• Die Corona-Zahlen in Deutschland sind noch immer sehr hoch - und das trotz der feiertagsbedingten Verzögerungen bei den Meldungen der Fallzahlen
  • Die Interpretation der Fallzahlen ist laut RKI angesichts der Feiertage und verzögerter Meldungen aktuell schwierig
  • Bei den Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es einen neuen Rekord
  • Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Freitag, dem 8.1.2021?
Die Corona-Zahlen in Deutschland sind noch immer sehr hoch. Diese Woche wurde beim Corona-Gipfel daher die Verlängerung des Lockdowns in Deutschland bis mindestens 31.1. beschlossen - damit einher gehen Verschärfungen bei den Kontaktbeschränkungen sowie einem möglichen eingeschränkten Bewegungsradius in Hotspot-Regionen. Das bedeutet, dass die Gastronomie - Bars, Restaurants -, aber auch Hotellerie und der Handel weiterhin weitestgehend geschlossen bleiben, ebenso Schulen und Kitas. Unterdessen kommt es zu Verzögerungen bei den Impfungen: Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg mit dem Impfen erst eine Woche später starten können.
Wie hoch ist die Zahl der Neuinfektionen und der Toten? Wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz, heute am 8.1.2021?

Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland am Freitag, 8.1.21: Neuinfektionen, Tote und Inzidenz laut RKI & JHU

Bei der Interpretation der Fallzahlen sei weiter zu beachten, dass in den Wochen um Weihnachten und den Jahreswechsel vermutlich weniger Menschen einen Arzt aufsuchten, weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, hieß es vom RKI. „Dies kann dazu geführt haben, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden.“
Auch die Angaben für die 7-Tage-Inzidenz sind mit Vorsicht zu bewerten - so lange, bis belastbare Zahlen sieben einzelner Tage vorliegen. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß. Klarheit über das Infektionsgeschehen nach den Feiertagen ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 17. Januar zu gewinnen.
Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Freitag, 8.1.21? Und wie hoch sind sie im Vergleich zum Freitag der Vorwoche, dem 1.1.21, dem ersten Tag des noch jungen Jahres?
  • Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 31.849 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Am Donnerstag waren 26.791 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche, dem 1.1.21, waren mehr als 22.000 neue Fälle gemeldet worden. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 28.845 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 125.095 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.866.887 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 38.795 Personen. Das sind 1.188 Tote mehr als am Tag zuvor. Das ist ein neuer Höchstwert. „Zeit Online“ zufolge gab es 1.016 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war am Mittwoch, 30.12.20, der bisherige Höchststand mit 1129 Toten binnen eines Tages registriert worden. Bereits seit mehreren Tagen liegt die Zahl der gemeldeten täglichen Todesfälle um die Tausend.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.494.100 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0.92 (Vortag: 0,83) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 136,5. Gestern war ein Wert von 121,8 gemeldet worden. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland laut RKI Dashboard: Bundesländer und Landkreise

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Während der Corona-Pandemie veröffentlicht das RKI in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Ziel des RKI: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen. Hier geht es zum RKI-Dashboard.
Das RKI Dashboard zeigt am Freitag, 8.1.2021, die Zahl der Neuinfektionen und die Inzidenz der jeweiligen Kreise und Bundesländer an.
Das RKI Dashboard zeigt am Freitag, 8.1.2021, die Zahl der Neuinfektionen und die Inzidenz der jeweiligen Kreise und Bundesländer an.
© Foto: RKI Screenshot

Johns-Hopkins-Universität: Das sind die aktuellen Corona-Zahlen weltweit

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Freitagmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
  • Rund 88 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1.898.259 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 21.574.073 Infizierte und 365.174 Tote
  • Indien: 10.395.278 Infizierte und 150.336 Tote
  • Brasilien: 7.961.673 Infizierte und 200.498 Toten
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.886.561 bisher Infizierten und 38.987 Toten

Corona-Zahlen in Deutschland: Die meisten Toten in NRW gemeldet, 104 Todesfälle in BW

Die meisten Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen eines Tages wurden in Nordrhein-Westfalen mit 222 Verstorbenen gemeldet. Das berichtet Zeit Online auf der Basis eigener Recherchen. In Sachsen registrierten die Behörden demnach 177 neue Tote, in Baden Württemberg waren es 104 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Bei den Städten verzeichnete Recklinghausen mit 43 die meisten neuen Corona-Toten an einem Tag, gefolgt von Berlin (42), der sächsischen Schweiz-Osterzgebirge (41), Chemnitz (33) und Hamburg mit 30 gemeldeten Todesfällen. In sechs Kreisen gab es keine neuen Infizierten.

