am 22.03.2021 einige Änderungen der Corona-Regeln bezüglich Schnelltests und Selbsttests.
Bund und Länder planen laut Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am 22.03.2021 einige Änderungen der Corona-Regeln bezüglich Schnelltests und Selbsttests.
© Foto: SWP

Häufige Fragen zu Corona-Schnelltest und Selbsttests

  • Wo bekomme ich einen Schnelltest für Corona?
  • Wie funktioniert ein Corona Selbsttest?
  • Was ist mit Schnelltest für Unternehmen?
  • Ist der Corona Schnelltest für Arbeitgeber Pflicht?
  • Wo gibt es Schnelltests zu kaufen?
  • Was kostet ein Schnelltest?
  • Woher bekomme ich einen Corona Schnelltest?
  • Gibt es den Schnelltest für alle?
  • Kann man den Antigen-Schnelltest (Corona Test) selber machen?

Testkonzept vom Corona-Gipfel: Kostenloser Schnelltest und Selbsttest für alle

Merkel und die Ministerpräsidenten hatten ein Konzept für Corona-Schnelltests auf den Weg gebracht. Klar ist, dass zwar die Aussagekraft von Schnelltests und Selbsttests nur für kurze Zeit gilt, denn sie sinkt nach einigen Stunden deutlich ab, da weder eine Neuinfektion mit geringer Viruslast oder eine Infektion nach dem Test erkannt werden. Trotzdem lässt sich mit guter Genauigkeit feststellen, ob jemand aufgrund einer akuten Covid-19-Infektion aktuell ansteckend ist.
Das hilft vor allem bei der Erkennung von Infektionen ohne Symptome. Infizierte können so schneller in Quarantäne und die Ausbreitung des Virus kann weiter eingedämmt werden. Für die folgenden Wochen und Monate wird es (bei stabilem Infektionsgeschehen) einen Vierklang der Maßnahmen geben. Dieser besteht aus: Corona-Impfung, Corona-Tests, Kontaktnachvollziehung und Öffnungen.
So funktionieren die Antigen-Schnelltests für Laien.
So funktionieren die Antigen-Schnelltests für Laien.
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Städte- und Gemeindetag fordert systematische Verstärkung der Schnellteststrategie

Vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine systematische Verstärkung der Schnellteststrategie und einen Bürokratieabbau gefordert. „Wir müssen alles unternehmen, dass möglichst schnell alle Bürgerinnen und Bürger mindestens zweimal pro Woche sich einem Schnelltest unterziehen können“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Zeitung „Welt am Sonntag“. Die Sieben-Tage-Inzidenz dürfe nicht der „einzige Maßstab“ für mögliche Lockerungen sein.
„Wir laufen Gefahr, die unverzichtbare Akzeptanz der Bevölkerung zu verlieren“, sagte Landsberg. Er plädierte für „mehr Mut für neue Wege, mehr Vertrauen in die Menschen und eine echte Reduzierung der Bürokratie“.
Landsberg warb für „verständliche und nachvollziehbare Leitplanken“ für Einschränkungen. „Dabei sollte klargestellt werden, dass der Inzidenzwert nicht der einzige Maßstab ist, sondern auch zusätzliche Aspekte wie etwa die Belastung der Krankenhäuser in der Region oder klar eingrenzbare Hotspots berücksichtigt werden können.“

Corona-Schnelltest für alle? Das gilt seit 08.03.2021

Bis alle in Deutschland die Möglichkeit zu einer Corona-Impfung haben, sollen regelmäßige Corona-Tests sichere Kontakte und mehr Normalität gewährleisten. Mittlerweile sind Schnelltests in großer Zahl verfügbar und Selbsttests für einen Testung zu Hause gibt es bereits zu kaufen. Neben einem Verkauf in Apotheken wird es die Schnelltests zur Anwendung zuhause auch beim Discounter und Drogeriemarkt, wie Aldi (Aldi Nord und Aldi Süd), Lidl, Rewe und DM geben.

