Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird.
Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Reisewarnung für Wien - Lage in Tirol kritisch - Österreich auf „roter Liste“

Das Auswärtige Amt hat am Abend eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt, heißt es auf der Seite des Amtes. Auch das Bundesland Tirol, hier insbesondere die Stadt Innsbruck, verzeichnet stark steigende Infektionszahlen, teilt das Auswärtige Amt mit.
Unterdessen hat Dänemark ganz Österreich auf seine rote Liste gesetzt. Damit wird ab sofort von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen abgeraten. Reiserückkehrer werden zu einem Corona-Test aufgefordert.

Steigende Corona-Zahlen: Wird Tirol das nächste Risikogebiet?

In der Tourismusregion Tirol ist die Sorge groß, als nächstes auf die RKI-Liste der Risikogebiete gesetzt zu werden. Das berichtet der ORF am Donnerstag. Tirol stehe unter Beobachtung. Auch Belgien hat für die Region laut ORF bereist die zweithöchste Warnstufe ausgegeben. Am Donnerstag Stand 8.30 Uhr sind 686 Personen in Tirol nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Corona-Regeln in Österreich: Kanzler Kurz kündigt drei Maßnahmen an

Die österreichische Regierung hat am Donnerstagnachmittag in einer Pressekonferenz neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bekannt gegeben. Damit soll die zweite Welle eingedämmt werden, wie Kanzler Sebastian kurz sagte. Im wesentlichen sollen drei neue Regelungen ab Montag gelten:
  • Kontaktbeschränkungen: privater Feiern in geschlossenen Räumen werden auf maximal 10 Personen beschränkt. Unter freiem Himmel dürfen sich höchsten 100 Menschen privat zusammenfinden.
  • Gastronomie: Für Bars, Clubs und Restaurants gilt eine Sperrstunde von 1 Uhr. Die Bundesländer können die Sperrstunde je nach Lage der Infektion auch nach vorne schieben.
  • Maskenpflicht: Auch in der Gastronomie wird eine Maskenpflicht eingeführt. Diese galt bisher für Läden und im öffentlichen Verkehr.
Zum Schluss seines Statements warnt Sebastian Kurz nochmal eindringlich vor „katastrophalen wirtschaftlichen Folgen durch einen zweiten Lockdown“.

Budapest zum Risikogebiet erklärt - Weitere Regionen in Europa betroffen

Auch die ungarische Hauptstadt Budapest wurde zum Risikogebiet erklärt. Von der Einstufung sind auch weitere Regionen unter anderem in den Niederlanden, Kroatien, Frankreich und der Schweiz betroffen.
Im einzelnen gelten folgende neuen Reisewarnungen:
  • ÖSTERREICH: Reisewarnung für das Bundesland Wien.
  • FRANKREICH: Die Reisewarnung wurde die Region Hauts-de-France ganz im Norden der französischen Republik sowie das Überseegebiet La Réunion ausgedehnt. Als Risikogebiete galten zuvor bereits die Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, die Mittelmeerinsel Korsika sowie weitere Überseegebiete
  • NIEDERLANDE: Reisewarnung für die Provinzen Nord- und Südholland.
  • SCHWEIZ: Ausweitung der Reisewarnung auf den Kanton Freiburg. Zuvor galt das bereits für die Kantone Genf und Waadt.
  • KROATIEN: Ausweitung der Reisewarnung auf die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina, nachdem bereits fünf weitere Regionen als Risikogebiete galten.
  • TSCHECHIEN: Eine Reisewarnung gilt nun auch für die Mittelböhmische Region rings um die Hauptstadt Prag, die bereits seit rund einer Woche als Risikogebiet gilt.
  • UNGARN: Reisewarnung für die Hauptstadt Budapest.
  • Auch für weitere Regionen in RUMÄNIEN wurden Reisewarnungen ausgesprochen, zudem die Warnungen vor Reisen in zwei Regionen aufgehoben.

Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Wien

In Wien waren die Infektionszahlen in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor.
Vor allem Feiern im Familien- oder Freundeskreis sind nach Ansicht von Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Alpenrepublik verantwortlich.

Corona-Zahlen für Wien: So hoch sind die Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus

Die Stadt Wien hat am Mittwoch die Zahlen für die Stadt bekanntgegeben. Stand 16.09, 8:00 Uhr
  • Zahl der Infizierten: in Wien sind 11.686 positive Testungen bestätigt.
  • Zahl der Toten: Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle beträgt unverändert 230.
  • Zahl der Genesenen: 7.851 Personen sind genesen
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Österreich gibt es in der Alpenrepublik 6660 aktive Fälle. Allein 3605 entfallen auf Wien.
Auf Wien entfallen mit Abstand die meisten Fälle.
Auf Wien entfallen mit Abstand die meisten Fälle.
© Foto: Screenshot Dashboard Gesundheitsministerium Österreich

Reisewarnung heftiger Schlag für Wien

Für den für Wien wichtigen und ohnehin angeschlagenen Stadttourismus ist die neue Einschätzung aus Berlin ein heftiger Schlag Als Folge der Corona-Krise hatte beispielsweise das Traditionshotel Sacher am Dienstag an seinen Standorten in Wien und Salzburg 140 Mitarbeitern gekündigt. Allein in Wien sind 105 Beschäftigte betroffen. „Dramatischer kann eine Situation nicht sein“, sagte Sacher-Chef Matthias Winkler. Der Umsatz bei Sacher werde 2020 bei nur 25 Prozent des Vorjahres (rund 100 Millionen Euro) liegen. Im nächsten Jahr würden es „vielleicht 30 bis 35 Prozent“, so Winkler. Er rechne damit, dass der internationale Tourismus vier bis Jahre brauchen werde, um sich wieder zu erholen.

Das müssen Reisende jetzt beachten

Kann ich angesichts von Corona kostenlos von meiner Pauschalreise zurücktreten? Eine Reisewarnung ist dafür nicht das einzige Kriterium. Vielmehr kommt es darauf an, ob die Reise erheblich beeinträchtigt sein wird. Das kann zum Beispiel auch bei weitreichenden Einschränkungen durch die Behörden vor Ort der Fall sein. Darauf weist der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover hin.
Eine Reisewarnung ist ein starkes Indiz dafür, dass eine Reise erheblich beeinträchtigt ist. Das Recht auf eine kostenlose Stornierung besteht aber oft schon dann, wenn das Auswärtige Amt dringend von Reisen in ein Land abrät.
Die pauschale Reisewarnung für fast alle der rund 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Vom 1. Oktober an soll es auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben.

Das gilt für Rückkehrer aus Risikogebieten

In Deutschland müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für 14 Tage in Selbstisolation begeben.

Corona-Maßnahmen in Wien: Neos üben Kritik an Krisenmanagement

Die Partei Neos in Wien hat vor der Kommunalwahl in Wien das Krisenmanagement der Stadt kritisiert. Laut eines Berichts von „Der Presse“ fordern sie vom Stadtrechnungshof die personelle Ausstattung der Gesundheitsbehörden zu prüfen. Auch die Hotline 1450, die Bürger über Corona informieren soll, soll geprüft werden.