WHO sieht Europa in „alarmierender Lage“ wegen neuer Coronavirus-Variante

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist alarmiert angesichts der Ausbreitung einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus und der allgemein steigenden Ansteckungszahlen in Europa. Die europäischen Staaten müssten noch größere Anstrengungen im Kampf gegen das Virus unternehmen, forderte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. In Großbritannien, wo die neue Variante besonders grassiert, werden die Krankenhausbetten für Corona-Patienten knapp.
Europa befinde sich in einer „alarmierenden Lage“, in der es gleichzeitig von einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen und der erstmals in England aufgetretenen Virus-Mutation betroffen sei, sagte Kluge. „Das bedeutet, dass wir für eine kurze Zeit mehr tun müssen, als wir bisher getan haben.“
Konkret forderte der Regionaldirektor, die allgemein bekannten Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen nochmals zu „intensivieren“. Nur so könnten die Neuansteckungen reduziert, die Gesundheitsdienste entlastet und Leben gerettet werden. Gepaart mit einer angemessenen Anzahl von Tests, der Einhaltung der Quarantäneregeln sowie mit Impfungen „werden diese Maßnahmen funktionieren, wenn wir alle mitmachen“.
Die neue Corona-Mutation war erstmals im Südosten Englands entdeckt worden und verbreitete sich rasch im gesamten Königreich - und inzwischen auch im Ausland. 22 Länder haben bereits Fälle dieser Variante gemeldet. Der Erreger scheint zwar nicht zu mehr schweren Krankheitsverläufen, wohl aber zu mehr Ansteckungen zu führen.

Impfung gegen das Virus: Zweiter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch mit dem Mittel des US-Konzerns Moderna einen zweiten Impfstoff gegen das Coronavirus für die Anwendung in der EU zugelassen. Beim Einsatz des bereits früher zugelassenen Mittels von Pfizer und Biontech hatte es zunächst Produktionsengpässe und logistische Probleme gegeben.
Aus dem Europaparlament kam scharfe Kritik an der EU-Kommission, weil diese die mit den Impfherstellern vereinbarten Lieferverträge weiter unter Verschluss hält. Die Verhandlungen seien noch nicht beendet und „wir müssen dabei eine möglichst starke Position behalten“, begründete Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides das Verhalten Brüssels.
EU-Abgeordnete reagierten mit Unverständnis. Das Parlament habe hier eine Prüfungspflicht und werde sich nicht „auf die lange Bank schieben“ lassen, drohte die Vorsitzende des Haushaltskontrollausschusses, Monika Hohlmeier (CSU). Vertragsdetails wie die Preise der einzelnen Vakzine und Fragen der Haftung bei Nebenwirkungen sollten publik gemacht werden.
Zuletzt wurde der Kommission zudem vorgeworfen, zu wenig Impfstoff bei den beiden Herstellern zu haben, deren Vakzine bislang als einzige in der EU zugelassen sind. Kyriakides wies dies zurück. „Im Juni und im Verlauf der Verhandlungen (mit den Herstellern) bis November konnte niemand wissen, welcher der Impfstoffe am vielversprechendsten war.“

Deutscher Ethikrat: Allgemeine Impfpflicht gegen Coronavirus nicht denkbar

Eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus kommt nach Worten des Medizinethikers Wolfram Henn nicht in Frage. Denkbar sei eine berufsbezogene Impfpflicht, sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrats der Heilbronner Stimme (Freitag). Dies könnte etwa Pflegeberufe betreffen.
Bislang sei zu wenig für das Impfen geworben worden, fügte Henn hinzu. Denkbar wäre aus seiner Sicht etwa, dass prominente Sympathieträger über 80 Jahren für die Impfung werben könnten. Eine kleine Gruppe von Menschen werde sich "leider trotz aller guten Gründe" nicht von der Notwendigkeit der Impfung überzeugen lassen, beklagte der Wissenschaftler.
Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ist laut dem Deutschen Ethikrat in Deutschland nicht denkbar. Der Rat hofft, dass sich vor allem Pflegepersonal freiwillig gegen das Coronavirus impfen lässt. Die Fallzahlen in Deutschland sollen so insgesamt minimiert werden.
Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ist laut dem Deutschen Ethikrat in Deutschland nicht denkbar. Der Rat hofft, dass sich vor allem Pflegepersonal freiwillig gegen das Coronavirus impfen lässt. Die Fallzahlen in Deutschland sollen so insgesamt minimiert werden.
© Foto: Jae C. Hong/DPA

Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl und Neuinfektionen

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.