Die Neuinfektionen steigen und immer mehr Landkreise und Städte überschreiten die von Bund und Ländern festgelegten Grenzwerte für neue Einschränkungen. Auch die Zahlen des Robert Koch-Institutes (RKI) für Ulm am Montag rücken nah an den Grenzwert heran.

Corona-Zahlen Ulm: So nah ist Ulm laut RKI-Zahlen an der Vorwarnstufe

Der Stadtkreis Ulm hat nach Informationen des RKI-Dashboards von Montag 7.9., 0:00 Uhr eine 7-Tage-Inzidenz von 33,2. Der Wert gibt an wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gemeldet wurden. Mit 33,2 liegt Ulm dabei nah an der sogenannten Vorwarnstufe von 35 - dem Grenzwert für neue Einschränkungen in Baden-Württemberg. Auch am Dienstag veränderte sich der Wert nicht und lieb weiter hoch bei 33,2.

RKI-Zahlen für Ulm: So viele Infizierte und Tote gibt es

Nach Informationen des RKI-Dashboards ist der Stand am Montag 08.09, 0:00 Uhr in Ulm wie folgt:
  • Zahl der Infizierten: 489
  • Zahl der Neuinfektionen: 3
  • Zahl der Toten: 8
  • Fälle pro 100.000 Einwohner: 387,1
Die Grafik des RKI zeigt den starken Anstieg an Neuinfektionen.
Die Grafik des RKI zeigt den starken Anstieg an Neuinfektionen.
© Foto: Screenshot RKI Dashboard

Steigende Neuinfektionen: Bayern und Baden-Württemberg legen eigene Grenzwerte fest

Neben der in ganz Deutschland geltenden Grenze von einem 7-Tage-R-Wert von 50, gibt es in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Grenzwerte.
  • In Bayern liegt die Messlatte niedriger. Dort greift die Notbremse ab einem 7-Tage-R-Wert von 35.
  • In Berlin liegt die Grenze bei 30
  • Niedersachsen greift bei einem Wert von 30 bis 35 ein.
  • In Baden-Württemberg gilt ab einer Marke von 35 eine Vorwarnstufe.
In Bayern wird der Grenzwert mit Frühwarnwert bezeichnet. In Baden-Württemberg hingegen heißt er Vorwarnstufe. Der 7-Tage-R-Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich in den letzten sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Kritischer Grenzwert: Wann kommt es zu Einschränkungen?

Steigt der 7-Tage-R-Wert über die kritische Marke von 50 greifen Notfallmechanismen. Auf die Grenze von hatten sich die Bundesländer und die Bundesregierung Anfang Mai geeinigt. „Gerade wenn weitreichende Öffnungen erfolgt sind, steigt die Gefahr einer dynamischen Entwicklung“, heißt es im Beschluss von Anfang Mai von Bund und Ländern, die die Maßnahmen begründen. Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, müssten bei Überschreitung des Grenzwerts mit Beschränkungen reagiert werden.

Corona in BW: Heilbronn als erste Stadt über dem Grenzwert

Als erste Stadt in Baden-Württemberg hatte Heilbronn Ende August die Vorwarnstufe erreicht. Tagelang lag der Wert über die kritischen Marke von 35. Am Montag lag der 7-Tage-Wert in der Stadt bei 27. Auch im Kreis Böblingen sind in den letzten sieben tagen viele Neuinfektionen gemeldet worden. Dort lag der Wert bei 26.

Corona in Bayern: Landshut über kritischem Grenzwert - Einschränkungen drohen

Nach Rosenheim und Memmingen hat mit Landshut eine weitere Stadt in Bayern den Grenzwert der sieben-Tage Inzidenz am Wochenende überschritten.
Wie der Oberbürgermeister der Stadt Alexander Putz auf Facebook mitteilte, ist der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage überschritten worden. Nun liegt der Wert bei 53,9 und damit deutlich über dem bundesweit geltenden Grenzwert von 50.

Bayern: Corona-Regeln in Landshut werden verschärft

Putz kündigte auf seiner Facebookseite Maßnahmen an, um die zahl der Neuinfektionen einzudämmen. Die Stadt werde sich mit dem Gesundheitsamt und der Regierung von Niederbayern abstimmen, um Maßnahmen zu beschließen.
Bereits in der vergangenen Woche war der für Bayern geltende Frühwarnwert von 35 überschritten worden, wie BR mitteilte. Die Stadt reagierte darauf mit Kontaktbeschränkungen. Seitdem dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige aus zwei verschiedenen Haushalten treffen.

Memmingen weit über Grenzwert

Insgesamt haben drei bayerische Städte haben am Montag den Grenzwert für 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen teils deutlich überschritten. Spitzenreiter bei den Neuinfektionen ist das schwäbische Memmingen mit einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 68,44. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit berichtete, liegt das niederbayerische Landshut bei 55,25 Fällen und Rosenheim in Oberbayern bei 52,11 Fällen hochgerechnet auf 100 000 Einwohner.