Bayerns Landeshauptstadt kämpft mit der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Zahlreiche Städte und Kreise sprengen die Grenzwerte. Auch in München steigt die Zahl der Neuinfektionen deutlich. Die Stadt kratzt am bundesweiten Grenzwert für Einschränkungen. Die Stadt reagiert mit neuen Einschränkungen.

Corona-Zahlen in München: Stadt überschreitet Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen

München hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Dies geht aus der täglich aktualisierten Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Freitag hervor. Der Wert gilt als wichtige Schwelle im Kampf gegen die Corona-Pandemie; wird er überschritten, sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen. Neben der Landeshauptstadt München mit einem Wert von 50,7 sind im Freistaat auch die Stadt Würzburg (70,38), die Stadt Kaufbeuren (61,51), der Landkreis Garmisch-Partenkirchen (58,78) und der Landkreis Kulmbach (50,11) besonders betroffen.

Fehler bei RKI-Zahlen in München: Oberbürgermeister kritisiert falsche Corona-Zahlen

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter kritisiert die Berechnung der Corona-Zahlen für München. Das berichtete die Tz. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin und das Landesamt für Gesundheit in Bayern sollen zur Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz für die Stadt München falsche Einwohnerzahlen verwenden. So beruhen die RKI-Zahlen auf Daten des Statistischen Bundesamtes vom 31. Dezember 2018. Die Einwohnerzahl lag damals bei 1,47 Millionen. Die Stadt habe aber zum 31. Juli 2020 bereist 1,56 Millionen Einwohner gehabt. Also fast 100.000 Menschen mehr. Das beeinflusst die Berechnung des Wertes von Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage. Somit wäre der Wert für die 7-Tage-Inzidenz in München niedriger als die vom RKI angegeben 47,6 (Stand Donnerstag, 0:00 Uhr).

Corona-Zahlen für München: Diese Zahlen meldet die Stadt

Nach Informationen des RKI kommt die Infektionstätigkeit in der bayrischen Hauptstadt nicht zur Ruhe. Das sind die Zahlen im Detail (Datenstand 18.09., 0:00 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 10.324
  • Zahl der Neuinfektionen: 0
  • Zahl der Toten:223
  • 7-Tage-Inzidenz: 40,9

RKI-Zahlen für München: So viele Neuinfektionen gibt es in der Stadt

Die Stadt München meldet am Freitag 141 Neuinfektionen in der Stadt. Die Zahlen unterscheiden sich aufgrund von Verzögerungen bei der Meldung von denen des RK.
Das sind die Zahlen im Detail (Datenstand 17.09., 23:59 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 10.454
  • Zahl der Neuinfektionen: 141
  • Zahl der Toten:223
  • 7-Tage-Inzidenz: 50,7

Corona in München: Stadt sprengt Grenzwert für Bayern

Die 7-Tage-Inzidenz für München liegt am Freitag bei 40,9. Damit überschreitet die Stadt den in Bayern geltenden Frühwarnwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage. Ab dieser Marke können Städte in Bayern Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschließen. Mit 40,9 liegt der Wert zudem gefährlich nahe am bundesweit geltenden Grenzwert von 50.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, für München lag am Donnerstag bei 1,6 – das bedeutet, dass statistisch gesehen 100 Infizierte 160 Menschen neu anstecken. Je deutlicher die Reproduktionszahl über 1 liegt, umso schneller breitet sich das Coronavirus aus. Je weiter sie unter 1 sinkt, umso weniger Neuinfektionen sind zu erwarten.

Corona und Schule: Regelung für Schulen in München offen

Was genau die Überschreitung des Grenzwerts für die Situation an den Schulen in München bedeutet war am Freitag noch unklar. Das sagte der Kultusminister des Freistaats Piazolo nach Angaben des BR am Freitag. „Es gibt da keinen Automatismus“, sagte er. Letztlich müssten die Gesundheitsämter vor Ort entscheiden. Im Moment sind vier Schulen in Bayern wegen Corona-Fällen geschlossen in Furth im Wald, Kelheim, Würzburg und Tirschenreuth.

Corona-Maßnahmen in München: Fußball-Bundesliga-Spiel ohne Zuschauer im Stadion

Beim Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 dürfen am Freitagabend nun doch keine Zuschauer dabei sein. Das entschied die Stadt München am Donnerstag mit Verweis auf die steigenden Corona-Infektionszahlen in der Landeshauptstadt. Davor war noch auf 7500 Fans in der Allianz Arena gehofft worden. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach in einer Mitteilung von einem „falschen Signal“ und verwies auf aktualisierte Corona-Werte des Robert Koch-Instituts.

Corona-Regeln in München: Stadt verhängt Alkoholverbot auf Theresienwiese

Um auf die steigende Zahl an Neuinfektionen zu reagieren hat München Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen beschlossen. Nach der Stadt gilt für das kommenden Wochenende ein Alkoholverbot. Auf der Theresienwiese darf von Samstag 9 Uhr morgens bis 6 Uhr am Sonntag kein Alkohol konsumiert werden. Damit möchte die Stadt Ersatzfeiern für die abgesagte Eröffnung des Oktoberfestes vorbeugen.
Das Verbot gilt nach Angaben der Stadt München auch für andere Orte in der Stadt:
  • Baldeplatz
  • Gärtnerplatz
  • Gerner Brücke
  • Isarauen zwischen Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke
  • Wedekindplatz
An diesen Orten darf von 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages keinerlei Alkohol mehr im öffentlichen Raum konsumiert werden, einzige Ausnahmen sind die Freischankflächen der Gastronomie und genehmigte Veranstaltungen. Es darf in einem klar definierten weiteren Umfeld um die benannten Hotspots von 21 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages keinerlei Alkohol mehr verkauft werden, einzige Ausnahmen sind der Ausschank zum unmittelbaren Konsum vor Ort in der Gastronomie und auf genehmigten Veranstaltungen.

