• Im Süden Frankreichs wüten Waldbrände
  • In der Nähe des Golfs von Saint-Tropez sind wegen der Feuer Straßen gesperrt
  • Betroffen sind vor allem Orte rund um Saint Tropez: Grimaud, Bormes-les-Mimosas, Var
  • Campingplätze mit Urlaubern mussten evakuiert werden
  • Mindestens zwei Personen sollen gestorben, fünf Feuerwehrleute sollen verletzt worden sein
Mindestens zwei Tote und mehr als 20 Verletzte: Das ist die Zwischenbilanz des bisher schwersten Waldbrandes in Frankreich in diesem Jahr, wie die Präfektur des südfranzösischen Verwaltungsbezirks Var am erklärte.
Ein Löschflugzeug fliegt durch den Rauch über einem Waldbrand. Tausende Anwohner und Touristen haben sich vor weiter ausdehnenden Waldbränden in Südfrankreich in Sicherheit gebracht.
Ein Löschflugzeug fliegt durch den Rauch über einem Waldbrand. Tausende Anwohner und Touristen haben sich vor weiter ausdehnenden Waldbränden in Südfrankreich in Sicherheit gebracht.
© Foto: Daniel Cole/DPA

Grimaud, Bormes-les-Mimosas, Fort de Bregancon: Wo es in Südfrankreich brennt

Im Hinterland des Badeorts Saint-Tropez, in Grimaud, Bormes-les-Mimosas, Fort de Brégançon, kämpfte die Feuerwehr weiter gegen die Flammen, tausende Menschen mussten auf Notunterkünfte ausweichen. Aus anderen Gebieten in Südfrankreich wurden derweil neue Brände gemeldet.
Die anhaltenden Waldbrände in Südfrankreich haben bisher zwei Todesopfer gefordert. Außerdem seien 24 Anwohner und fünf Feuerwehrleute leicht verletzt worden, teilte die Präfektur in der Mittelmeerstadt Toulon am Mittwoch, 18.08, mit. Die seit zwei Tagen lodernden Flammen im bergigen Hinterland der Bucht von Saint-Tropez seien noch nicht unter Kontrolle – und 7000 Hektar Gelände bereits verbrannt.
Die Behörden bestätigten zunächst am Mittwoch einen Medienbericht, wonach eine völlig verkohlte Leiche in einem ausgebrannten Haus der Gemeinde Grimaud westlich von Saint-Tropez gefunden wurde. „Wir haben bisher keine Hinweise darauf, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt“, sagte der zuständige Staatsanwalt Patrice Camberou. Nach Angaben des Radiosenders France Bleu Provence wird vermutet, dass es sich um einen rund 50 Jahre alten Mann handelt, der in dem Haus wohnte.

Ausbreitung des Feuers in Frankreich teilweise eingedämmt

Die Feuerwehr hat die großflächigen Waldbrände in Südfrankreich nach fünf Tagen unter Kontrolle gebracht, schreibt das Redaktionsnetzwerk deutschland.. Noch seien aber nicht überall die Flammen gelöscht, teilte die Präfektur in der Mittelmeerstadt Toulon am Freitag mit. Angesichts der Wetterlage könnten die Brände wieder aufflammen und die Feuerwehr bleibe in Bereitschaft. Außerdem werde eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene der Brände geschaffen, die mehr als 8000 Hektar Gelände im bergigen Hinterland der Bucht von Saint-Tropez vernichtet hatten. Tausende Anwohner und Touristen auf Campingplätzen waren zeitweise in Sicherheit gebracht worden.

Brände in Südfrankreich: Zahlreiche Campingplätze evakuiert

Tausende Anwohner und Touristen waren in den vergangenen Tagen in Südfrankreich in Sicherheit gebracht worden. Nahe Saint-Tropez wurden nach Behördenangaben mehrere Campingplätze und Wohnhäuser evakuiert. Unterstützt wurden die Rettungskräfte von zehn Löschflugzeugen und drei Hubschraubern. Viele Straßen im Hinterland vom Golf von Saint-Tropez seien gesperrt. Am Mittwochabend, 18.08., hätten rund 2000 Menschen auf einen der geräumten Campingplätze zurückkehren können. Die Polizei begleitete die 520 Autos der Urlauber, da etliche Straßen in der Region weiter gesperrt sind.
In den vergangenen Wochen hatte es in Griechenland, der Türkei, in Spanien und Italien verheerende Feuer aufgrund einer Hitzewelle gegeben. Auch in der portugiesischen Urlaubsregion Algarve kämpfte die Feuerwehr gegen einen großen Waldbrand – ebenso auf der Kanaren-Insel La Palma.
Doch auch außerhalb Europas wüten Feuer. Im US-Bundesstaat Kalifornien kämpfen mehr als 10.000 Feuerwehrleute gegen Waldbrände in Lake County und El Dorado County, wo ein Nationalforst gespeert werden musste. Tausende Menschen sollen auf der Flucht sein.

Feuer in Frankreich erstreckt sich auf mindestens 6500 Hektar

Der Brand in Südfrankreich war am Montag ausgebrochen und erstreckte sich am Dienstagabend über 6500 Hektar Land. Löschflugzeuge waren im Einsatz. Starker Wind aus wechselnden Richtungen erschwerte die Löscharbeiten. Der Radiosender France Info berichtete von drei leicht Verletzten und rund 20 Menschen, die Rauchvergiftungen erlitten. Rund zehn Häuser wurden durch die Flammen zerstört.
„Tausende Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht“, sagte eine Feuerwehrsprecherin des Verwaltungsbezirks Var an der Côte d'Azur, wo sich im August viele Urlauber aufhalten. Betroffen waren nach Angaben der Rettungskräfte vor allem Bewohner und Touristen rund um die Orte Grimaud und La Môle.

