Nach Rosenheim und Memmingen hat mit Landshut eine weitere Stadt in Bayern den Grenzwert der sieben-Tage Inzidenz am Wochenende überschritten. Auch am Dienstag blieben die Zahlen hoch. Die Stadt reagiert mit Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht für Grundschüler.
Wie der Oberbürgermeister der Stadt Alexander Putz auf Facebook mitteilte, ist der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage am Montag überschritten worden. Anfang der Woche lag der Wert bei 53,9 und damit deutlich über dem bundesweit geltenden Grenzwert von 50.

Bayern: Corona-Regeln in Landshut werden verschärft

Putz kündigte auf seiner Facebookseite Maßnahmen an, um die zahl der Neuinfektionen einzudämmen. Die Stadt werde sich mit dem Gesundheitsamt und der Regierung von Niederbayern abstimmen, um Maßnahmen zu beschließen.

Kontaktbeschränkungen in Landshut

Bereits in der vergangenen Woche war der für Bayern geltende Frühwarnwert von 35 überschritten worden, wie BR24 mitteilte. Die Stadt reagierte darauf mit Kontaktbeschränkungen. Seitdem dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige aus zwei verschiedenen Haushalte treffen. Als zusätzliche Maßnahme wurde wegen der Entwicklung nun angeordnet, dass mit dem Schulbeginn an diesem Dienstag auch Grundschüler während des Unterrichts Masken tragen müssen. Dies gilt bayernweit ansonsten nur für die weitergehenden Schulen. Die Landshuter Grundschüler sollen zumindest in der ersten Schulwoche nun auch Masken tragen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Corona-Zahlen: Diese Zahlen meldet das RKI für Landshut

Das Robert Koch Institut (RKI) in Berlin meldet jeden Tag die Zahlen für Bundesländer und Landkreise in einem Dashboard. Aufgrund der Verzögerung der Meldung der Zahlen sind die Zahlen des RKI oft niedriger als die der Landratsämter. Dennoch lassen sich Tendenzen aus ihnen ablesen. So ist die Lage in Landshut (Stand 08.09., 0:00 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 385
  • Zahl der Neuinfektionen:49
  • Zahl der Toten: 9
  • Fälle pro 100.000 Einwohner: 531.7
  • Fälle pro 100.000 Einwohner über sieben Tage: 53,9

Drei Städte in Bayern über Corona-Grenzwert von 50 Neuinfektionen

Insgesamt haben drei bayerische Städte am Montag den Grenzwert für 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen teils deutlich überschritten. Spitzenreiter bei den Neuinfektionen ist das schwäbische Memmingen mit einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 68,44. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit berichtete, liegt das niederbayerische Landshut bei 55,25 Fällen und Rosenheim in Oberbayern bei 52,11 Fällen hochgerechnet auf 100 000 Einwohner.

Steigende Neuinfektionen: Bayern und Baden-Württemberg legen eigene Grenzwerte fest

Neben der in ganz Deutschland geltenden Grenze von einem 7-Tage-R-Wert von 50, gibt es in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Grenzwerte.
  • In Bayern liegt die Messlatte niedriger. Dort greift die Notbremse ab einem 7-Tage-R-Wert von 35.
  • In Berlin liegt die Grenze bei 30
  • Niedersachsen greift bei einem Wert von 30 bis 35 ein.
  • In Baden-Württemberg gilt ab einer Marke von 35 eine Vorwarnstufe.
In Bayern wird der Grenzwert mit Frühwarnwert bezeichnet. In Baden-Württemberg hingegen heißt er Vorwarnstufe. Der 7-Tage-R-Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich in den letzten sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Kritischer Grenzwert: Wann kommt es zu Einschränkungen?

Steigt der 7-Tage-R-Wert über die kritische Marke von 50 greifen Notfallmechanismen. Auf die Grenze von hatten sich die Bundesländer und die Bundesregierung Anfang Mai geeinigt. „Gerade wenn weitreichende Öffnungen erfolgt sind, steigt die Gefahr einer dynamischen Entwicklung“, heißt es im Beschluss von Anfang Mai von Bund und Ländern, die die Maßnahmen begründen. Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, müssten bei Überschreitung des Grenzwerts mit Beschränkungen reagiert werden.

Corona-Testpanne in Bayern: Verzögerungen an Flughäfen und Autobahnteststationen

In der vergangenen Woche waren erneut Probleme bei Tests für Reiserückkehrer in Bayern bekannt geworden. Nach der Corona-Testpanne an Flughäfen rücken in Bayern zum Ende der Sommerferien neue Probleme an den Teststationen an den Autobahnen in den Fokus. Betroffene berichteten von langen Verzögerungen bei der Übermittlung der Ergebnisse. Das Gesundheitsministerium räumte am Samstag ein, dass es in „Einzelfällen“ Verspätungen gebe. Allgemein würden aber nach Angaben des Betreibers Eurofins mehr als 90 Prozent der Ergebnisse innerhalb von 48 Stunden übermittelt. Die Regierung des Freistaats hält trotz allem am Kurs der kostenlosen Test für Jedermann fest.
Vergangene Woche waren Probleme an den Teststationen an Flughäfen des Landes bekannt geworden. Dort hatte es Verzögerungen in rund 10.000 Fällen gegeben. Diese Probleme seien mittlerweile behoben, alle Befunde übermittelt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Mitte August gab es bereits Verzögerungen bei rund 40.000 Fällen an Autobahnen, darunter bekamen auch positiv getestete Menschen tagelang ihr Ergebnis nicht. Ärzte hatten ein „ungezieltes“ Testen mit zu langen Wartezeiten kritisiert.