Nach Oktoberfestabsage: „WirtshausWiesn“ startet - Ex-OB-Ude zapft an

Trotz der coronabedingten Absage des Oktoberfests rüsten sich Wirte in München für einen Anstich. In vielen Wirtshäusern werden zum ursprünglich geplanten Wiesnstart am Samstag um 12.00 Uhr Bierfässer angestochen. Mit der „WirthausWiesn“ wollen gut 50 Wirte bis 4. Oktober ein wenig Oktoberfeststimmung schaffen. Angesichts steigender Zahlen schauen sie auf die Corona-Regeln.
„Wir sind ausreserviert - früher hätte ich dann 600 Leute im Haus gehabt, heute sind es vielleicht 300 - wir achten auf die Abstände, drinnen und draußen“, sagt der Sprecher der Innenstadtwirte vom Augustiner Klosterwirt, Gregor Lemke. Auch am Nockherberg und bei Wiesnwirtesprecher Peter Inselkammer im Ayinger am Platzl gibt es für Samstag keine Plätze mehr. „Es ist eine rege Nachfrage da.“
Für die „WirtshausWiesn“ gelten wie für alle gastronomischen Betriebe die Regelungen der Staatsregierung zum Infektionsschutz, unterstrich Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Dies gelte „unabhängig davon, ob Wiesnbier oder Wiesnschmankerl serviert werden“. Alle, die feiern wollten, bat Reiter um Einhaltung der Corona-Regeln.

Alkoholverbot in München: Regeln gelten auch für Demonstrationen

Das Alkoholverbot gelte auch für drei auf der Theresienwiese angemeldete Demonstrationen, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. Darunter sind zwei Kundgebungen zum Thema Tradition und Brauchtum sowie ein Demozug des Netzwerks Klimaherbst unter dem Titel „Wiesneinzug der Möglichkeiten“. Die Organisatoren hatten angekündigt, dass es auch Bier geben werde.
Normalerweise hätte am Samstag um 12.00 Uhr der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auf der Theresienwiese das erste Fass Bier angestochen und die Wiesn eröffnet - für gut zwei Wochen wäre Gerstensaft in Strömen geflossen: Rund sieben Millionen Liter werden bei dem Fest getrunken.

Corona-Regeln in Bayern: Diese Einschränkungen beschließen die Städte

Erreicht eine Stadt in Bayern den Grenzwert können neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen werden. Welche ist jedoch von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Die Regeln werden in Absprache mit den Gesundheitsbehörden angepasst:
  • In Rosenheim und Landshut gelten Kontaktbeschränkungen. Es dürfen sich nur Gruppen bis fünf statt zehn Personen in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten treffen.
  • In Landshut gilt zudem eine Maskenpflicht im Unterricht auch für Schüler der Grundschule.
  • In Rosenheim sollen die bereits am 25. August in Kraft getretenen Beschränkungen. Dort sind Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen begrenzt worden.
  • Memmingen will keine neuen Regeln einführen, weil es sich bei den neuen Fälle fast ausschließlich um Reiserückkehrer handle.
  • Würzburg hat den Konsum von Alkohol auf der alten Mainbrücke an Wochenenden eingeschränkt. Zudem gilt eine schärfere Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen. Am Montag hat die Stadt zudem die Kontaktbeschränkungen weiter verschärft.

Diese Städte in Bayern sprengen den Grenzwert:

In Bayern gibt es besonders viele Städte und Kreise mit einer hohen Zahl an Neuinfektionen. Diese Städte und Kreise sprengen die Grenzwerte:
  • Auch der Kreis Würzburg liegt mit 40,2 mittlerweile über dem Grenzwert für Bayern.
  • Die Stadt Kaufbeuren ist mit einer 7-Tage-Inzidenz von 59,2 ebenfalls stark betroffen.
  • Die Stadt Passau hat am Mittwoch den Frühwarnwert ebenfalls überschritten. Dort lag die 7-Tage-inzidenz am Freitag jedoch bei 34,3. Die Stadt diskutiert Maßnahmen.
  • Die Stadt München ist mit 40,9 wieder weit über dem für Bayern geltenden Frühwarnwert von 35 gerutscht.
  • Memmingen, Landshut, Ingolstadt und Straubing lagen am Donnerstag unter allen Grenzwerten. Dort lagen die Zahlen in der vergangenen Woche jenseits der Grenzwerte.

So sehen die RKI-Zahlen für ganz Bayern aus

Laut Angaben des RKI steigen die Infektionszahlen in ganz Bayern an. Mit 63.918 hat der Freistaat im Vergleich zu anderen Bundesländern die zweitmeisten nachgewiesenen Fälle.
  • Zahl der Infizierten: 63.918
  • Zahl der Neuinfektionen: 286
  • Zahl der Toten: 2648
  • Fälle pro 100.000 Einwohner: 488,8