Die Ampel-Koalition hat am 4.9.2022 ein drittes Entlastungspaket vorgestellt, dessen Umfang die Regierung auf etwa 65 Milliarden Euro beziffert. Bevor die steigenden Energiekosten die Bürger so richtig treffen, nimmt der Staat noch einmal Geld in die Hand. Auch Familien sollen davon was haben.
  • Wie profitieren Familien vom 3. Entlastungspaket?
  • Gibt es wieder Einmalzahlungen?

Entlastungen für Familien: Das plant die Regierung

Die Regierung und insbesondere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat immer wieder bekräftigt, dass mit dem neuen Entlastungspaket insbesondere denjenigen geholfen werden muss, die wenig haben. Familien, die vor besonderen Herausforderungen stehen, wurden in diesem Zusammenhang immer wieder genannt. Nun ist klar, inwiefern Familien entlastet werden sollen.
  • Das Kindergeld soll zum 1. Januar um 18 Euro monatlich für das erste und zweite Kind angehoben werden. Die Erhöhung soll für 2023/2024 gelten. Heute beträgt das Kindergeld 219 Euro für das erste und zweite Kind.
  • Beim Kinderzuschlag für Familien mit niedrigem Einkommen soll der Höchstbetrag ab 1. Januar auf 250 Euro monatlich steigen.
Schon bevor das Entlastungspaket geschnürt war, stand fest: Die SPD-Fraktion nimmt insbesondere Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen in den Blick. Die Grünen betonten, ihnen gehe es um zielgerichtete Maßnahmen. Die Fraktionsspitze schlägt Hilfen für Grundsicherungsempfänger, Familien, Menschen mit kleinen Einkommen und Renten vor. Die FDP wolltebeim dritten Entlastungspaket vor allem Erleichterungen für die arbeitende Bevölkerung durchsetzen.

Entlastungspaket für Familien laut Kinderschutzbund zu wenig

Der Kinderschutzbund hat die von der Ampelkoalition geplante Erhöhung des Kinderzuschlags für Familien mit niedrigem Einkommen als unzureichend kritisiert. Die Erhöhung des Zuschusses um 21 Euro monatlich "enttäuscht mich", sagte Vereinspräsident Heinz Hilgers dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben). Die einkommensschwachen Empfänger dieses Zuschlags gäben einen Großteil ihrer Einnahmen für Lebensmittel aus. Bei diesen Produkten liege die Inflationsrate aber nicht bei rund sieben Prozent, sondern doppelt so hoch, merkte Hilgers an.
Insgesamt bewertete Hilgers jedoch das neue Entlastungspaket im Volumen von insgesamt 65 Milliarden Euro positiv. "Das ist breit gestreut und wird vielen Menschen Vorteile bringen", sagte er. "Die Gesamtbewertung ist daher gut."

Drittes Entlastungspaket und ALG I - werden ALG-I-Empfänger entlastet?

Geringverdiener werden im dritten Entlastungspaket entlastet, genauso wie Hartz-IV-Empfänger, deren Leistungen sich mit dem neuen Bürgergeld ab 2023 erhöhen sollen. Im neuen Entlastungspaket gehen jedoch die Empfänger von Arbeitslosengeld I leer aus. Wer also vor weniger als einem Jahr arbeitslos geworden ist - möglicherweise wegen der aktuellen Krisen - erhält keine Unterstützung für die gestiegenen Heizkosten. Denkbar wäre lediglich, dass sie im Zuge der geplanten Wohngeldreform zum Kreis der Berechtigten gehören könnten. In diesem Fall würden ALG-I-Empfänger zusammen mit dem Wohngeld auch einen Heizkostenzuschuss erhalten. Da jedoch noch unklar ist, wer genau das neue Wohngeld ab 2023 bekommen soll, kann diese Frage noch nicht abschließend beantwortet werden.

3. Entlastungspaket: Welche Entlastungen kommen?

Folgende Bestandteile hat das Entlastungspaket, das am 4.9.2022 verkündet wurde: