• Die Corona-Zahlen in Deutschland sind weiterhin hoch, vor allem in Sachsen und Bayern
  • Der Lockdown in Deutschland ist bis zum 31.1.2021 verlängert
  • Beim Corona-Gipfel am Dienstag, dem 5.1.21, haben Bund und Länder auch neue Regeln für den weiteren Lockdown beschlossen
  • Die Interpretation der Fallzahlen ist laut RKI angesichts der Feiertage und verzögerter Meldungen aktuell schwierig
  • Wie hoch sind die Fallzahlen in Deutschland heute, am Donnerstag, dem 7.1.2021?
Beim Corona-Gipfel am Dienstag, 5.1.21, wurde eine Verlängerung des harten Lockdowns beschlossen. Bund und Länder haben zudem entschieden, den Bewegungsradius in Hotspots mit Inzidenz über 200 einzuschränken. Grund für die Verlängerung des Lockdowns sind die immer noch hohen Fallzahlen in Deutschland. Wirkt der Lockdown? Das RKI sagt, dass eine „belastbare“ Betrachtung der Corona-Zahlen erst in den kommenden Tagen und Wochen möglich sei, da es durch die Feiertage rund um Weihnachten und Silvester noch immer zu Verzögerungen in den Meldungen komme.
Dennoch: Wie hoch ist die Zahl der Neuinfektionen und der Toten? Wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz, heute am 7.1.2021?

Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland am Donnerstag, 7.1.21: Neuinfektionen, Tote und Inzidenz laut RKI & JHU

Die niedrigen Corona-Zahlen am heutigen Donnerstag sind mit Vorsicht zu genießen: Das liegt laut RKI daran, dass an Feiertagen, wie der Dreikönigstag am 6.1, unterschiedlich viel getestet und übermittelt wird. Doch wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Donnerstag, 7.1.21?
  • Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 26.791 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Am Mittwoch waren 21.237 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Donnerstag der vergangenen Woche, dem 31.12.20, waren mehr als 32.550 neue Corona-Fälle binnen eines Tages von den Gesundheitsämtern registriert und übermittelt worden. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 26.357 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 121.874 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.835.038 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 37.607 Personen. Das sind 1070 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 1024 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war am Mittwoch, 30.12.20, ein neuer Höchststand mit 1129 Toten binnen eines Tages registriert worden.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.474.000 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0,83 (Vortag: 0,81) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 121,8. Gestern war ein Wert von 127,3 gemeldet worden. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Johns-Hopkins-Universität: Das sind die aktuellen Corona-Zahlen weltweit

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Donnerstagmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
  • Rund 87.2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1.882.643 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 21.295.174 Infizierte und 361.072 Tote
  • Indien: 10.374.931 Infizierte und 150.114 Tote
  • Brasilien: 7.873.830 Infizierte und 198.974 Toten
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.841.228 bisher Infizierten und 37.835 Toten

Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland laut RKI Dashboard: Bundesländer und Landkreise

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Während der Corona-Pandemie veröffentlicht das RKI in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Ziel des RKI: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen. Hier geht es zum RKI-Dashboard.
Im RKI Dashbaord können die Zahlen für die Bundesländer und Landkreise angeschaut werden.
Im RKI Dashbaord können die Zahlen für die Bundesländer und Landkreise angeschaut werden.
© Foto: Screenshot RKI

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Interpretation der Zahlen laut RKI aktuell schwierig

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.
„Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden“, hatte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller, am Dienstag erklärt. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind. Klarheit über das Infektionsgeschehen nach den Feiertagen ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 17. Januar zu gewinnen.
Laut RKI werden die Corona-Zahlen in Deutschland angesichts der Feiertage erst in ein paar Tagen "belastbar" sein.
Laut RKI werden die Corona-Zahlen in Deutschland angesichts der Feiertage erst in ein paar Tagen „belastbar“ sein.
© Foto: DPA

Lage weiter angespannt: Hohe Zahl an Corona-Toten in Deutschland und Angst vor Virus-Mutation

In Deutschland ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, wie auch in anderen EU-Ländern, weiter hoch. Besonders in Sachsen ist die Lage weiterhin angespannt. Das Bundesland verzeichnet weiterhin die höchste Sieben-Tage-Inzidenz und gilt in Deutschland als Corona-Hotspot.Angesichts der Lage machte Sachsens Ministerpräsident Kretschmer deutlich, dass er nicht von einer raschen Normalisierung der Lage ausgehe. „Es gibt noch keine Entwarnung. Es wird noch eine Weile dauern. Vor uns liegen die vielleicht härtesten Wochen dieser Corona-Pandemie. Am 11. Januar können wir nicht mit einer Normalisierung rechnen“. In Deutschland wächst die Sorge vor einer möglichen dritten Welle. Dazu trägt neben den aktuellen Zahlen auch die Mutation des Corona-Virus bei. Die hoch ansteckende Form des Virus ist im Dezember erstmals in Großbritannien aufgetaucht, wurde aber inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen. Auch in Baden-Württemberg gab es Fälle.

Impfstrategie in Deutschland: Zurückhaltung beim Pflegepersonal ist groß

Dass medizinisches Personal in Deutschland reagiert zurückhaltend auf die nun laufenden Impfungen. Die Impfbereitschaft sei beim Pflegepersonal sehr unterschiedlich, sagte Bernd Meurer, der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). „Wir haben Einrichtungen, wo sich fast 100 Prozent der Mitarbeiter impfen lassen. Und das reicht bis hin, dass sich zwei Drittel nicht impfen lassen.“ Es sei im Moment schwer, ein klares Bild zu zeichnen.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appellierte am Mittwoch an die Beschäftigten, sich impfen zu lassen. Pflegekräfte und Ärzte sollten dies aus „Verantwortung auch für diejenigen, die man pflegt und behandelt“ tun, sagte Spahn. Die Angehörigen des Gesundheitswesens müssten daher aufgeklärt werden. Wichtig sei es, Ärzten, Apothekern und anderen Beschäftigten des Gesundheitswesens Informationen und Transparenz zu geben.
In der kommenden Woche gibt Spahn eine Regierungserklärung zur Impfkampagne ab - gut zwei Wochen nach dem Corona-Impfstart in Deutschland. Das verlautete am Donnerstag aus seinem Ministerium in Berlin. Der zuständige Minister will demnach vor dem Plenum zu Planung, Ablauf und Perspektiven der Impfungen Stellung nehmen.
Noch stößt die Impfkampagne beim Pflegepersonal in Deutschland auf Ablehnung.
Noch stößt die Impfkampagne beim Pflegepersonal in Deutschland auf Ablehnung.
© Foto: Piroschka Van De Wouw/DPA

Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl und Neuinfektionen

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.