Die Gas-Krise wird zu noch höheren Preisen führen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am 22.07.2022 daher angekündigt, dass es weitere Entlastungen geben wird. Diese richten sich vor allem an einkommensschwache Haushalte und an Rentner und Rentnerinnen. Hier sind alle aktuellen Infos:
  • Wohngeldreform: Wann wird mehr Wohngeld ausgezahlt?
  • Wer bekommt Wohngeld?
  • Wie viel mehr Geld soll es vom Staat geben?

Wohngeldreform: Mehr Wohngeld für mehr Menschen

Zur Entlastung einkommensschwacher Bürgerinnen und Bürger bei den hohen Energiepreisen insbesondere für Erdgas plant die Bundesregierung eine "große Wohngeldreform". Sie solle "Anfang des nächsten Jahres" den Kreis der berechtigten Haushalte ausweiten und eine "Heizkostenpauschale gewissermaßen dauerhaft integrieren", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 22.07. in Berlin. "Ganz besonders" sollten davon Rentnerinnen und Rentner profitieren. Auch Studierende sollen von den neuen Entlastungen profitieren.
"Ganz wichtig" werde auch sein, dass das Bürgergeld wie von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) angekündigt "definitiv" zum 1. Januar komme.
Es ist noch nicht klar, wie viel mehr Geld die Wohngeldberechtigen bekommen. Scholz wies darauf hin, dass Energiekosten für Familien um 200 bis 300 Euro pro Jahr steigen könnten. Für diejenigen, die kleine Geldbeutel haben, sollen diese Preissteigerungen abgefedert werden.
Scholz versprach zudem, dass es während der derzeitigen Krise möglichst wieder einen rechtlichen Schutz für diejenigen geben soll, die Miete, Strom- oder Heizrechnung nicht bezahlen können. Die zuständigen Ministerien seien beauftragt worden, zu prüfen, inwieweit in der Pandemie angewandte Regelungen nochmals zum Tragen kommen könnten.

Wer bekommt jetzt Wohngeld?

Wohngeld bekommen aktuell Menschen mit kleinem Einkommen. Im Jahr 2020 erhielten laut Statistischem Bundesamt 618.165 Haushalte Wohngeld. Das waren 1,5 Prozent aller privaten Haushalte in Deutschland, die Hauptwohnsitz sind. Mit dem Wohngeldrechner der Regierung kann man herausfinden, ob man berechtigt ist und wie viel Geld man theoretisch bekommen könnte. Wenn man Anspruch hat, muss man einen Antrag bei seiner kommunalen Wohngeldbehörde stellen.
Menschen, die bereits Sozialleistungen wie die Grundsicherung oder Sozialhilfe erhalten, können kein Wohngeld beantragen. Denn bei ihnen sind Unterkunftskosten schon in diesen Leistungen berücksichtigt. Hilfe beantragen können aber auch Eigentümer, die ihre Wohnung selbst nutzen. Sie können den Wohnzuschuss bekommen, wenn sie wegen eines zu geringen Einkommens laufende Kosten nicht tragen können.
Kanzler Scholz hat angekündigt, dass der Berechtigungskreis ab Anfang des Jahres ausgeweitet werden soll. Details nannte er noch nicht.

Heizkostenpauschale als Teil von Wohngeld

Scholz kündigte ebenfalls an, dass die sogenannte Heizkostenpauschale dauerhaft ins Wohngeld integriert werden soll. Im März hatte die Regierung einen Heizkostenzuschuss für Geringverdiener beschlossen. Dieser wurde im Juli ausgezahlt. Die Höhe des Geldes unterscheidet sich je nach Haushaltsgröße. Ein-Personen-Haushalte mit Wohngeldbezug bekommen einmalig 270 Euro, ein Zwei-Personenhaushalt 350 Euro und jedes weitere Familienmitglied 70 Euro. Studierende und Auszubildende erhalten einheitlich 230 Euro. Mehr Infos zum Heizkostenzuschuss 2022 gibt es in diesem Artikel.