Woher bekomme ich einen Corona-Schnelltest?

Doch nicht jeder soll einen Selbsttest kaufen müssen. Das Corona-Testkonzept teilt den Anspruch der kostenlosen Tests wie folgt in drei Bereiche auf:
  • Schule und Kita: Alle Lehrer und Erzieher sowie Schüler und Kinder sollen pro Präsenzwoche mindestens einen Schnelltest angeboten bekommen.
  • Arbeitgeber: Alle in Präsenz Beschäftigten in Unternehmen in Deutschland sollen einen Schnelltest pro Woche angeboten bekommen. Hierzu finden noch bis zum 8. März abschließende Beratungen zwischen Bundesregierung und Wirtschaft statt.
  • Testzentrum, Ärzte und von der Kommune beauftragte Dienstleister (Labore): Alle Menschen ohne Symptome sollen mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche inklusive Bescheinigung über das Testergebnis ermöglicht bekommen. Die Kosten übernimmt der Bund von 8. März an. Vielerorts haben Testzentren eröffnet, etwa in Ulm/Neu-Ulm, Biberach, oder Ehingen.

Was kosten Schnelltests zum selbst testen?

Bereits seit Samstag, 06.03.2021, gibt es Corona-Schnelltests für Laien zur Selbstanwendung im Handel zu kaufen. Mehrere
  • Discounter,
  • Drogerien und
  • Apotheken
wollen die Tests nach und nach in ihr Sortiment aufnehmen. Der Discounter Aldi etwa bietet die Schnelltests zur Selbstanwendung als Aktionsartikel für knapp 25 Euro pro Packung mit jeweils fünf Tests an. Somit kostet ein Selbsttest 5 Euro.

Sonderzulassung für Selbsttests auf das Coronavirus

Diese Schnelltest für Corona haben in Deutschland bereits eine Sonderzulassung für die Anwendung zuhause:
  • Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card
  • Lyher Covid-19 Antigen Schnelltest (Nasal)
  • Clinitest Rapid COVID-19 Self-Test

Was tun bei positivem Schnelltest?

Sollte ein Schnelltest positiv ausfallen, muss auf jeden Fall noch ein PCR-Test erfolgen, um das Ergebnis zu bestätigen. Aber auch ein negativer Test schließt eine Infektion nicht generell aus, vor allem bei einer niedrigen Viruslast etwa in der frühen oder späten Phase der Corona-Infektion. Coronaviren könnten so trotzdem weitergegeben werden. Deshalb hält etwa das Robert-Koch-Institut Antigen-Schnelltests nur für eine ergänzende Maßnahme und warnt davor, sich bei einem negativen Ergebnis in falscher Sicherheit zu wiegen.

Testpflicht an der Grenze - Einreise aus Polen nur noch mit negativem Corona-Test

In Polen verschärft sich die Corona-Lage weiter. Deutschland hat sein östliches Nachbarland als Hochinzidenzgebiet eingestuft: Die Einreise aus Polen ist ab sofort nur mit negativem Corona-Test möglich. Doch wer trägt die Testkosten der Pendler, die die Grenze täglich passieren müssen? Grenzpendler aus Polen fordern deshalb von Deutschland finanzielle Unterstützung bei den Kosten der Tests.
Polen ist von der dritten Welle der Corona-Pandemie hart getroffen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag in den vergangenen Tagen nur noch knapp unter dem bisherigen Rekordwert von 27.875 aus dem November. Am Sonntag meldete das Gesundheitsministerium in Warschau 21.849 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, im selben Zeitraum starben 149 Menschen.

Die Beschlüsse des Corona-Gipfels vom 03.03. im Überblick

Bei der Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten wurde um viele Beschlüsse hart gerungen. Die Ergebnisse, aus denen die Bundesländer nun regional neue Regeln formen und die Corona-Verordnungen entsprechend anpassen, im Überblick.