Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann hat ein klares Ziel. Sie will, dass Kindergärten und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder öffnen. Diesen Beschluss sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beim anstehenden Corona-Gipfel fällen, forderte die CDU-Politikerin.

Eisenmann: Langzeitfolgen durch geschlossene Schulen sind enorm

Sie sagte: „Auch wenn der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird, sollten Kitas und Grundschulen wieder öffnen für Präsenzunterricht. In diesen Altersklassen ist es unerlässlich, dass Kinder in Kitas gehen und in Schulen lernen.“
Eisenmann betonte, im Unterricht in der Schule sei der Lernerfolg am größten. „Wir müssen in dieser Krise auf Virologen genauso wie auf Kinderärzte und Kinderpsychologen hören. Und die sagen uns, dass die Langzeitfolgen für Kinder durch geschlossene Schulen enorm sind.“

Kultusministerin wird für Vorschlag scharf kritisiert

Auf Eisenmanns Äußerungen folgt nun eine Welle der Kritik. Michael Mittelstaedt vom Landeselternbeirat fordert von der Ministerin, die wissenschaftliche Realität anzuerkennen. „Das Kultusministerium steht immer noch auf dem Standpunkt, dass an den Schulen so gut wie keine Infektionen passieren, weil Kinder unter 14 Jahren kaum ansteckend seien“, sagte Mittelstaedt der SÜDWEST PRESSE. Das hätte sich inzwischen aber als „Wunschdenken“ erwiesen.
„Da fliegt jedem das Dach weg, der nur im Entferntesten mit Medizin oder Bildung zu tun hat“, sagte SPD-Landeschef Andreas Stoch. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb auf Twitter, die Pläne Eisenmanns bedeuteten „Augen zu und durch. Damit wird in BW der Lockdown wenig bringen.“

Umfrage: Soll der Präsenzunterricht im Januar wieder starten?

Ihre Meinung ist gefragt: Ist es sinnvoll, Grundschulen und Kitas ab dem 11. Januar wieder zu öffnen?