Die Stadt Memmingen in Bayern hat erneut den bundesweiten Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Nach Angaben des Dashboards des Robert Koch-Instituts wies die Stadt am Dienstag hatte die Stadt eine 7-Tage-Inzidenz von 70,7 (Stand 8.9., 0:00 Uhr). Dieser Wert liegt weit über dem bundesweit geltenden Grenzwert.

Corona in Bayern: Memmingen, Landhut und Rosenheim überschreiten den Grenzwert

Insgesamt haben drei bayerische Städte haben am Montag den Grenzwert für 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen teils deutlich überschritten. Spitzenreiter bei den Neuinfektionen ist das schwäbische Memmingen mit einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 68,44. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit berichtete, liegt das niederbayerische Landshut bei 55,25 Fällen und Rosenheim in Oberbayern bei 52,11 Fällen hochgerechnet auf 100 000 Einwohner.

Steigende Neuinfektionen: Bayern und Baden-Württemberg legen eigene Grenzwerte fest

Neben der in ganz Deutschland geltenden Grenze von einem 7-Tage-R-Wert von 50, gibt es in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Grenzwerte.
  • In Bayern liegt die Messlatte niedriger. Dort greift die Notbremse ab einem 7-Tage-R-Wert von 35.
  • In Berlin liegt die Grenze bei 30
  • Niedersachsen greift bei einem Wert von 30 bis 35 ein.
  • In Baden-Württemberg gilt ab einer Marke von 35 eine Vorwarnstufe.
In Bayern wird der Grenzwert mit Frühwarnwert bezeichnet. In Baden-Württemberg hingegen heißt er Vorwarnstufe. Der 7-Tage-R-Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich in den letzten sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Kritischer Grenzwert: Wann kommt es zu Einschränkungen?

Steigt der 7-Tage-R-Wert über die kritische Marke von 50 greifen Notfallmechanismen. Auf die Grenze von hatten sich die Bundesländer und die Bundesregierung Anfang Mai geeinigt. „Gerade wenn weitreichende Öffnungen erfolgt sind, steigt die Gefahr einer dynamischen Entwicklung“, heißt es im Beschluss von Anfang Mai von Bund und Ländern, die die Maßnahmen begründen. Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, müssten bei Überschreitung des Grenzwerts mit Beschränkungen reagiert werden.

Corona-Regeln: Kontaktbeschränkungen in Landshut und Rosenheim

In Rosenheim und Landshut gab es bereits vor dem Überschreiten des Grenzwerts spezielle Vorschriften.
Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich nur Gruppen bis fünf statt zehn Personen in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten treffen.
Maskenpflicht im Unterricht: In Landshut wurde wegen der Entwicklung nun angeordnet, dass mit dem Schulbeginn an diesem Dienstag auch Grundschüler während des Unterrichts Masken tragen müssen. Dies gilt bayernweit ansonsten nur für die weiterführenden Schulen. Die Landshuter Grundschüler sollen zumindest in der ersten Schulwoche nun auch Masken tragen, teilte die Stadtverwaltung mit.
In Rosenheim sollen die bereits am 25. August in Kraft getretenen Beschränkungen nach Angaben eines Sprechers unverändert gelten, bis der Wert der Neuinfektionen unter die erste Warnstufe von 35 fällt. In der Stadt gibt es auch eine Beschränkung auf maximal 50 Teilnehmer bei privaten Veranstaltungen in Räumen.

Memmingen will keine neuen Regeln einführen

In Memmingen soll es trotz der deutlichen Zunahme der Infektionszahlen binnen weniger Tage keine allgemeinen Beschränkungen geben. Bei den Infizierten handele es sich ausschließlich um Reiserückkehrer aus Risikogebieten, darunter mehrere Familien, die im Urlaub miteinander in Kontakt standen, betonte die Verwaltung. „Da alle Infizierten in häuslicher Quarantäne sind und keine Kontaktpersonen in Memmingen hatten, sind keine Einschränkungen für die Allgemeinheit notwendig“, sagte Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU).

Oberbürgermeister ordnet Zahlen ein

Schilder ordnete auf seiner Facebookseite die Zahlen ein und erklärte nochmal, warum keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. „Memmingen hat als kreisfreie Stadt mit rund 44.000 Einwohnern im Vergleich zu einwohnerstarken Landkreisen nur einen kleinen Spielraum zwischen dem statistisch vorgegebenen Signalwert von 35 und dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern“, so Schilder. Der Signalwert sei in Memmingen bei 16 Fällen erreicht, der kritische Wert bereits bei 21 Fällen.

Corona-Zahlen in Bayern: So viele Menschen sind infiziert

Im gesamten Freistaat sind bisher 59.804 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: Dienstag, 0:00 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2643 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten rund 52.500 Menschen.