• Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten treffen sich zum nächsten Corona-Gipfel am 5.1.21, bei dem eine Verlängerung erwartet wird.
  • Die Beschlüsse, welche dann in Berlin getroffen werden, hängen vor allem vom erhofften Effekt des Lockdowns und den Corona-Fallzahlen ab.
Wirken die harten Corona-Regeln im Zuge des Lockdowns sich endlich auf die Fallzahlen aus, oder gibt es einen Anstieg infolge der Weihnachtsfeiertage - oder ist gar mit einer dritten Welle zu rechen? Wie steht Deutschland hinsichtlich der Corona-Zahlen am Neujahrstag da?

Corona Zahlen Deutschland: Neuinfektionen, Todesfälle und Inzidenz laut RKI am Neujahrstag

Mit Blick auf den anstehenden Gipfel am kommenden Dienstag gilt das Augenmerk der Politik der Frage: Wie ist die Lage in der Corona-Krise am Freitag, 1.1.21, in Deutschland? Immerhin sagte Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) am Neujahrstag: „Wir alle haben noch eine Durststrecke vor uns. Wir werden noch einige Monate durchhalten müssen."
Ein Blick auf die detaillierten Fallzahlen am ersten Tag des neuen Jahres 2021:
  • Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 22.924 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Am Donnerstag waren knapp 32.552Neuinfektionen gemeldet worden, und am Mittwoch waren es mehr als 22.400 gewesen.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 25.523 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit“ haben sich in den letzten sieben Tagen 129.724 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.742.661 positive Test-Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 33.624Personen. Das sind 553 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 667 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war ein Höchststand von 1129 am Mittwoch, 30.12.2020 registriert worden.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI rund 1.350.000 Menschen von der Covid-19-Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde am Donnerstag mit 0,80 (Dienstag: 0,68) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI verweist in seinem Bericht am Samstag aber darauf hin, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter in ganz Deutschland sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 141,9. Am Donnerstag betrug die Inzidenz 139.8 und am Mittwoch 157,8. Die bisher höchste Inzidenz gab es am Dienstag, 22.12.20, mit 197,6.
  • Die Unterschiede bei den Inzidenzen zwischen den Bundesländern sind groß: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 76,4.

Sind die Fallzahlen in Wirklichkeit höher als angegeben?

Das RKI weist am Neujahrstag jedoch auf möglicherweise weniger zuverlässige Werte wegen der Feiertage hin. Auf der Dashboard-Internetseite des RKI heißt es dazu wörtlich: „Während der Weihnachtsfeiertage, zum Jahreswechsel und an den umgebenden Tagen ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.“

Diskussion um Sonderrechte für Corona-Geimpfte

Auch zum Jahreswechsel reißt die Debatte über mögliche „Sonderrechte“ für Corona-Geimpfte nicht ab. Während der Berliner Verfassungsrechtler Christoph Möllers in der "Süddeutschen Zeitung" davor warnte, Geimpfte weiter einzuschränken, sprach sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gegen jede Vorzugsbehandlung aus. Ansonsten drohe die Gefahr einer gesellschaftlichen Spaltung, sagte Schäuble.

Zahl der Impfungen gegen Corona steigt

Mehr als 160.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Freitagmittag (1.1.21, 12.30 Uhr) wurden insgesamt 165.575 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 31.846, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Corona RKI Dashboard: Fallzahlen der Bundesländer

Das RKI ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel sei es, die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen.
Ausführliche Auskunft über die Corona-Zahlen einzelner Bundesländer gibt es auf den RKI-Dashboard. Auf der interaktiven Karte können außerdem die Werte für Stadt- und Landkreise eingesehen werden.