Brände in Frankreich: Urlaubende haben Angst

„Wir haben sehr große Angst gehabt“, sagte die Urlauberin Céline Lopez aus Straßburg der Nachrichtenagentur AFP, die beim Anblick der Flammen mit ihrer Familie von einem Campingplatz in La Môle geflohen war. „Wir haben nur das Nötigste mitgenommen: Ausweise, Kuscheltiere und Kissen.“ Sie seien mit dem Auto in Richtung Küste gefahren und hätten im Wagen übernachtet. Die Familie hoffte, nach Löschung des Brandes wieder auf den Campingplatz zurückkehren und ihre Ferien fortsetzen zu können.

Macron macht sich vor Ort ein Bild der Waldbrände in Südfrankreich

Präsident Emmanuel Macron machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Der Kampf gegen die Flammen dauere weiter an, das Feuer sei "noch nicht eingedämmt", sagte er bei einem Besuch der Leitzentrale in Le Luc. Die Feuerwehr habe durch ihren mutigen Einsatz bislang "das Schlimmste verhindern" können. Trotz der Stärke und Schnelligkeit des Feuers seien bislang keine Opfer zu beklagen. Macron hält sich derzeit in seiner Sommerresidenz Fort de Brégançon auf, die in der Nähe von Bormes-les-Mimosas am Mittelmeer liegt.
Auch Innenminister Gérald Darmanin wollte am Dienstag die betroffene Region besuchen. Vorangegangen waren den Bränden eine Hitzewelle und große Trockenheit. Wie die örtliche Feuerwehr mitteilte, breitete sich der Brand in der Region seit seinem Ausbruch über eine Entfernung von 22 Kilometern aus.
Emmanuel Macron (links), Präsident von Frankreich, trifft Feuerwehrleute in Südfrankreich. Er machte sich vor Ort ein Bild des Einsatzes gegen die Waldbrände im Land. Tausende Anwohner und Touristen haben sich vor weiter ausdehnenden Feuern in Südfrankreich in Sicherheit gebracht.
Emmanuel Macron (links), Präsident von Frankreich, trifft Feuerwehrleute in Südfrankreich. Er machte sich vor Ort ein Bild des Einsatzes gegen die Waldbrände im Land. Tausende Anwohner und Touristen haben sich vor weiter ausdehnenden Feuern in Südfrankreich in Sicherheit gebracht.
© Foto: Guillaume Horcajuelo/DPA

Der Kampf gegen das Feuer in Frankreich ist „sehr schwierig“

Der Kampf gegen die Flammen sei "sehr schwierig", sagte Feuerwehr-Kommandantin Delphine Vienco. Starker Wind fache die Flammen an, die sich mit deutlich höherer Geschwindigkeit ausbreiteten als bei vorherigen Bränden. Auch Weinberge brannten teilweise nieder.
Die Präfektur rief die Menschen auf, die Straßen zwischen dem Golf von Saint-Tropez und der Gemeinde Bormes-Les-Mimosas für Rettungskräfte freizuhalten. Den Behörden zufolge handelt es sich um einen der größten Waldbrände in Frankreich in diesem Sommer. Das Land war bisher weniger betroffen als andere Mittelmeer-Anrainer.

Waldbrände bedroht griechische Landschildkröte und andere Tierarten

Eine seltene Schildkröten-Art ist durch den bisher stärksten Waldbrand in Frankreich in diesem Jahr bedroht: Dabei handelt es sich um die Griechische Landschildkröte, wie die französische Behörde für Artenvielfalt (OFB) bekannt gab. Das derzeit in Flammen stehende Landschaftsschutzgebiet bei dem Badeort Saint-Tropez sei "einer der letzten Orte, welcher der Griechischen Landschildkröte Schutz bietet", sagte die stellvertretende OFB-Direktorin Concha Agero der Nachrichtenagentur AFP.
Im sogenannten Mauren-Massif, der Plaine des Maures im Hinterland von Saint-Tropez, leben demnach rund 10.000 der bedrohten Schildkröten, zwei Drittel des Bestandes der gesamten Region. In Frankreich gibt es die seltene Art sonst nur noch auf Korsika. "Wir hoffen, dass sich die Schildkröte wie bei vorherigen Bränden unter der Erde versteckt", sagte Agero.
Wegen der verheerenden Waldbrände der vergangenen Wochen im Mittelmeerraum schlagen Umweltschützer auch wegen anderer Arten Alarm. Der WWF betont, in der Türkei habe etwa die Wüstenkatze Karakal unter den Feuern gelitten und in Griechenland und Italien bestimmte Hirsch-Arten.

Brände in Südeuropa: Türkei, Griechenland, Italien

Zuletzt wüteten auch in vielen anderen Urlaubsregionen heftige Waldbrände. In Italien und auf den italienischen Inseln Sizilien und Sardinien ist oft Brandstiftung der Grund. Alle Infos zu den Bränden in Italien gibt es hier. In der Türkei sind seit Ende Juli mehr als 200 Feuer ausgebrochen und haben große Teile der Natur zerstört. Wo und ob es aktuell in der Türkei noch brennt, erfahrt ihr in folgendem Artikel:
Auf Rhodos, Kreta und auf dem griechischen Festland sind die Brände unter Kontrolle. Allerdings herrscht in Griechenland immer noch eine enorme Hitze.